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Krippenplätze erhöhen die Chancengleichheit

Berlin/Stuttgart Eine verlässliche Kinderbetreuung ist eine wichtige Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Gerade mangelnde Betreuungsplätze für Kinder bis zu drei Jahren können sich nachteilig auf die berufliche Chancengleichheit auswirken.

Krippenplätze sind deshalb für viele Mütter ein wichtiges Thema: «Die Frauen können schneller wieder in den Beruf einsteigen», sagt Cornelia Upmeier vom Netzwerkbüro Erfolgsfaktor Familie in Berlin. «Für ihre berufliche Entwicklung ist das besser, denn sie erleben keinen Karriereknick.» Das Netzwerkbüro unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der Umsetzung einer familienfreundlichen Personalpolitik.

«Es gibt einen Trend zu einer kürzeren Elternzeit», sagt Stefan Becker, Geschäftsführer der Initiative «Beruf und Familie» der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, die ein Qualitätssiegel an familienfreundliche Unternehmen vergibt. «Beide Seiten, Eltern wie Unternehmen, haben ein Interesse an einer schnellen Rückkehr in den Beruf», erklärt Becker. «Personalleiter erkennen zunehmend, dass es einen Nachholbedarf bei den Betreuungsplätzen gibt.» Bislang würden Unternehmen aber nicht im großen Stil dazu übergehen, betriebliche Betreuungsplätze zu schaffen.

Oft werde anderen Lösungen der Vorrang gegeben. «Die Firmen beteiligten sich eher an den Kosten für eine Tagesmutter», sagt Stefan Becker. Der geplante Ausbau der Betreuungsplätze für die ganz Kleinen ist nicht mehr so umstritten wie noch vor wenigen Jahren. «Zunehmend wird auch gesehen, dass viele Frauen schon allein aus finanziellen Gründen schnell wieder in den Beruf zurück müssen», sagt Cornelia Upmeier.

Für kleine und mittlere Unternehmen sind Kosten und organisatorischer Aufwand eine Hürde, wenn sie selbst eine Krippe oder einen betrieblichen Kindergarten einrichten möchten. «Die Unternehmen müssen zunächst einen Träger finden und bestimmte Auflagen erfüllen», erklärt Cornelia Upmeier. Eine Alternative könne es sein, mit bestehenden Einrichtungen Kontakt aufzunehmen und dort Belegplätze für die Kinder von Mitarbeitern zu reservieren.

Um kleine und mittlere Betriebe für ein dauerhaftes Engagement in der Kinderbetreuung zu gewinnen und die Arbeitsmarktbeteiligung insbesondere von Frauen zu erhöhen, hat das Bundesfamilienministerium ein Förderprogramm «Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung» gestartet. Profitieren können davon Firmen mit bis zu 1000 Beschäftigten, die zusätzliche Betreuungsgruppen in einer bestehenden oder neuen Einrichtung für Kinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr schaffen. Sie können eine Anschubfinanzierung von bis zu 10 000 Euro erhalten.

Einige Großunternehmen werden von sich aus aktiv. So will die Daimler AG bis 2009 bundesweit an allen Standorten insgesamt 350 Krippenplätze einrichten. «Das Angebot soll den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern sowie den Anteil von Frauen in der Belegschaft und in Führungspositionen weiter steigern», sagt Ursula Schwarzenbart, die Leiterin Global Diversity Office der Daimler AG in Stuttgart. Aufgrund der hohen Nachfrage sei ein weiterer Ausbau bereits geplant.

Der Autokonzern hat ein eigenes pädagogisches Konzept entwickeln lassen, mit dem bestimmte Fähigkeiten gefördert werden sollen. Laut Betreuungsschlüssel sind jeweils drei Erzieherinnen für acht Kinder zuständig. Die finanzielle Beteiligung der Eltern ist abhängig vom Familieneinkommen sowie den Betreuungszeiten. Sie beträgt zwischen 179 und 462 Euro im Monat. «Wenn die Betreuung gesichert ist, kehren Eltern deutlich früher an den Arbeitsplatz zurück», sagt Ursula Schwarzenbart. «Davon profitieren auch wir als Unternehmen, denn wir können es uns nicht leisten, Mitarbeiter und deren Know-how zu verlieren, weil sie eine Familie gründen.»

Informationen zum Förderprogramm: www.erfolgsfaktor-familie.de In der Regel arbeiten beide Elternteile Je jünger das Kind, desto seltener arbeiten die Mütter. So waren im vergangenen Jahr lediglich 30 Prozent der Frauen mit einem Kind im Krippenalter berufstätig. Erreichte das jüngste Kind das Kleinkindalter von drei bis fünf Jahren, stieg die Erwerbstätigkeit auf 58 Prozent. Bisher reduzieren Frauen in Deutschland nach der Geburt eines Kindes stärker und über einen längeren Zeitraum hinweg ihre Erwerbstätigkeit als beispielsweise Mütter in Schweden, Frankreich und Italien. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen im vergangenem Jahr in 51 Prozent aller Familien beide Partner einer Erwerbstätigkeit nach. Das traditionelle Modell, wonach nur der Vater erwerbstätig ist, kommt bei 35 Prozent der Ehepaare und Lebensgemeinschaften mit mindestens einem Kind unter 15 Jahren vor. Von Sabine Schrader, dpa

dpa-infocom


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