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Hörgeräteexperten erwarten mehr Schwerhörige

Mainz Immer die volle Dröhnung: Weil junge Menschen oft zu laut Musik hören, wird die Zahl der Schwerhörigen nach Ansicht der Fachfrau Marianne Frickel weiter zunehmen.

Jugendliche und junge Erwachsene hörten Musik oft in einer Lautstärke, bei der schon nach 25 Minuten eine Belastung erreicht sei, die man seinem Gehör innerhalb einer ganzen Woche zumuten dürfe, sagt die Präsidentin der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker. Nach ihrer Darstellung kann das natürliche Hörvermögen auch heute noch nicht durch Hilfsmittel ersetzt werden, «aber wir nähern uns dem immer mehr an».

Schwerhörigkeit gilt als die häufigste Berufskrankheit in Deutschland. Wer trägt daran die Schuld: Unternehmen oder Mitarbeiter?

Frickel: Jeder Unternehmer ist dazu verpflichtet, ausreichende Lärmschutzmaßnahmen zu treffen. Wenn am Arbeitsplatz regelmäßig ein Lärmpegel von mehr als 85 Dezibel (LkW-Vorbeifahrt im Stadtverkehr) erreicht wird, muss der Arbeitgeber dem Mitarbeiter einen persönlichen Gehörschutz anbieten. Entscheidend ist dabei, dass der richtige Gehörschutz ausgewählt wird. Richtig ausgewählter Gehörschutz soll den Lärm zwar soweit abschwächen, dass das Ohr keinen Schaden nimmt, jedoch dürfen wichtige akustische Informationen, wie zum Beispiel Warnsignale und Sprache nicht unterdrückt werden - sie müssen noch hörbar sein. Die Schalldämmung des Gehörschutzes darf also nicht zu klein, aber auch nicht zu groß sein.

Gibt es außerhalb der Arbeitswelt vermehrt Fälle von Schwerhörigkeit? Etwa bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wegen zu lauter Musik?

Frickel: Tragbare Musikgeräte wie Walkman, iPods oder MP3-Player, mit denen Musik über Ohrstöpsel gehört wird, sind eine nicht zu unterschätzende Lärmquelle. Die Lautstärke solcher Geräte erreicht Mittelwerte von 100 Dezibel. Das entspricht dem Lärmpegel eines Presslufthammers. In Europa gibt es zwar bereits eine EU-Richtlinie, die die maximale Lautstärke tragbarer MP3-Player regelt. Die Musik wird trotzdem auch weiterhin von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen noch bei 100 Dezibel gehört.

Für die Zukunft ist deshalb vermehrt außerhalb der Arbeitswelt mit Fällen von Schwerhörigkeit zurechnen. Die Überbeanspruchung oder auch Schädigung des Gehörs führt dann dazu, dass bereits frühzeitig ein Ausgleich mit Hörsystemen erfolgen muss.

Zu wie viel Prozent kann ein Hörgerät die Schädigung eines Gehörs ausgleichen?

Frickel: Heute sind Hörgeräte sehr effiziente High-Tech-Entwicklungen. Sie verfügen über digitale Signalverarbeitungsmöglichkeiten. Diese Technik hat die Hörsysteme revolutioniert. Die Mikrochips steuern nicht nur die Signalverarbeitung, sondern können vom Hörgeräteakustiker auch so individuell programmiert werden, dass sie den Hörbedürfnissen jedes einzelnen gerecht werden.

So kann Hintergrundlärm wie Straßenlärm oder andere störende Geräusche unterdrückt und gesprochene Sprache akustisch herausgehoben werden. Unangenehme Rückkopplungen (Pfeifgeräusche) ­ wie sie bei den analogen Hörgeräten der früheren Generation möglich waren ­ können somit vermieden werden. Das natürliche Hörvermögen kann auch heute noch nicht ersetzt werden.

dpa-infocom


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