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Kriminalität

In Ägypten entführte Urlauber sind frei

Kairo Die vor zehn Tagen in der ägyptischen Wüste entführten Urlauber sind frei und wohlauf.

Die fünf Deutschen, fünf Italiener und eine Rumänin wurden angeblich von ägyptischen Spezialeinheiten befreit.

Das Bundesinnenministeriums teilte am Montag mit, dass auch Beamte der Bundespolizei-Elitetruppe GSG9 in Ägypten waren, die aber nicht mehr eingreifen mussten. In Ägypten und Italien wurde betont, es sei kein Lösegeld gezahlt worden.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bestätigte die Freilassung zwei Stunden nach ihrer Ankunft auf einem Militärstützpunkt östlich von Kairo: «Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut, und ich rechne damit, dass sie baldmöglich nach Deutschland zurückkehren können», sagte der Außenminister in Berlin. Weitere Details nannte er nicht. Bei den befreiten deutschen Touristen handelt es sich nach Auskunft des Auswärtigen Amtes um eine 60-jährige Frau und einen 56-jährigen Mann aus Hessen, einen 37- jährigen Mann und eine 69-jährige Frau aus Baden-Württemberg sowie einen 65-jährigen Mann aus Berlin.

Genau wie der italienische Außenminister Franco Frattini betonte auch Ägyptens Tourismusminister Suheir Garana, es sei kein Lösegeld gezahlt worden. Zu den Umständen der Freilassung sagte er nichts. Das ägyptische Militär kündigte für einen späteren Zeitpunkt eine Erklärung an. Der Sprecher des sudanesischen Außenministeriums Ali Jussif sagte, die Befreiung der Geiseln sei durch eine ägyptische Spezialeinheit erfolgt. Dies sei erst möglich gewesen, nachdem die Sicherheitskräfte von zwei festgenommenen Entführern gesicherte Informationen über den Aufenthaltsort der Geiseln erhalten hätten. Sudanesische Soldaten hatten am Sonntag nach Militärangaben sechs der Entführer in der Wüste erschossen und zwei weitere festgenommen. Die Geiseln sollen sich zu diesem Zeitpunkt an einem anderen Ort aufgehalten haben.

Zur Befreiung der Touristen standen auch deutsche Spezialeinheiten im Grenzgebiet zwischen Tschad und Sudan bereit. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Bild»-Zeitung (Dienstag). Nach Angaben des Ministeriumssprechers handelte es sich um Beamte der Bundespolizei-Elitetruppe GSG9, der Fliegerstaffel der Bundespolizei und des Bundeskriminalamtes. Der Sprecher betonte, die ägyptische Regierung habe das Angebot der deutschen Seite angenommen und die Bereitschaft erklärt, die Kräfte als Unterstützung einzubeziehen. Dazu sei es nicht mehr gekommen. Laut «Bild»-Zeitung ließen die Geiselnehmer ihre Gefangenen laufen und flohen, als sie Anzeichen für eine gewaltsame Befreiung erkannt hätten.

Nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Dschasira waren die Wüstenurlauber zunächst mit zwei Helikoptern aus dem Tschad zu einem Flughafen im Südwesten Ägyptens transportiert worden. Dann seien sie mit dem Flugzeug nach Kairo gebracht worden. Die Touristen, die zum Teil noch Rucksäcke und Kopftücher gegen den Wüstensand trugen, wurden von Diplomaten, Politikern und Militärs empfangen.

Die europäischen Touristen und ihre acht ägyptischen Begleiter waren am 19. September auf einer Expedition entführt worden. Die sudanesischen Kidnapper hatten sie nach Angaben aus Khartum erst in den Sudan, dann nach Libyen und in den Tschad verschleppt. Angeblich forderten sie sechs Millionen Euro Lösegeld. Die Federführung bei den Verhandlungen mit den Entführern hatte die Bundesregierung.

dpa-infocom


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