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Analyse: Trostlose Sieger - euphorische Verlierer

München Verkehrte weiß-blaue Welt: Am Tag eins nach der Landtagswahl in Bayern versinkt die - zumindest nach den Prozentzahlen immerhin doch siegreiche - CSU in tiefer Depression.

Der Sturz des schwerstens angeschlagenen Parteichefs Erwin Huber scheint nur eine Frage der Zeit. Auch Ministerpräsident Günther Beckstein ist in Bedrängnis. Die in einem Rekordtief versunkene SPD dagegen feiert sich selbst und will Koalitionsgespräche führen.

Bei der CSU folgt auf das Fiasko zunächst die Hängepartie: Unmittelbar nach ihrem Absturz vermeidet die Partei den radikalen Schnitt. Zumindest vorerst. Huber und CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer bleiben vorläufig in ihren Ämtern - trotz eines gigantischen CSU-Verlusts von mehr als 17 Punkten und obwohl die Christsozialen erstmals seit fast 50 Jahren einen Koalitionspartner brauchen.

Die Parteigremien sollen nun beraten, bevor ein Sonderparteitag am 25. Oktober «möglicherweise auch personelle Weichenstellungen» für das Bundestags-Wahljahr 2009 treffen soll, wie Huber sagt. Alles deutet auf ein baldiges Ende der kurzen Ära Huber an der CSU-Spitze hin. Als Nachfolger so gut wie gesetzt ist CSU-Vize Horst Seehofer. Er erhält bereits jetzt eine hervorgehobene Rolle: Seehofer soll gemeinsam mit Huber, Beckstein und Fraktionschef Georg Schmid die Sondierungsgespräche für eine Koalition mit FDP oder Freien Wählern führen.

Formal hat die CSU gewonnen - sie ist stärkste Fraktion und hat mehr als doppelt so viele Sitze wie die SPD. Aber nichts ist mehr wie früher. Der Verlust der absoluten Mehrheit nach mehr als vier Jahrzehnten ist ein zu großer Schock. Schmid wird am deutlichsten: Die Frage nach Hubers Zukunft werde seit Sonntagabend «intensivst» gestellt, und diese Frage müsse nun «schnell, sehr schnell» entschieden werden. Kein einziger CSU-Vorständler springt für Huber in die Bresche.

Die eigentlich spannende Frage ist, was mit Beckstein geschieht. «Ich sehe nicht, dass wir in der gleichen Aufstellung in der Staatsregierung weitermachen können», sagt JU-Chef Stefan Müller. In der Oberbayern-CSU - dem mitgliederstärksten Bezirksverband - gibt es starke Bestrebungen, Beckstein gegen Seehofer auszutauschen. Doch gegen Seehofer gibt es Widerstand in der Landtags-CSU. Eine starke Gruppe will Beckstein stützen. «Ich gehe davon aus, dass Günther Beckstein weiter unser Ministerpräsident ist», sagt Schmid.

Bei der SPD dagegen: Jubel. Die Sozialdemokraten haben 18,6 Prozent erzielt - das schlechteste Ergebnis seit 1945. Das scheint die Genossen aber nicht weiter zu stören. Spitzenkandidat Franz Maget habe einen «Top-Job gemacht», er wäre ein «wunderbarer Regierungschef» - und jetzt führt er Gespräche über eine neue Regierungskoalition in Bayern. Wer am Tag nach der Landtagswahl in Bayern dem Auftritt von Landeschef Ludwig Stiegler in München lauscht, hat das Gefühl, die SPD sei der eigentliche Sieger.

Trotz des Abstiegs steht ein Rückzugs Magets nicht zur Debatte. Im Gegenteil - das SPD-Präsidium stärkte ihm am Montag demonstrativ den Rücken. Der 54-Jährige Maget konnte zumindest einen persönlichen Erfolg verbuchen - als einziger von 91 SPD-Kandidat eroberte er ein Direktmandat in seinem Stimmkreis in München-Milbertshofen.

Der lachende Dritte ist die FDP. Das langjährige politische Aschenputtel in Bayern wird jetzt als möglicher Koalitionspartner von CSU, SPD und sogar den bayerischen Grünen umgarnt. Eines aber gilt für jede der Parteien im ungewohnten bayerischen Koalitionspoker: «Wir sind alle Anfänger», räumt Stiegler ein. Von Carsten Hoefer und Christoph Trost, dpa

dpa-infocom

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