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Hightech-Ingenieure gesucht: Der Bergbau boomt

Freiberg/Berlin Rußgeschwärzte Gesichter, körperliche Schwerstarbeit untertage und eine ungewisse Zukunft - solche Vorstellungen haben viele von der Arbeit im Bergbau. Doch das trifft nicht zu.

Denn trotz des Rückgangs der Steinkohleförderung in Deutschland bietet die Branche Jobs mit Perspektive. Statt des Grubenarbeiters werden jedoch händeringend hochqualifizierte Fachkräfte gesucht - in Deutschland wie im Ausland.

«Die Berufsaussichten sind hervorragend», sagt Prof. Carsten Drebenstedt von der TU Bergakademie Freiberg in Sachsen. Weil sich die Bergbaubranche viele Jahre nicht um Nachwuchs gekümmert habe, sei die Nachfrage an Bergbauingenieuren heute besonders hoch. Dabei ist das Klischee vom Arbeiter im Grubenschacht längst überholt: «Die Ingenieure im Tagebau bedienen die größten Maschinen der Welt und steuern von klimatisierten Räumen aus», so Drebenstedt. Die Spezialanfertigungen kosten pro Stück meist mehrere Millionen Euro.

Längst beschäftigen sich die Experten im Bergbau mit vielen wissenschaftlichen Teilbereichen. «Ich war fasziniert von der fachlichen Breite», erklärt Veronika Fuchs. Sie ist Diplom-Ingenieurin für Bergbau und arbeitet beim RWE-Konzern in Essen an der Entwicklung von Förderanlagen. Vor allem aber ist sie eine der wenigen Frauen in der Branche. Auch der starke Praxisbezug des Studiums habe sie gereizt.

Anders als Maschinenbauer müssen Bergbauingenieure auch fundierte Geologiekenntnisse vorweisen. «Neben den naturwissenschaftlichen Grundlagen stehen außerdem Wirtschaft und Recht auf dem Studienplan», erklärt Prof. Helmut Wolff, der an der TU Berlin am Fachbereich Geoingenieurwissenschaften und Angewandte Geowissenschaften lehrt. Auch Umweltschutz spiele eine große Rolle. Hier stehe vor allem die Rekultivierung der Böden im Vordergrund. «Manche Absolventen gehen sogar zu Banken», sagt Wolff. Sie prüften dort Investitionen im Ausland, die im Bereich der Rohstoffe getätigt werden.

Dieses Beispiel verdeutlicht die internationale Bedeutung der Bergbaukunde. «Die hohe Nachfrage ist weltweit zu beobachten», so Wolff. Absolventen müssten daher auch bereit sein, ins Ausland zu gehen. Flexibilität sei schon während des Studiums gefragt. «Wir haben Studenten, die Praktika in Südafrika machen», sagt der Professor. Der Kohleschacht im Ruhrgebiet ist längst nicht mehr das Haupteinsatzgebiet der Bergbau-Experten.

Doch auch in Deutschland herrscht im Bergbau Fachkräftemangel. «Knapp 880 Leute fehlen hier», sagt Oliver Koppel vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Die Unternehmen rekrutierten qualifizierte Leute direkt aus dem Hörsaal.

Zentrale Standorte für den Bergbau sind die TU Bergakademie Freiberg, die RWTH Aaachen und die TU Clausthal. In Freiberg wird noch der klassische Diplom-Ingenieur für Bergbau angeboten, während andernorts bereits die Umstellung auf Bachelor und Master vollzogen wurde. Diese neuen Studiengänge tragen Begriffe wie «Energie» und «Rohstoffe» im Namen - und verdeutlichen damit die Wandlung der Bergbaubranche und die Zukunftsperspektiven des Faches.

Informationen: RWTH Aachen, Institut für Bergbaukunde 1, Telefon: 0241/80 95 66 7; TU Bergakademie Freiberg, Institut für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau, Telefon: 03731/39 32 49; TU Clausthal, Institut für Bergbau, Telefon: 05323/72 31 80

Institut für Bergbaukunde der RWTH Aacben: www.bbk1.rwth-aachen.de

Informationen der TU Bergakademie Freiberg: tu-freiberg.de

Institut für Bergbau der TU Clausthal: www.bergbau.tu-clausthal.de Von Philipp Laage, dpa

dpa-infocom


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