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Scharfe Bilder: Blu-ray wird massentauglich

Hamburg Blu-ray ist reif für den Massenmarkt.

Die blauen Scheiben haben sich als DVD-Nachfolger gegen den vor kurzem aufgegebenen HD-DVD-Standard durchgesetzt.

Wurden im vergangenen Jahr in Deutschland insgesamt nur rund 25 000 HD-Player verkauft, werden es 2008 laut dem Branchenverband gfu rund 200 000 Stück sein - in der großen Mehrzahl Blu-ray-Spieler. Angekurbelt wird der Absatz auch durch eine Reihe neuer Geräte.

Im September bringt etwa Samsung einen neuen Blu-ray-Player in den Handel. Der BD-P2500 unterstützt das BD-Profil 1.1, das später auf die Version 2.0 aufgerüstet werden kann. «Das Profil 1.1 unterstützt die Bild-in-Bild Darstellung», so Reinhard Otter von der Zeitschrift «video». «Da können Sie zum Beispiel den Regisseur Kommentare zu einzelnen Szenen sprechen lassen.» Allerdings muss die Funktion auch vom Kauf-Film unterstützt werden.

Das gilt auch für den Dienst BD-Live , der zum BD-Profil 2.0 gehört. «Da kann der Nutzer dann zusätzliche Informationen aus dem Internet herunterladen», so Otter. Wer etwa gerade einen Konzertfilm sieht, könnte sich die aktuellen Tourdaten der Band anzeigen lassen.

Was die Bildqualität der Player angeht, gibt es Unterschiede. Das betrifft das Abspielen von Blu-ray-Discs ebenso wie das von DVDs, das alle Player beherrschen. Doch gerade die Unterschiede bei HD-Inhalten sind nur bei sehr hochwertigen Fernsehern und Beamern klar zu sehen.

Ähnlich ist es mit der Audio-Wiedergabe. Die Blu-ray-Disc bringt auch detailreichere Klangformate: Dolby True HD oder DTS HD. Sie müssen jedoch vom Abspielgerät oder vom AV-Verstärker für die Boxen umgewandelt werden. Wer Wert auf HD-Sound legt, muss darauf achten, dass der Player das Signal umwandelt, oder dass er es als Rohdaten - als sogenannten Bitstream - an einen AV-Receiver weitergibt, der das Signal umsetzen kann. Solche Geräte sind ab rund 500 Euro zu haben.

Wer keinen Wert auf HD-Sound legt, braucht laut Stiftung Warentest für den Blu-ray-Spieler keine neue Tonanlage. «Die alte tut's auch», heißt es in der Zeitschrift «test». Die Experten hatten sieben Spieler getestet. Alle boten auch herkömmliche Digitaltonverbindungen, so dass sich «praktisch jede Tonanlage» an einen Blu-ray-Player anschließen lässt.

Mit dem DMP-BD50 hat Panasonic jüngst einen Blu-ray-Player auf den Markt gebracht, der Dolby True HD, Dolby Digital Plus und DTS HD umwandelt. Full-HD-Bilder gibt er mit 24 Vollbildern pro Sekunde wieder, was der Darstellung im Kino nahekommt. Einen SDHC-Kartenslot besitzt der DMP-BD50 ebenfalls - darüber kommen etwa Fotos auf den Fernseher. Das sei praktisch, aber kein Kaufargument, sagt Otter.

Für Dezember hat auch Grundig einen Blu-ray-Player angekündigt: Der GDP 8800 BD unterstützt ebenfalls das Profil 1.1 und hat eine HDMI-1.3-Schnittstelle sowie einen analogen 7.1-Audio-Ausgang - für Käufer, die noch einen AV-Receiver ohne HDMI-Schnittselle besitzen.

Zu Preisen ab etwa 400 Euro gibt es bereits Blu-ray-Spieler. Und die billigsten müssen nicht schlecht sein: «Ich habe noch keinen Blu-ray-Player gesehen, der Schrott ist», so Reinhard Otter von «video».

Doch wer einen Flachbildfernseher mit einer Diagonalen von weniger als 100 Zentimetern besitzt, überlegt sich besser gut, ob er einen der im Vergleich zu DVD-Spielern noch recht teuren Blu-ray-Spieler kauft. Denn das besonders scharfe Bild kommt erst im Zusammenspiel mit einem großen, Full-HD-fähigen LCD- oder Plasma-Fernseher richtig zum Tragen. Wer einen kleineren LCD-Fernseher hat, ist mit einem DVD-Spieler mit HDMI-Ausgang fast genauso gut und deutlich günstiger bedient. Probleme mit der HDMI-Schnittstelle am AV-Receiver Soll neben dem Bild auch der Ton von der Blu-ray-Disc über den HDMI-Ausgang des Players an den AV-Receiver weitergereicht werden, braucht auch der Verstärker eine entsprechende Schnittstelle. Doch nicht jeder Receiver mit HDMI übernimmt den Ton tatsächlich über diese Schnittstelle. Es könnte sich auch um einen sogenannten HDMI-Switch handeln: Der Verstärker verfügt zum Beispiel über zwei HDMI-Eingänge, aber nur über einen Ausgang. Dann kann er das HD-Ton-Format nicht verarbeiten. Der Blu-ray-Player muss dann alternativ über andere Audioausgänge verfügen. Von Sven Appel, dpa

dpa-infocom


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