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Schkola baut europäische Modellschule auf

Zittau Grenzenlose Bildung: Im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien ist dieser Anspruch für vier Freie Schulen namens Schkola längst Normalität.

Ab der ersten Klasse können Kinder dort durchgängig eine der Nachbarsprachen lernen, was sonst nirgendwo in Deutschland möglich ist. Beim wöchentlichen Begegnungstag sitzen deutsche Schüler mit Altersgefährten aus den angrenzenden Ländern gemeinsam im Unterricht und können so Vokabeln in der Praxis erproben. «Das ist kein Projekt mehr, sondern Routine», sagt Mike Wohne, Geschäftsführer der gemeinnützigen Schkola GmbH.

Die Schkolas in Jonsdorf, Hartau , Ebersbach und Ostritz feiern am 23. September das 15-jährige Jubiläum der Reformschulbewegung im Dreiländereck. Noch unter anderem Namen war der Trägerverein im September 1993 gegründet worden. Aus Enttäuschung über das gerade neu verabschiedete Schulgesetz in Sachsen fanden sich damals ein paar Idealisten zusammen, die einen Mittelweg suchten. «Mit der Einteilung in Grund-, Mittelschulen und Gymnasien begann die soziale Ausgrenzung bei den Jüngsten», urteilt Wohne. 1995 öffnete in Jonsdorf die Freie Mittelschule mit 36 Schülern in drei Klassen. Inzwischen lernen an vier Standorten fast 400 Kinder und Jugendliche. Die Schule in Ebersbach ist seit 2007 auch als Gymnasium zugelassen.

Um Alltag und Kultur in den angrenzenden Ländern besser zu verstehen, wurde das Fach «Nachbarschaft und Sprache» eingeführt. Bis zur sechsten Klasse haben die deutschen Schüler wöchentlich einmal Unterricht mit Tschechen oder Polen. Abwechselnd treffen sie sich dies- und jenseits der Grenze. Vier Schulen in Tschechien und eine in Polen sind Partner im Verbund. Bei den Begegnungstagen stehen in der Regel Sachkunde, Musik, Sport oder Kunst auf dem Plan, sagt Schulleiterin Ute Wunderlich. Für die höheren Klassen gibt es Schüleraustausch und Sprachwochen.

Nun schlägt Schkola einen neuen Weg ein: Mit finanzieller Hilfe der EU soll eine europäische Modellschule im Dreiländereck entstehen. «Das Schulmodell setzen wir in unseren Häusern um», erklärt Wohne. Lehrpläne müssten dazu grenzübergreifend miteinander abgestimmt werden. Angelehnt an das Schulsystem in Tschechien und Polen sollen die Schüler bis zur 9. Klasse ohne Differenzierung nach Schulformen lernen.

Die große Chance privater Schulen liege in der Gestaltungsfreiheit, sagt Konrad Schneider, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen in Sachsen. An staatlichen Häusern seien diese Möglichkeiten deutlich begrenzt. 1350 öffentlichen Schulen in Sachsen stehen derzeit 148 Einrichtungen in freier Trägerschaft gegenüber. Nahezu 18 900 Kinder und Jugendliche lernen dort. Gemessen an der Schülerzahl insgesamt ist dies ein Anteil von rund sechs Prozent - Tendenz steigend.

«Schulen brauchen Gestaltungsräume , keine Vorgaben», meint Schneider. Mike Wohne sieht Schule gar als Experimentierfeld. Das öffentliche Bildungssystem betrachtet er als starr. «Die Methoden haben sich seit Jahrzehnten nicht geändert», kritisiert der Pädagoge, der früher selbst an staatlichen Häusern unterrichtete.

An den Schkolas ist schon vieles anders: Die Klassenzimmer heißen Lernräume, die Lehrer Lernbegleiter. Eine Stundenklingel gibt es nicht. Der klassische Stundenplan wird vom Wochenplan ersetzt, die Zeugnisse von Lernberichten. Außerdem sind die Gruppen vom Alter her gemischt. Erst ab der 7. Klasse bekommen die Schüler Zensuren. «Wir wollen Menschen nicht untereinander vergleichen, sondern erreichen, dass sie sich selbst kontrollieren können», sagt Wohne.

Weitere Informationen: www.schkola.de Von Anett Böttger, dpa

dpa-infocom


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