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Verbraucher

Gasversorger erhöhen im Oktober ihre Preise

Heidelberg/Berlin Pünktlich zum Beginn der Heizsaison ziehen viele Gasversorger in Deutschland kräftig ihre Preise an.

Nach Angaben der Verbraucherportale Verivox und Toptarif erhöhen mehr als 300 Anbieter zum 1. Oktober ihre Preise im Durchschnitt um rund 15 Prozent.

Dadurch zahle eine Familie mit einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden (kWh) durchschnittlich zwischen 213 und 223 Euro mehr im Jahr für Gas, berichten die beiden Verbraucherportale. In Baden-Württemberg erhöhen Angaben von Verivox zufolge mehr als 60 Anbieter ihre Gaspreise zum 1. Oktober oder 1. November.

Mit dem stärksten Preisanstieg im Südwesten müssen dem Verbraucherportal zufolge die Kunden der MVV Energie rechnen. Das Unternehmen erhöht seine Preise um ein Viertel, was sich bei einer Familie mit einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden (kWh) mit jährlich 350 Euro mehr auf der Gasrechnung niederschlägt. Relativ glimpflich kommen die Kunden der Stadtwerke Hockenheim in Baden-Württemberg davon: Sie müssen von Oktober an 1,3 Prozent oder 17 Euro mehr im Jahr berappen. Die Stadtwerke Rottenburg am Neckar wollen von 1. Oktober an ihre Gaspreise sogar um 3,4 Prozent senken - bei einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden (kWh) bedeutet das jährlich 52 Euro weniger für Gas.

Bundesweit hatten bereits im August und September etwa 260 Anbieter ihre Preise erhöht. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begründet die Preiserhöhungen mit der gestiegenen Nachfrage nach Energie auf den Weltmärkten. «Vor allem der Energiehunger in China und Indien erhöht den Druck auf die Preise weltweit», sagte ein BDEW-Sprecher in Berlin. Nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle seien die Einfuhrpreise für Erdgas im Juli 2008 um 46,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen, erklärte der Sprecher. «Die Zeit billiger Energie ist erst einmal vorbei.»

Die Bundesverbraucherzentrale in Berlin kritisiert vor allem den fehlenden Wettbewerb auf dem Gasmarkt. «Der Verbraucher ist den Gaspreisen quasi hilflos ausgeliefert», sagte der Energieexperte Holger Krawinkel. Weil der Markt so undurchsichtig sei, könnten die Verbraucher die Preise der verschiedenen Anbieter kaum vergleichen. Auch ein Wechsel des Versorgers sei oft nicht möglich, da es in vielen Regionen keine Konkurrenten gebe. Krawinkel empfiehlt den Verbrauchern daher, auf erneuerbare Energien oder Fernwärme umzusteigen.

Beim Strom kann der Großteil der Verbraucher dagegen vorerst mit einer Verschnaufpause rechnen. Nach Informationen von Toptarif wollen im Oktober 20 Anbieter ihre Preise um 7,5 Prozent oder 63 Euro pro Jahr erhöhen. Veriox erwartet aber, dass spätestens bis Mitte November weitere Versorger Preissteigerungen ankündigen.

Verbraucherportal Verivox: www.verivox.de

Verbraucherportal Toptarif: www.toptarif.de

Bundesverbraucherzentrale: www.vzbv.de

dpa-infocom


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