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UEFA-Pokal: Manipulationsverdacht bei Bayern-Spiel

Madrid Die spanische Justiz hat wegen des Verdachts auf eine mögliche Bestechung beim Halbfinal-Aus des FC Bayern München im UEFA-Pokal-Halbfinale gegen den späteren Champion Zenit St. Petersburg Ermittlungen aufgenommen.

Eine Sprecherin des Nationalen Gerichtshofs bestätigte der Deutschen Presse Agentur in Madrid die Einleitung des Ermittlungsverfahrens. Der deutsche Fußball-Meister reagierte in einer schriftlichen Stellungnahme abwartend. «Dem FC Bayern München ist dieser Verdacht ebenso wenig bekannt wie der Münchner Staatsanwaltschaft. Wir werden versuchen, jegliche etwaige Information zu diesem Vorgang zu erhalten», übermittelte der Club.

Die Gerichtssprecherin bestätigte mit ihrer Aussage entsprechende Angaben der Madrider Zeitungen «El País» und «ABC». Während das Gericht zu laufenden Ermittlungen keine Einzelheiten bekanntgeben durfte, schrieben die Blätter, dass sich der Verdacht der spanischen Justiz auf abgehörte Telefongespräche von russischen Mafia-Bossen in Spanien stützt. Der in Spanien festgenommene Gennadi Petrow, der als der Chef einer der einflussreichsten Mafia-Clans in Russland gilt, soll nach Madrider Presseberichten in einem abgehörten Telefongespräch damit geprahlt haben, für das Weiterkommen der Zenit-Fußballer gesorgt zu haben. Im Mai war der FC Bayern gegen den russischen Spitzenclub durch ein 1:1 im Hin- und ein 0:4 im Rückspiel, der höchsten Münchner Niederlage im Europapokal seit 31 Jahren, ausgeschieden.

Er habe für den Erfolg des Außenseiters Zenit «50 Millionen» ausgegeben, sagte Petrow nach Angaben der Zeitungen. Die Währung habe er nicht genannt. Die spanische Justiz nahm diese Äußerungen ernst genug, um ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Der im Frühjahr auf Mallorca festgenommene Petrow steht im Verdacht, der Chef des mächtigen russischen Mafia-Clans «Tambowskaja» in St. Petersburg zu sein. Nach den Zeitungsberichten sollen Petrow und seine Gehilfen in drei abgehörten Telefonaten davon gesprochen haben, das Halbfinale manipuliert zu haben. Der ebenfalls inhaftierte Leonid Christoforow, der als die «rechte Hand» Petrows gilt, soll sogar getönt haben, das Resultat des Rückspiels (4:0 für Zenit) im Voraus gekannt zu haben.

Der spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzón, der die Ermittlungen gegen die russischen Mafia-Größen leitet, unterrichtete laut «El País» die deutsche Staatsanwaltschaft von seinen Untersuchungen. Bei der Münchner Staatsanwaltschaft war davon nichts bekannt.

Die Ermittler bewegen sich jedoch offenbar auf dünnem Eis. «Es ist nicht einmal klar, ob der 'Kauf' eines Fußballspiels im Ausland nach spanischem Recht einen Straftatbestand darstellt», betonte die Zeitung «ABC». Zenit war damals als Außenseiter in das Halbfinale gegen den hohen Favoriten FC Bayern gegangen und hatte dann im Endspiel auch die Glasgow Rangers 2:0 besiegt.

Bisher hatte es keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass beim Erfolg der Russen gegen den deutschen Rekordmeister irgendwelche Manipulationen im Spiel gewesen sein könnten. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) betrachtet den Ausgang von rund 25 Spielen des UEFA-Pokals als verdächtig und begann eigene Ermittlungen. Das Halbfinale zwischen dem FC Bayern und Zenit gehöre laut «El País» nicht zu den überprüften Begegnungen.

Der russische Fußball-Meister Zenit St. Petersburg hat den Verdacht einer Bestechung im UEFA-Cup-Halbfinale gegen Bayern München als Beleidigung bezeichnet und prüft rechtliche Schritte. «Wer die Spiele sah, weiß, dass es eine ehrliche und kompromisslose Auseinandersetzung war», sagte ein Vereinssprecher nach Angaben von Medien in Moskau. Der Vorwurf sei respektlos sowohl gegenüber Zenit, als auch gegen Bayern. «Zur Zeit prüfen Juristen die Artikel der spanischen Presse. Danach werden wir über eine Klage zum Schutz unseres guten Rufes entscheiden», sagte der Sprecher. Zenit gehört dem staatlichen Energieriesen Gazprom und ist eng mit dem in St. Petersburg geborenen Kremlchef Dmitri Medwedew verbunden.

dpa-infocom


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