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YES! und apollo: Sportwagen-Schmiede Ostthüringen

Altenburg/Königshofen (dpa) - Sie sind schnittig, PS-stark und lassen die Herzen von Autofans höherschlagen: Mit dem apollo und dem YES! hat sich Ostthüringen zur Sportwagen-Schmiede im Freistaat entwickelt.

Nachdem in Altenburg 2005 die Serienproduktion in der Gumpert Sportwagenmanufaktur gestartet ist, hat die Funke & Will AG im vergangenen Dezember die Endmontage des YES! von ihrem Sitz in Großenhain bei Dresden nach Königshofen im Saale-Holzland-Kreis verlagert. Zwar sind beide bei den Stückzahlen weit von Herstellern wie Porsche oder Ferrari entfernt. Doch nach dem Ausbau des Vertriebs im Ausland kommt ihr Geschäft zunehmend in Fahrt.

«Für 2009/2010 planen wir durchaus 50 Fahrzeuge jährlich», sagt Roland Gumpert, Geschäftsführer der Sportwagenmanufaktur in Altenburg. Das ist ein deutlicher Schub, sind doch für dieses Jahr nur bis zu 30 Stück geplant. Auch das ist schon deutlich mehr als in den Vorjahren. Ursprünglich war versucht worden, den Vertrieb von Ostthüringen aus zu organisieren, doch war dieser Weg wenig von Erfolg gekrönt. «Die Händler und Importeure sind Spezialisten, kennen ihren Kundenstamm und sind daher um ein Vielfaches effektiver», erklärt Gumpert.

Mit dem apollo hat sich der frühere Entwicklungsingenieur bei Audi einen Jungentraum erfüllt. Der zweisitzige Flitzer ab 650 PS und mit einem Gewicht von knapp 1500 Kilogramm bringt es auf bis zu 360 Kilometer pro Stunde. Dabei könnte er ab Tempo 280 durch den sogenannten Anpressdruck kopfüber an einer Tunneldecke entlang fahren, erzählt Firmensprecher Daniel Scheidel. Der Verbrauch liege im Schnitt bei etwa 20 Litern auf 100 Kilometer, könne aber je nach Fahrweise auch auf das Doppelte steigen. «Es ist kein Auto zum Brötchenholen.»

Der apollo wird in Altenburg in Handarbeit gebaut, der Betrieb hat 45 Mitarbeiter. Den Ausschlag für Ostthüringen als Standort hätten unter anderem die niedrigeren Produktionskosten und die Vielzahl an Zulieferbetrieben gegeben, sagt Gumpert. «Wir beziehen sehr viele Zulieferteile für den apollo aus der Region.» Zudem dient der Flugplatz Leipzig-Altenburg als Testgelände.

Ähnliche Faktoren waren auch ausschlaggebend für den Aufbau der neuen Endmontage des Sportwagens YES! in Ostthüringen. «Uns war auch die Nähe zum Hermsdorfer Kreuz wichtig», sagt Firmeninhaber Philipp Will. «Logistisch gesehen sind wir hier im Herzen Deutschlands.» Mit dem Aufbau der Endmontage in Königshofen wurde die Stückzahl der Sportwagen verdoppelt. Die Teile werden in Großenhain vorgefertigt. «Unser mittelfristiges Ziel sind 250 Fahrzeuge pro Jahr», erklärt Will. «Das werden wir aber noch nicht in diesem oder nächstem Jahr erreichen.» Die Firma hat etwa 50 Mitarbeiter.

Der Sportwagen entstand aus einer Diplomarbeit von Will und seinem damaligen Kommilitonen und heutigen Partner Herbert Funke an der Fachhochschule in Köln. «Wir wollten ein leichtes Fahrzeug mit sehr viel Leistung schaffen.» Der Prototyp wurde 1999 in Frankfurt auf der Internationalen Automobil Ausstellung vorgestellt und brachte prompt erste Bestellungen. «Es gab damals noch gar nichts außer diesen Prototypen», erinnert sich Will. Erst danach sei die Fertigung in Großenhain aufgebaut worden. Inzwischen ist das Auto zum Modell YES! Roadster 3.2 weiterentwickelt worden.

Der Sportwagenname steht für Young Engineers Sportscar (Sportwagen junger Ingenieure). Er wird in drei Varianten mit Motor-Leistungen von 255 bis 415 PS gebaut. Das geringe Gewicht von etwa 900 Kilogramm wird durch Faserverbundstoffe und Aluminium erreicht. 80 Prozent der Autos gehen ins Ausland, vor allem in die USA.

Als Konkurrenz sieht Will die Sportwagenbauer in Altenburg nicht. «Wir sprechen eine ähnliche Klientel an, die sich aber durchaus beide Produkte gleichzeitig leisten kann», sagt der 36-Jährige. Zudem kooperierten beide Hersteller bei der Präsentation auf Messen und zum Teil auch im Vertrieb. Beide Firmen sind zuversichtlich. «Unsere Auftragsbücher sind derzeit gut gefüllt und wir wollen die Produktion in Königshofen weiter ausbauen», erklärt Will.

Bei der Sportwagenmanufaktur in Altenburg wird derweil an einer Rechtslenker-Version des apollo und einer Modellpalette gewerkelt. «Diese Entwicklungen sind jedoch kostspielig und können noch nicht von uns selbst finanziert werden», erläutert Gumpert. «Deshalb sind wir bereit, zusätzliche Gesellschafter aufzunehmen, die sich natürlich entsprechend 'einkaufen' müssen.» Abhängig vom Kapital könnten dann weitere Investitionen und Einstellungen geplant werden.

Sportwagen apollo: www.gumpert.de

Sportwagen YES!: www.funkewill.de Von Andreas Hummel, dpa

dpa-infocom


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