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Analyse: CSU-Spitze darf vorerst bleiben

München Nach dem Wahlfiasko kommt die Hängepartie: Am Tag nach dem historischen Absturz bei der bayerischen Landtagswahl vermeidet die CSU den radikalen Schnitt.

CSU-Chef Erwin Huber und Generalsekretärin Christine Haderthauer bleiben vorläufig in ihren Ämtern - trotz eines Absturzes um mehr als 17 Punkte und obwohl die Christsozialen erstmals seit fast 50 Jahren einen Koalitionspartner brauchen. Die Parteigremien sollen nun weiter über beider Schicksal beraten. Ende Oktober soll dann laut Huber ein Sonderparteitag möglicherweise auch personelle Weichen für das Bundestags-Wahljahr 2009 stellen. All dies deutet auf ein baldiges Ende der Zeit Hubers an der CSU-Spitze hin. Und Ministerpräsident Günther Beckstein ist ebenfalls in schwerster Bedrängnis.

Nichts ist mehr so wie früher bei der CSU an diesem Montagmorgen. Landtagsfraktionschef Georg Schmid wird am deutlichsten: Die Frage nach Hubers Zukunft werde seit Sonntagabend «intensivst» gestellt, und diese Frage müsse nun «schnell, sehr schnell» entschieden werden. «Wenn man Konsequenzen ziehen will, dann kann man die nicht ewig hinausschieben.» Gefragt nach der Zukunft des Duos Huber/Beckstein antwortet Schmid vielsagend: «Ich gehe davon aus, dass Günther Beckstein weiter unser Ministerpräsident ist.»

Einige Stunden später, nach dem Ende einer mehrstündigen Sitzung des CSU-Vorstands, geht Schmid wortlos vom Hof der Parteizentrale. Mit der zuvor erhobenen Forderung nach einer raschen Entscheidung hat er sich in den Gremien offenbar nicht durchgesetzt. Und das, obwohl sich kein einziger CSU-Vorständler findet, der für Huber in die Bresche springt. Es ist allenfalls der Hinweis zu hören, dass ja jeder gekämpft und die Partei nun gemeinsam verloren habe.

Konsens - zumindest nach außen - ist , dass das Wahlergebnis zunächst in Ruhe analysiert werden und die CSU inhaltlich möglicherweise neu aufgestellt werden soll. Erst die Inhalte, dann die Köpfe, das ist die Sprachregelung an diesem Tag. Und vor allem soll die Parteibasis in ausreichendem Maße eingebunden werden. Ex- Ministerpräsident und -Parteichef Edmund Stoiber gesteht: «Das ist für mich der bitterste Moment gewesen in meinem politischen Leben.»

Wann welche Entscheidungen - vor allem personeller Art - jetzt bei der CSU anstehen, lässt sich an diesem Montag nicht beantworten. Einen von Generalsekretärin Haderthauer angebotenen Rücktritt lehnte Huber nach eigener Aussage am Sonntag ab («Ich habe das abgelehnt, weil wir kein Bauernopfer wollen»). Dennoch halten viele Haderthauers Rücktritt für unvermeidlich.

Was das politische Schicksal Hubers angeht, deutet alles auf einen baldigen Führungswechsel hin. Man wolle die nächsten Wochen «mit Stil und Anstand» hinter sich bringen, sagt ein CSU-Vorstandsmitglied dazu. Andere berichten von einem «extremen Rumoren» an der Basis.

Der als wahrscheinlicher Huber-Nachfolger geltende CSU-Vize Horst Seehofer erhält bereits jetzt eine hervorgehobene Rolle: Er soll gemeinsam mit Huber, Beckstein und Schmid die Sondierungsgespräche für eine Koalition mit FDP oder Freien Wählern führen.

Auch Becksteins Zukunft steht auf dem Spiel. «Ich sehe nicht, dass wir in der gleichen Aufstellung in der Staatsregierung weitermachen können», sagt JU-Chef Stefan Müller. In der Oberbayern-CSU - dem mitgliederstärksten Bezirksverband - gibt es ebenfalls starke Bestrebungen, auch Beckstein auszutauschen. Spekuliert wird, ob der Oberbayer Seehofer gleich beide Ämter übernehmen könnte. Doch gegen Seehofer gibt es starken Widerstand in der Landtags-CSU. Im Vorstand gibt es aber auch eine starke Gruppe, die Beckstein stützen will. Der Ausgang ist offen. Von Christoph Trost und Carsten Hoefer, dpa

dpa-infocom

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