IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Auto     » News     » Tests     » Liebhaber-Autos     » Aus zweiter Hand     » Auto-ABC     » Recht

«Golf-Klasse»-Modelle werden kaum noch größer

Limburg/Frankfurt/Main Die Entwicklung der Modelle in der Kompaktklasse ähnelte in vergangenen Jahren oft derjenigen von Jugendlichen: Mit jedem Generationswechsel legten die Fahrzeuge in ihrer Größe um einige Zentimeter zu.

Doch die Zeit der ungebremsten Wachstumsschübe scheint vorbei zu sein, wie ein Blick auf die jüngsten Modelle in der «Golf-Klasse» zeigt. Die einst kleinen Kompakten sind inzwischen ausgewachsen. Am deutlichsten wird die sich abzeichnende Trendwende bei jenem Auto, das dem Segment einst seinen Namen gab: dem Golf von Volkswagen. Der Golf VI kommt in der Länge auf 4199 Millimeter, Breite und Höhe betragen 1786 und 1479 Millimeter. Beim Vorgänger Golf V waren es noch 4204, 1759 und 1485 Millimeter. Die neue Generation ist somit 5 Millimeter kürzer und 6 Millimeter flacher als ihr Vorgänger, dafür 27 Millimeter breiter.

Das war beim Modellwechsel vom Golf IV zu Golf V noch anders: der Nachfolger legte in Länge, Breite und Höhe um 55, 24 und 46 Millimeter zu. Noch deutlicher fiel das Größenwachstum bei den frühen Golf-Generationen aus: Der Ur-Golf I war nur 3705 Millimeter lang, 1610 Millimeter breit und 1390 Millimeter hoch, als er 1974 auf den Markt kam. Beim Generationswechsel zum Golf II legte er um 280, 55 und 25 Millimeter zu. Von Golf II zu Golf III waren es 35, 30 und 10 Millimeter und von Golf III zu IV plus 129, 40 und 34 Millimeter.

Ähnliche Sprünge machte bislang der Opel Astra, der sich von der Modellgeneration F zu G in Länge, Breite und Höhe um 59, 21 und 15 Millimeter, und von G zur aktuellen Generation H um 139, 95 und 10 Millimeter vergrößerte. Daten zur Nachfolgegeneration, die 2009 vorgestellt werden soll, gibt es zwar noch nicht. Was bisher in Fachmedien zu lesen war, legt jedoch nahe, dass die Abmessungen in etwa auf dem Niveau des aktuellen Modells liegen werden.

Gründe für das bisherige stete Größenwachstum sieht Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg im Wunsch der Kunden nach Komfort und Platzangebot. Jahrelang seien die Kompaktmodelle daher größer geworden. «Sie sind häufig nicht mehr wirklich als "kompakt" wiederzuerkennen», sagt Margetts. Viele Fahrzeuge der Gattung wilderten inzwischen im Mittelklasse-Segment, wo bislang Modelle wie der VW Passat den Ton angaben. Im Gegenzug schöben die Hersteller unterhalb der Klasse neue kleinere Modelle nach, und stellten so den «Standard-Kreislauf der Modellerneuerung» wieder her.

In Zeiten der Klimadebatte und immer weiter steigender Spritpreise kommen jedoch neue Rahmenbedingungen hinzu: «Wirtschaftliche Zwänge wie Spritpreis und CO2-Besteuerung werden den Einführungsdruck für neue kleinere Fahrzeuge intensivieren sowie auch andere Konsequenzen fordern», sagt Margetts. Dass bestehende Kompaktmodelle nennenswert kleiner werden ist, sei zwar nicht zu erwarten. «Aber vielleicht wachsen sie in Zukunft nicht mehr ganz so schnell.» Denn Größenwachstum erhöhe auch das Gewicht und damit den Spritverbrauch.

Dass sich die veränderten Rahmenbedingungen auf die Modellpolitik der Hersteller auswirken, glaubt auch Norbert Wittemann vom Beratungsunternehmen PRTM in Frankfurt. «So wird das Größenwachstum in den einzelnen Klassen moderat ausfallen, und die Premiumhersteller werden versuchen, in den kleineren Klassen Fuß zu fassen.» Hinzu kommt, dass mittlerweile bei den Kompaktmodellen die Wachstumsgrenzen ausgereizt sind, wie VW-Sprecher Christian Buhlmann in Wolfsburg sagt: «Ich glaube nicht, dass die Leute unbedingt ein Auto haben wollen, das wesentlich größer ist als vier Meter.» Maßgabe bei der Entwicklung des Golf VI war daher, dass das Auto in seiner Kompaktheit auf dem Niveau des Vorgängers bleiben musste.

Ein weiteres Argument, das für ein Ende des Größenwachstums im Kompaktsegment spricht, ist laut Norbert Wittemann von PRTM der demografische Trend zu Ein-Personen-Haushalten. Mehr Singles orderten eher kleinere Autos und investierten statt in Größe lieber in mehr Komfort und zusätzliche Ausstattungsmerkmale.

Auch das scheinen die Autohersteller im Blick zu haben. Nicht umsonst preist VW besonders die «Wertigkeit» des neuen Golf: «Wertiger denn je, definiert die nun sechste Golf-Generation das Qualitäts- und Komfortniveau seiner Klasse in weiten Teilen völlig neu», sagt VW-Chef Martin Winterkorn. Edle Oberflächen sollen nach Vorstellung des Wolfsburger Herstellers optisch und haptisch «die Klassengrenzen aus den Angeln» heben. Auch neue Assistenzsysteme sollen dem Fahrer den Eindruck vermitteln, er sitze nicht in einem Auto der Kompakt- sondern einer höheren Klasse. Von Felix Rehwald, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon