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Wenn Hund kein Wachhund ist: Halter haftet bei Biss

Bayreuth/Köln (dpa/tmn) - Ein Hundehalter muss für Schäden durch das Tier haften, wenn es sich nachweislich nicht um ein Nutztier handelt.

Er kann also zum Beispiel nicht geltend machen, der Hund sei ein Wachhund, wenn das Tier im ganzen Ort als gutmütig bekannt ist.

Das geht aus einem Urteil des Landgerichts Bayreuth hervor, auf das der Anwalt-Suchservice in Köln hinweist (Az: 12 S 80/07). Die Richter gaben in dem Fall einer Klägerin Recht, die vor einem Geschäft von einem Wachhund gebissen worden war, der ansonsten als gutmütig bekannt war.

Die Besucherin des Ladenlokals hatte sich dem angeketteten Hund genähert, um ihn zu streicheln. Der Hund wurde nervös und biss zu. Die Verletzte verklagte den Halter auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Der Mann argumentierte den Angaben nach, er halte den Hund als Wachhund und damit als Nutztier - und für Schäden eines Nutztieres müsse er nur haften, wenn er die erforderliche Sorgfalt bei der Beaufsichtigung nicht beachtet hätte. Das sei nicht der Fall gewesen. Das Tier war tagsüber stets vor dem Laden angeleint, nachts hielt es der Besitzer im Wohnhaus.

Die Richter entschieden, dass der Hund schon wegen seiner Gutmütigkeit als Wachhund ausscheide. Darüber hinaus lasse die Haltung in der Wohnung auf einen Familienhund und nicht auf ein Nutztier schließen. Die Klägerin trage aber eine Mitschuld von einem Drittel, da sie sich trotz der Unberechenbarkeit von Tieren dem Hund genähert hatte.

dpa-infocom


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