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Motivation durch Mitarbeiterbeteiligung

Kassel/Köln (dpa/tmn) - In Deutschland ist das Konzept bislang kaum bekannt: Indem Betriebe ihre Mitarbeiter beteiligen, steigern sie deren Motivation.

Die Beteiligung sollte sich allerdings nicht auf das Finanzielle beschränken, raten Experten.

Marc Schürmann fühlt sich manchmal wie ein Außerirdischer. Was für den Finanzleiter bei Kolbe-Coloco Spezialdruck in Versmold in Nordrhein-Westfalen lange Praxis ist, ist für die meisten Mittelständler noch reine Theorie. Bei etlichen gibt es massive Vorurteile gegenüber der Mitarbeiterbeteiligung, wie Schürmann häufig feststellt: «Viele Arbeitgeber wollen sich auf den materiellen Aspekt beschränken, aber der allein schafft keine grundlegende strukturelle Veränderung.» Und dann sind die Mitarbeiter auch nicht motivierter als vorher.

Bereits seit 1988 ermöglicht Kolbe-Colocco Mitarbeitern, jährlich Anteilscheine ab 211 Euro zu erwerben. Das Geld sollte sechs Jahre über eine Beteiligungsgesellschaft für Betriebsinvestitionen zur Verfügung stehen. Parallel dazu werden alle Mitarbeiter regelmäßig über die Geschäftsentwicklung informiert und auf Teamebene in die Entscheidungsprozesse eingebunden. Indirekte stille Beteiligung heißt das Modell - nur eines von vielen, die der Verein Arbeitsgemeinschaft Partnerschaft in der Wirtschaft (AGP) in Kassel zusammengetragen hat.

«Jedes Unternehmen mit Mitarbeiter- Kapitalbeteiligung schafft praktisch sein eigenes Modell, ausgerichtet auf die jeweiligen Ziele», sagt Geschäftsführer Heinrich Beyer. Konzerne bevorzugten die Belegschaftsaktie: «Etwa 2,4 Millionen beteiligte Mitarbeiter gibt es in Deutschland, die Hälfte davon sind Aktionäre.» Anders ist es im Mittelstand, wo rund 700 000 Mitarbeiter über Genussrechte oder stille Beteiligungen Kapitalgeber seien.

«Materielle Mitarbeiterbeteiligung geht immer einher mit einer immateriellen Beteiligung und einer flexiblen Arbeitsorganisation, wenn sie erfolgreich sein will», sagt Oliver Stettes vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Eine Art magisches Dreieck, das besonders Unternehmen mit Gewinnbeteiligung auszeichne: «Diese Form beteiligt die Mitarbeiter unbürokratisch und direkt am Aufschwung, ohne jegliche Verpflichtungen, wenn es konjunkturell wieder schlechter läuft», sagt der Wirtschaftswissenschaftler.

Die Gewinnbeteiligung gilt als Instrument der Mitarbeitergewinnung, -bindung und -motivation. «Rund 85 Prozent aller Unternehmen, die ihre Beschäftigten am Gewinn beteiligen, tun dies, um sie zu motivieren», ermittelte Stettes. Dagegen sei die aufwendigere Kapitalbeteiligung nur sinnvoll, wenn das Unternehmen zusätzliche Liquidität benötigt oder sich erst neu gegründet hat.

Bisher beteiligt nur jeder zehnte Betrieb seine Beschäftigten am Gewinn. Systeme der Kapitalbeteiligung gibt es sogar nur bei zwei Prozent der Unternehmen, ergab das jüngste Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Betriebe, die ihre Mitarbeiter beteiligen, sind produktiver: «Studien haben Steigerungen zwischen 10 und 20 Prozent nachgewiesen», sagt sagt IAB-Bereichsleiter Lutz Bellmann.

Auswirkungen auf die Fluktuation seien weniger deutlich nachzuweisen - auch nicht die Folgen für Motivation oder Betriebsklima. Finanzleiter Schürmann hat sich vor zwölf Jahren wegen der Mitarbeiterbeteiligung für die Druckerei entschieden und dies nicht bereut: «Das Unternehmen wächst stetig, und wo kriege ich sonst eine jährliche Eigenkapitalrendite von 16 Prozent?»

Literatur: Hagen Lesch, Oliver Stettes: Gewinnbeteiligung - Eine theoretische und empirische Analyse auf Basis des IW-Zukunftspanels, IW-Analysen Nr. 35, ISBN-13: 978-3-602-14787-8, Deutscher Instituts-Verlag, 19,80 Euro

Publikationen des Deutschen Instituts- Verlags: www.divkoeln.de

Mitarbeiterbeteiligung in der Praxis: www.agpev.de/mitarbeiterbeteiligung/index.html

dpa-infocom


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