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Mobilität trotz Handicap - Umbauten für Behinderte

Meckesheim/München Die Themen der Autowelt drehen sich meist um schicke Designs und neue Modelle.

Es gibt aber auch Autofahrer, denen solche Punkte egal sind - ihnen geht es vor allem darum, überhaupt wieder einmal selbst Auto fahren zu können.

Die Rede ist von Menschen , die mit einer körperlichen Behinderung leben müssen, die ihnen das Lenken eines herkömmlichen Automobils unmöglich macht. Doch auch sie haben eine Chance auf Mobilität: Eine Reihe von Betrieben und spezielle Abteilungen der Autohersteller kümmert sich um die Umrüstung bekannter Modelle für diese Klientel.

Wie groß die Zahl umgerüsteter Fahrzeuge ist, lässt sich schwer sagen. In der Regel bleiben die Autos äußerlich unverändert. «Außerdem gibt es für dieses Marktsegment keine offiziellen Zahlen», sagt Karl Bernhard Beckerle, Leiter des Bereiches Sonderfahrzeuge bei Opel in Rüsselsheim. «Wir schätzen die Zahl der Umrüstungen in Deutschland auf jährlich etwa 10 000 bis 15 000 Fahrzeuge.»

Opel selbst arbeitet seit einiger Zeit mit dem Spezialumrüster Reha Group Automotive zusammen, um Fahrzeuge der eigenen Palette an die individuellen Bedürfnisse der gehandicapten Kundschaft anzupassen. «Das wichtigste Fahrzeug im Hinblick auf die Umrüstung ist bei uns der kompakte Astra, stark gefolgt vom Kleinwagen Corsa, der in jüngster Zeit aufgeholt hat», so Beckerle.

Ähnlich sieht es beim Mobilcenter Zawatzky in Meckesheim aus - der Spezialumrüster aus Baden-Württemberg zählt mit rund 1000 umgebauten Autos im Jahr zu den Großen der kleinen Branche. «Auch bei uns werden hauptsächlich Personenwagen umgebaut», sagt Geschäftsführer Andreas Zawatzky. Allerdings spielen hier auch Vans eine Rolle. Solche Fahrzeuge werden für Behinderte als Mitfahrer umgebaut. Oft geht es laut Zawatzky um Arbeiten, die eine Bedienung von Bremse und Gas mit der Hand ermöglichen. Häufig sind auch Schwenksitze, die das Ein- und Aussteigen erleichtern. Oder das Gaspedal wird nach links versetzt.

Die Kosten für die Umrüstungen sind höchst unterschiedlich. «Man kann davon ausgehen, dass der Umbau auf eine Handbedienung für Gas und Bremse etwa 2000 Euro kostet», erklärt Matthias Beck vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart. Nach Angaben von Andreas Zawatzky gibt es aber auch kleine Umbauten zu Preisen ab 200 Euro - es können jedoch bei aufwendigen Arbeiten nach individuellen Bedürfnissen auch einmal 100 000 Euro anfallen.

Im Hinblick auf die Kosten geht es auch darum, dass die Entwicklung des Zubehörs nicht stehengeblieben ist. Die Elektronik im Auto stellt an die Umrüster ganz neue Anforderungen. Sie bietet jedoch auch neue Möglichkeiten. «Wir müssen die Techniken immer wieder weiterentwickeln, auch wegen der vielen Elektronik im Auto», sagt Helmut Jelschen, Geschäftsführer von Jelschen Behindertenfahrzeuge in Bad Zwischenahn. Während einst nur ein paar Kabel angeklemmt werden mussten, ist heute ein Eingriff in die komplexe Elektronik nötig.

Mit der Elektronik kommen weitere Möglichkeiten für die Anpassung an die Handicaps zum Zuge. «Die Sprachsteuerung zum Beispiel kommt immer mehr, bereitet aber noch Probleme», so Andreas Zawatzky. Möglich sind auf diesem Weg unter anderem Befehle für das Einschalten des Blinkers oder die Betätigung der Hupe. Ebenfalls bereits möglich seien Funktions-Betätigungen mit Hilfe von Joysticks. Finanzielle Hilfen für die Umrüstung Die hohen Kosten für die individuelle Anpassung des Fahrzeugs an ein körperliches Handicap müssen nicht immer selbst getragen werden. Zuschüsse gibt es laut Opel in Rüsselsheim zum Beispiel, wenn der Wagen entscheidend dazu beiträgt, den Arbeitsplatz zu erreichen oder den Beruf überhaupt ausüben zu können. In solchen Fällen sind Zuschüsse bis zu 9500 Euro für die Erst- oder Wiederbeschaffung eines Autos und dazu die Kostenübernahme der behindertengerechten Zusatzausstattung durch die Berufsgenossenschaften möglich. Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom


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