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Komfort und Sparsamkeit: Schwierig bei Reisemobilen

Düsseldorf Die Welt der Reisemobile und Caravans ist in der Regel eine friedliche.

Da geht es um neue Polster für die Sitzbänke, eine Markise, deren Design auf dem Campingplatz vorzeigbar ist, oder um aktuelle Grundrisse, die den Wohnwert auf Reisen verbessern.

So war es - und so ist auch auf der großen Leistungsschau der Hersteller, dem Caravan Salon in Düsseldorf (30. August bis 7. September) - meistens jedenfalls. Denn obwohl hier vor allem die Wohnwelten der neuen Modelle im Mittelpunkt stehen, halten langsam - aber doch unübersehbar - die Themen Verbrauch und Umwelt Einzug.

Während das Gros der Hersteller unangenehme Themen wie Spritpreise lieber außen vor lässt, sind bei einigen Ansätze für ein Umdenken zu entdecken. Wer sich an den Ständen in Düsseldorf umschaut und umhört, wird allerdings vor allem abwiegelnde Stellungnahmen bekommen: dass ein Reisemobil nur auf geringe jährliche Kilometerleistungen kommt und der Verbrauch daher nicht so wichtig sei, zum Beispiel. Oder dass die Kundschaft unabhängig von den noch recht raren Tankstellen für alternative Kraftstoffe auch im Ausland reisen möchte.

Nur unter der Zusicherung der Anonymität sind auch andere Töne zu vernehmen - nämlich dass die Branche vor einem prinzipiellen Problem steht. Die Kunden wollten bequeme Wohnräume, aber auch geringe Verbräuche - das lasse sich nur schwer kombinieren. Schließlich wiegt die Wohnung auf Rädern einige Tonnen, was nicht gerade eine gute Voraussetzung für Sparsamkeit ist. «Außerdem hat ein großes Reisemobil einen Luftwiderstands-Wert wie ein rückwärts fliegendes Haus», unkt ein Hersteller-Sprecher, der ungenannt bleiben möchte. Das mache es zusätzlich schwer, die Antriebe sparsam auszulegen.

Zu sehen ist in Düsseldorf aber auch, dass es trotz solch schlechter Voraussetzungen Entwickler gibt, die in die Zukunft denken. So stellt Reisemobil-Spezialist Hymer aus Bad Waldsee (Baden-Württemberg) die Studie Innovision vor, die einen Ausblick auf ein Fahrzeug von morgen bietet. Im Innovision sollen 50 neue Ideen umgesetzt worden sein. Dabei geht es um die Voll-Luftfederung ebenso wie um einen Sitz mit Relax- und Massagefunktion. Im Hinblick auf Betriebskosten und Verbrauch ist aber vor allem eines wichtig: Hymer hat den Zwei-Liter-Motor auf den Betrieb mit Autogas umgestellt, das von den Kosten her 40 bis 50 Prozent unter den Dieselpreisen liegt.

Außerdem verbraucht nicht nur der Motor Autogas. Auch Heizung, Kocher und Kühlschrank werden laut Hymer damit betrieben. Das soll zusätzlich zu einem geringeren Fahrzeuggewicht führen, da keine Gasflaschen transportiert werden müssen und somit auch keine speziellen Stauräume für diese Behälter notwendig sind.

Dass Gas eine Idee für die Zukunft des Reisemobils ist, denkt man auch bei Goldschmitt-techmobil in Höpfingen (Baden-Württemberg). Hier wird ein Konzept vorgestellt, das es ermöglicht, einen herkömmlichen Dieselmotor mit einem Gemisch aus Diesel und Autogas zu betreiben. Das Prinzip dahinter ist zwar schon eine Weile bekannt, wurde bisher aber vornehmlich für stationäre Industriemotoren genutzt. Im Auto soll damit eine Kostenersparnis von bis zu 50 Prozent möglich sein. Wenn die geplanten Tests erfolgreich verlaufen, könnte die Technik bereits Ende 2008 verfügbar sein, heißt es bei Goldschmitt. Die Umrüstung soll etwa 3000 bis 3500 Euro plus Montage kosten.

«Energieeinsparung ist ein immer wichtigeres Caravan-Thema», sagt Till Beyer, Geschäftsführer des Herstellers Hobby in Fockbek (Schleswig-Holstein). Hobby entwickle daher momentan in Kooperation mit einer Universität eine unabhängige Energieversorgung für Reisemobile. Das Ziel: möglichst effizient mit der Energie umzugehen. Außerdem sei auch Energieeinsparung durch Leichtbau in Planung.

Ohnehin ist das Fahren mit dem Reisemobil nur die eine Seite. «Der Energieverbrauch in einem Reisemobil hat immer zwei Aspekte», sagt Ralph Binder, Sprecher des Caravaning Industrie Verbands Deutschland (CIVD) in Frankfurt/Main. Denn auch der Betrieb des Wohnbereichs ist mit Energieverbrauch verbunden. Schließlich soll der Kühlschrank kühlen und im Flachbildschirm ein Bild erscheinen.

In diesem Bereich hat sich in den vergangenen Jahren tatsächlich einiges getan - mehr jedenfalls als auf dem Gebiet der Motoren. So werden verstärkt Solarzellen eingesetzt, die - auf dem Fahrzeugdach platziert - für einen Teil der Energiegewinnung sorgen. «Diese Solarzellen werden immer leistungsfähiger», so Binder. Relativ frisch im Reisemobil ist die Nutzung von Brennstoffzellen.

Diese Systeme sind laut Binder mit einem Methanol-Wasser-Gemisch befüllt und erzeugen durch chemische Prozesse ebenfalls Strom. «Sind Solaranlage und Brennstoffzellen parallel im Einsatz, ist man von einer Stromversorgung weitgehend unabhängig.» Wie der Brennstoffzellen-Zulieferer Efoy auf dem Caravan Salon mitteilte, nutzen mittlerweile mehr als 30 Hersteller Brennstoffzellen allein dieser Marke.

All diese Themen dürften in nächster Zukunft dann doch etwas mehr Unruhe in die Welt der Reisemobile bringen. Und dass das Thema noch längst nicht abgeschlossen ist, dafür wird wohl auch die Güterverkehrs-Branche sorgen. Schließlich basiert ein Großteil der Reisefahrzeuge auf den üblichen Kleintransportern - und bei denen sind wegen der hohen Kilometerleistungen verbrauchsgünstige Antriebssysteme gerade jetzt ein heiß diskutiertes Thema.

Weitere Infos zur Messe: www.caravan-salon.de Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom


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