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Die Urspringschule: Abi, Gesellenbrief und Sport

Schelklingen Amerikanische Verhältnisse am Fuße der Schwäbischen Alb: Im ehemaligen Kloster Urspring bei Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) absolvieren die Schüler nicht nur ihr Abitur.

Sie spielen auch Basketball auf höchstem Niveau. Außerdem können die rund 280 Kinder nebenbei eine Lehre als Schneider, Schreiner, Verfahrens- oder Feinwerkmechaniker machen. «Unsere Schüler sagen sich, die Schule allein reicht mir nicht», erklärt Schulleiterin Ingrid Sund das Konzept.

Etwa ein Viertel der Urspring-Abiturienten geht mit einem Gesellenbrief nach Hause. Mit 14 dürfen sie in die Lehre gehen. Dann müssen sie innerhalb von fünf Jahren neben dem Abitur noch 3200 Stunden lang ihr handwerkliches Geschick beweisen. Dabei arbeitet die Schule auch mit Unternehmen wie dem Metallverarbeiter Lindenmaier und dem Flugzeugkabinenausrüster Airbus in Laupheim (Kreis Biberach) zusammen. «Wer eine Lehre macht, muss sich seine Zeit sehr, sehr gut einteilen», sagt Sund.

Auch die Basketballspieler haben einen vollen Stundenplan. Sie trainieren jeden Tag und spielen mit der Schulmannschaft in der 2. Bundesliga. Viele von ihnen werden am Ende mit einem Stipendium einer amerikanischen Universität belohnt. Urspring-Schüler haben es auch bis in die 1. Bundesliga geschafft: Nicolai Simon ist Aufbauspieler für Alba Berlin, Hendrik Feist spielte zuletzt bei den Artland Dragons und Marco Buljevic bei den LTi Gießen 46ers.

Entstanden ist die Urspringschule als evangelisches Landeserziehungsheim mit reformpädagogischem Ansatz. Und auch heute wird in der dritten und vierten Klasse der vor drei Jahren eröffneten Grundschule noch nach Montessori unterrichtet. In Urspring sollten die Schüler schon zur Gründungszeit am Anfang des 20. Jahrhunderts ganzheitlich erzogen werden - weit ab vom Trubel der Stadt. «Das ganze Terrain ist wie ein kleines Dorf», erklärt die Schulleiterin. Die Schule halte eigene Pferde, Hasen sowie Hühner und einen eigenen Gemüsegarten.

Doch dieses ländliche Idyll wurde vor zwei Jahren jäh gestört. Ein damals 17-Jähriger tötete einen 16 Jahre alten Internatsmitschüler im Schlaf wegen eines Streits um 50 Euro mit zwei Messerstichen. Zudem beauftragte er einen Mitgefangenen in der Untersuchungshaft, zusammen mit seinem Bruder drei Zeugen zu töten und deren Leichen unkenntlich zu machen. Sein Zellengenosse wandte sich allerdings noch während der Haft an die Polizei. Der Täter wurde 2007 zur höchsten Jugendstrafe von zehn Jahren verurteilt. Jetzt achtet die Schule noch besser darauf, wen sie aufnimmt.

Obwohl die Urspringschule eine Privatschule ist, stammen die rund 280 Schüler aus allen gesellschaftlichen Schichten. Die Kinder, deren Eltern sich das Schulgeld nicht leisten können, erhalten Stipendien. Die meisten der Schüler kommen nach Urspring, weil sie auf ihrer alten Schule Schwierigkeiten hatten. Dennoch schaffen in Urspring die meisten ihr Abitur. «Wir fordern zwar das Gleiche, aber in einer anderen Umgebung», erklärt die Schulleiterin.

Der Abiturient Simon fügt hinzu: «Hier ist das Lernen vereinfacht, so dass jeder mitkommt.» Auch der 20-Jährige kam vor acht Jahren wegen familiärer Probleme nach Urspring. Außerdem sei er damals krank geworden. «Es war wichtig, dass ich einen kontrollierten Tagesablauf hatte», erklärt er. Jetzt hat er gerade sein Abitur bestanden und schließt seine Lehre als Schreiner ab.

Weitere Informationen zur Urspringschule: www.urspringschule.de Von Berit Schmidt, dpa

dpa-infocom


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