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Erfolg mit Gefühl - Emotionen als Karrierefaktor

Genf/Esslingen Über Gefühle spricht man nicht - schon gar nicht im Beruf.

Da geht es um harte Fakten, nicht um solche «weichen» Themen. Dabei hängt das eine oft mit dem anderen zusammen.

Gefühle sind keine Störfaktoren , sie sind im Berufsleben ausgesprochen wichtig. Und auch Karriere geht nur mit Gefühl. Oft wird das verdrängt: «Man hat Angst vor dem Thema Emotionen am Arbeitsplatz», sagt Tanja Wranik. «Emotionen gelten als irrational und unkontrollierbar», erläutert die Psychologin von der Universität Genf. Dabei seien Emotionen im Job alltäglich: Stolz, Wut, Ärger und Aufregung - bei jeder Entscheidung spielten emotionale Aspekte mit.

In vielen Situationen sei es ausgesprochen wichtig, Gefühle zu erkennen und mit ihnen umgehen zu können. «Emotionen sind wie Signale», sagt Tania Wranik. Sie geben zum Beispiel in Verhandlungssituationen Hinweise darauf, wie die Erfolgschancen stehen und ob eine Taktik besser geändert werden sollte.

Viele wollen die Bedeutung von Emotionen allerdings nicht wahrhaben. Diese Erfahrung macht der Trainer Ingo Vogel aus Esslingen bei Stuttgart immer wieder: «Im Berufsalltag wird über das Thema nicht öffentlich geredet.» Dabei hat sich längst herumgesprochen, dass zum Erfolg mehr gehört als fachliche Qualifikation.

Nun klingt die Forderung nach mehr Leidenschaft eher nach einem Beziehungsratgeber. Aber nach Vogels Überzeugung kann es davon auch im Beruf nicht genug geben: «Wenn wir Emotionen zeigen, wirken wir authentisch - und wer authentisch rüberkommt, überzeugt mehr.» In Geschäftsgesprächen kann genau dies das entscheidende Detail sein. «Je rationaler wir sind, umso austauschbarer sind wir.»

Gefühle sind jedoch oft peinlich: «Es gilt als unprofessionell, sie zu zeigen», sagt Christine Öttl, die als Coach in München arbeitet. Das kann eine Berechtigung haben. «Unkontrollierte Gefühlsausbrüche haben im Beruf nichts zu suchen.» Seiner Wut freien Lauf zu lassen, komme beim Gegenüber merkwürdig an. Aber häufig werden Gefühle auch da unterdrückt, wo sie normal sind, etwa bei Bewerbungsgesprächen. «Das ist eine hochemotionale Situation, und trotzdem denken die meisten, da müsse man ganz cool wirken.»

Das geht dann oft schief: Denn wer aufgeregt ist, genau das aber niemanden merken lassen möchte, kommt verkrampft rüber - oder wird noch aufgeregter. In solchen Fällen hält Öttl es für besser, seine Gefühle nicht zu verstecken: «Nervosität darf man ruhig zeigen.» Das könne sogar sympathisch wirken. Bewerbungsgespräche scheiterten oft genau daran: «Es gibt Bewerber, die sind fachlich top und rhetorisch geschliffen, aber sie schaffen es nicht, emotionalen Kontakt zum Gegenüber aufzubauen.» Personaler merken das - und senken den Daumen.

Emotionen schätzten auch Kunden im Verkaufsgespräch, sagt Vogel. Sie wollten mit Menschen mit Ecken und Kanten zu tun haben, also auch mit Gefühlen. Gerade im Verkauf gelte: «Je schwächer Sie emotional sind, umso eher redet man nur noch über den Preis.» Es sei wichtig, dass man den Gesprächspartner als Persönlichkeit überzeugt.

«Die eigene Stimmung hat großen Einfluss», sagt Vogel, «bis hin in die Körpersprache.» Wer lustlos und leidenschaftslos wirkt, behindert sich selbst: «Wenn wir uns besser fühlen, fallen uns die meisten Dinge leichter», sagt er. «Gut gelaunt sind wir erfolgreicher.»

Literatur: Ingo Vogel: Das Lustprinzip. Emotionen als Karrierefaktor, Gabal, ISBN-13: 978-3-897-49790-0, 19,90 Euro Den Umgang mit Gefühlen trainieren Gute Gefühle zu entwickeln, lässt sich trainieren. «Man kann sich zum Beispiel bewusst an ein positives Erlebnis erinnern oder fünf angenehme Situationen aufschreiben», erklärt Ingo Vogel, Trainer aus Esslingen. Dann übt man regelmäßig vier Wochen lang dreimal am Tag, an eines der positiven Erlebnisse zu denken. Auf diese Weise lässt sich aus der Erinnerung daran das positive Gefühl selbst «reaktivieren». Und mit diesem guten Gefühl können dann auch beruflich schwierigere Situationen besser gemeistert werden. Emotionale Kompetenzen Beim Umgang mit Emotionen gibt es mehrere Fähigkeiten, die bei jedem Einzelnen unterschiedlich ausgeprägt sein können. Das Wahrnehmen, Verstehen, Regulieren und das Einsetzen von Gefühlen gelten als emotionale Kompetenzen. «Manche können zwar das eine sehr gut, aber nicht das andere», sagt die Psychologin Tanja Wranik von der Universität Genf. «Deshalb ist es auch besser, von emotionalen Kompetenzen zu sprechen und nicht von emotionaler Intelligenz.» Für die Vorstellung, dass die einzelnen Kompetenzen miteinander verbunden sind, gebe es noch keinen Hinweis. Und anders als beim IQ fehlen bisher Messinstrumente und eine verbindliche Skala. Von Andreas Heimann, dpa

dpa-infocom


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