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Suchtverhalten: Männer und Frauen ticken anders

Nürnberg Männer neigen in ihrem Suchtverhalten nach Angaben von Experten eher zu Alkohol, Frauen zu Tabletten.

Etwa zwei Drittel aller Alkoholiker seien Männer, 80 Prozent der Medikamenten-Verstöße würden dagegen Frauen zugeordnet.

Dies sagte Felix Tretter von der Bayerischen Akademie für Suchtfragen (BAS) auf einem Suchtforum in Nürnberg. In Mittelpunkt des Forums standen geschlechtsspezifische Suchtprobleme. «Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind eindeutig», sagte Tretter. Einen neuen Trend gebe es allerdings im Suchtverhalten von Jugendlichen. Genauso viele Mädchen wie Jungen betrieben inzwischen exzessives «Komasaufen».

Das unterschiedliche Suchtverhalten von Männern und Frauen habe gesellschaftliche Gründe, sagte Heidemarie Lux von der bayerischen Landesärztekammer. Die meist älteren Frauen, die zu Medikamenten greifen, verbrächten viel Zeit zu Hause und seien wenig gefordert. Es sei leicht, beispielsweise an Psychopharmaka heranzukommen. Mittlerweile seien sie auch schon im Internet erhältlich. Die Medikamente könnten unbemerkt im «stillen Kämmerlein» eingenommen werden. Tretter fügte hinzu: «In der Wahrnehmung der Gesellschaft ist die betrunkene Frau eine Schlampe. Medikamenten-Missbrauch ist hingegen diskret und fällt im äußeren Erscheinungsbild nicht auf.»

Im Gegensatz dazu sei das Feierabendbier bei Männern in den meisten Berufen etabliert. Auch in diesem Umfeld entwickle sich oft eine Sucht. Männer haben nach Angaben Tretters zudem oft eine generelle Abneigung gegen Medikamente, weil sie nicht zum «heroischen Umgang mit Schmerzen» passen.

Bei Jugendlichen bilde sich jetzt ein Trend heraus, den man so noch nie erlebt habe, sagte Lux. «Noch bis vor fünf Jahren haben am Wochenende eigentlich nur Jungs wegen einer Alkoholvergiftung auf der Intensivstation gelegen. Heute sind es genauso viele Jungs wie Mädchen.» Ein «Gleichstellungsverhalten» sei zu erkennen. Jungen und Mädchen pushen sich nach Angaben der Experten gegenseitig hoch.

Zwar sei der durchschnittliche Alkoholkonsum unter Jugendlichen gleichgeblieben; die Zahl der Jugendlichen, die sehr oft sehr viel trinken, nehme aber zu, sagte Tretter. In der Gesellschaft herrsche Unsicherheit, die Jugendlichen seien einer ständigen Stresssituation ausgesetzt. Viele wollten mit Hilfe des Alkohols einfach nur komplett abschalten, sagte Tretter. Neben den bekannten Fällen des «Komatrinkens» zeigten sich bei Jugendlichen aber auch vermehrt die Fälle von Verhaltenssucht, die sich zum Beispiel im exzessiven Computer-Spielen oder in Extremsport ausdrückt. «Während die einen durch Alkohol wegtreten, suchen die anderen im extremen Körperkult den Kick», beschrieb Heidemarie Lux die Situation.

dpa-infocom


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