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Memory und Krimis für die grauen Zellen

Erlangen/Magdeburg Aufmerksam und konzentriert arbeiten, vernetzt denken und Zusammenhänge erkennen - das Gehirn ist ständig in Betrieb und leistet Schwerstarbeit. Das kann es aber nur schaffen, wenn es auch fit ist.

«Wir haben bis zu 100 Millionen Einzelheiten in unserem Gedächtnis gespeichert», sagt Siegfried Lehrl von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Erlangen-Nürnberg. «Die Speicherkapazität unseres Gehirns ist nicht das Problem - vielmehr geht es um die Fähigkeit, diese im richtigen Moment abzurufen.»

Unterschiedliche Faktoren können dazu führen, dass diese Fähigkeit irgendwann nachlässt: Ständige Unterforderung oder chronischer Stress, die Angst vor der Vergesslichkeit, aber auch Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Unterzuckerung können eine Rolle spielen. «Häufige Symptome sind Wortfindungsstörungen oder Gedankenaussetzer. Man verlegt öfter etwas oder muss Informationen häufiger als früher wiederholen, um sie sich merken zu können», erklärt Prof. Henning Scheich, Leiter der Abteilung Akustik, Lernen, Sprache am Leibniz Institut für Neurobiologie in Magdeburg.

Kommen solche Erlebnisse öfter vor, habe das auch psychologische Konsequenzen, sagt Gunther Karsten, Gedächtnissportler aus Erfurt: «Das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die eigene Lernfähigkeit sinken, Gefühle wie Unsicherheit und Frustration machen sich breit und beeinträchtigen das Wohlbefinden.»

Dabei lässt sich im Alltag einiges tun, um die geistige Fitness zu stärken. Der wichtigste Treibstoff für das Gehirn heißt Sauerstoff. Damit er ins Gehirn gelangt, bedarf es einer guten Durchblutung. Viel Bewegung bringt die Durchblutung und damit auch die Aufnahme von Sauerstoff sowie die Leistung des Herz-Kreislaufsystems in Schwung. «Während wir uns bewegen, leistet unser Gedächtnis mehr, als wenn wir sitzen oder liegen», sagt Psychologe Lehrl. Bevor das Gehirn Höchstleistungen erzielen kann, braucht es eine Aufwärmphase - der Arbeitsspeicher muss hochgefahren werden. «Das geschieht beispielsweise durch kleine geistige Aufgaben wie das Heraussuchen bestimmter Wörter aus einem Text», sagt Lehrl. Der Alltag bietet viele Möglichkeiten für ein gezieltes Training.

Je komplexer die Aufgaben sind, umso besser: Das kann ein neues Hobby, aber auch das Lernen einer Sprache sein. Die Sprachkenntnisse sollten aber auch gleich angewandt werden, zum Beispiel bei einer Auslandsreise. «Dabei werden die unterschiedlichsten Hirnteile aktiviert», sagt Gehirnforscher Scheich. Auch das Autofahrenlernen oder das Lesen von Kriminalromanen seien ideale Mittel, das Gehirn zu trainieren.

Das Trendspiel Sudoku wird zwar gerne als Denksport bezeichnet, ist es aber nur in begrenztem Maße. «Anfangs stellt es eine gewisse Herausforderung dar. Doch dann wird es zur Routine. Man wird zwar schneller, aber das bedeutet noch lange nicht, dass man das Gehirn trainiert», sagt Scheich. Andere Spiele haben da mehr zu bieten: Memory fördert die Konzentration und das bildhafte Gedächtnis. Schach stärkt die Konzentration und das analytische sowie strategische Denken.

Auch Kreuzworträtsel oder Ratespiele wie Trivial Pursuit können so gestaltet werden, dass sie das Gehirn trainieren. «Führen Sie beispielsweise die Regel ein, dass fünfmal im Spiel im Lexikon nachgeschlagen werden darf», sagt Gunther Karsten, Gedächtnissportler aus Erfurt und Autor des Buches «Lernen wie ein Weltmeister».

Solche Herausforderungen für das Gehirn sind zwar mit Anstrengung verbunden. Da sie aber freiwillig gewählt und oft auch zu zweit oder in der Gruppe ausgeübt werden, machen sie Spaß. Das ist laut Psychologe Lehrl nicht nur ein Motivationsfaktor, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für den Trainingserfolg. Die richtige Ernährung fördert die graue Zellen Die Ernährung leistet einen wichtigen Beitrag, das Gehirn in einen guten Arbeitszustand zu bringen. Für eine gute Gedächtnisleistung sei zum Beispiel Glukose aus Nudeln, Kartoffeln oder Reis nötig, erklärt Siegfried Lehrl von der Universitätsklinik Erlangen. «Außerdem ist belegt, dass sich der regelmäßige Verzehr vor allem von grünem Gemüse wie Broccoli, Grünkohl, Salat, Spinat oder Bohnen günstig auswirkt.» Der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll sorge dafür, dass der wertvolle Sauerstoff länger im Gehirn bleibt. Fett und Zucker liefern dagegen nur einen kurzfristigen Energiekick. Die grauen Zellen brauchen außerdem viel Flüssigkeit. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom


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