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Trotz Atomausstieg sind Kernkraft-Ingenieure gefragt

Essen Politisch läuft für Deutschlands Atomkraftwerke die Zeit ab - genau deshalb könnte Kernkraft-Ingenieur aber zum Beruf mit Zukunft werden.

Schon jetzt werden Fachleute zur Bedienung der komplexen Anlagen händeringend gesucht.

Denn immer weniger Studenten setzen auf die vermeintlich sterbende Atombranche. Dabei werden für den Rückbau der Kernkraftwerke und die Endlagerung des Atommülls noch für Jahrzehnte qualifizierte Kraftwerksingenieure gebraucht - und die deutschen Energieriesen engagieren sich längst auf Dauer mit neuen Kraftwerksprojekten im Ausland, die natürlich auch bedient werden müssen.

An den NRW-Fachhochschulen haben die Bildungsplaner darauf reagiert. Kraftwerkstechnik oder Integrated Power Plant Engineering heißen die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge an landesweit zwei FHs: der Kraftwerksschule in Essen in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Aachen und der Technischen Fachhochschule Georg Agricola in Bochum. An anderen Fachhochschulen und an Universitäten gibt es Maschinenbau-Studiengänge mit Vertiefungsrichtungen in Kraftwerks- und Nukleartechnik.

Noch sind die Anmeldezahlen gering. Gerade einmal eine Hand voll Studenten hat sich bei der Essener Kraftwerksschule für den im Wintersemester beginnenden Bachelorstudiengang Kraftwerkstechnik angemeldet. Das findet Christian Umierski, Dozent an der als Verein eingetragenen Kraftwerksschule, allerdings nicht verwunderlich. «Maschinenbau und Kraftwerkstechnik sind aus der Sicht vieler Studierender nicht wirklich sexy», sagt er und wirbt dennoch im gleichen Atemzug für den neuen Studiengang, der in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Aachen und Unternehmen aus der Energiewirtschaft entstanden ist. «Wenn man die Details kennt, dann ist es fachlich interessant und anspruchsvoll, interdisziplinär, mit allen nur möglichen Karrierechancen.»

Für 15 bis 20 Studierende ist der Studiengang ausgelegt. Die Kraftwerksschule bildet seit über 50 Jahren für den fossilen und nuklearen Bereich unter anderem Kraftwerker und Kraftwerksmeister aus. Sie gehört wie auch das in Essen gelegene Simulatorzentrum für Kernkraftwerke zum VGB, dem Europäischen Verband für Strom- und Wärmeerzeuger. Simulatorzentrum und Kraftwerksschule arbeiten eng zusammen.

Im neuen Studiengang Kraftwerkstechnik lernen die Studierenden in den ersten vier Semestern Grundlagen der Physik, Mathematik und technischen Mechanik an der Fachhochschule in Aachen. In einem Vertiefungssemester in Essen an der Kraftwerksschule geht es um den Kraftwerksbetrieb. An Simulatoren wird trainiert. Das sechste Semester schließt mit der Bachelorarbeit ab.

«Unser Fokus liegt zunächst auf den fossil befeuerten Kraftwerken, es geht unter anderem um Block-, Gas- und Dampfturbinenkraftwerke», erklärt Christian Umierski. Einen Studiengang speziell für Kernkrafttechnik anzubieten sei eine weitere Option, die überlegt werde. Denn trotz des Ausstiegs hätten junge Leute dort besondere Zukunftschancen.

Umierski weiß, dass sich die Kraftwerks-Unternehmen die Suche nach neuen Mitarbeitern auch etwas kosten lassen. Die Studienbeiträge für das dreijährige Studium von insgesamt 19 750 Euro sollen nach den Planungen im Idealfall komplett von den Firmen übernommen werden. In den Semesterferien sind Praktika in den Kooperationsunternehmen fester Bestandteil des Studienplans; sie gewähren nicht nur den Studenten Einblick in die zukünftige Arbeit, sondern ermöglichen auch der Industrie die Sichtung des Nachwuchses.

Auch an der privaten Technischen Fachhochschule Georg Agricola zu Bochum sind Energieunternehmen für den neuen Masterstudiengang Integrated Power Plant Engineering (IPPE) mit im Boot. Sie hatten den Kraftwerkstechnik-Studiengang angeregt. Christina Kempkes, E.ON Engineering Mitarbeiterin, erklärte bei einem Hochschultag in Bochum: «Wir brauchen genau das Know-how, das in dem Studium vermittelt wird, dringend für unsere Anlagen.»

Ausbildungsstätte für die Energiewirtschaft: www.kraftwerksschule.de

Technische Fachhochschule Bochum: www.tfh-bochum.de Von Angela Meißner, dpa

dpa-infocom


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