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Musik

Udo Lindenberg begeistert in Rostock

Rostock Ein Knall, eine meterhohe Stichflamme, die Bühne in Rauch gehüllt, von der Hallendecke schwebt ein Astronaut und beginnt zu singen.

So beginnt Udo Lindenberg unter dem Jubel von mehr als 5000 Besuchern in der ausverkauften Rostocker Stadthalle seine Deutschland-Tournee, während der er bis zum 25. Oktober noch 14 Konzerte geben wird. Die Rocklegende zeigt, dass es keinen Grund gibt, an der Kondition und dem musikalischen Vermögen des inzwischen 62-Jährigen in seinem «goldenen Rocktober» zu zweifeln. «Der Greis ist heiß», lautet ein Motto dieses Abends.

In gut zweieinhalb Stunden zeigt Lindenberg zusammen mit dem Panik-Orchester, seiner «Boygroup mit über 400 Jahren Bühnenerfahrung», alle Facetten seiner bald 40-jährigen Musikkarriere. Der Schwerpunkt liegt auf seinem neuen Album «Stark wie Zwei», das erste nach acht Jahren, mit dem er auf Platz eins der Charts stürmte und Platin und Gold sammelte. Erst seit wenigen Monaten ist die Platte erhältlich und doch zeigt sich das Publikum, das sich aus ergrauten Herrschaften bis hin zu Teenies in Begleitung ihrer Eltern zusammensetzt, erstaunlich textsicher. Songs wie «Wenn du durchhängst», «Mein Ding» oder «Stark wie zwei» werden wie Hymnen mitgesungen.

Sein gut arrangiertes Programm ohne Pause wird von einer modernen und gleichzeitig dezenten Bühnenshow begleitet. Im Hintergrund werden Bilder aus Udos Karriere eingeblendet. Die Bühne ragt nach vorne ins Publikum hinein, so dass die Musiker ihren Fans ganz nahe kommen können. Die Rückwand dient auch dazu, die glänzend aufgelegten Akteure im Großformat zu zeigen. Voll wird es auf der Bühne, wenn zum Song «Der Greis ist heiß» sechs alte Männer auftreten und herzhaft mit dem Krückstock tanzen.

Wie angekündigt bringt Lindenberg zur Halbzeit des Konzerts mit der Band Jennifer Rostock einen speziellen Gast. Mutig, frisch und rockig spielen die Newcomer auf, haben aber auch Mühe, mit der Qualität des Panik-Orchesters und deren Frontmann mitzuhalten. In den kommenden Konzerten will Lindenberg stets Gäste einladen wie Helge Schneider, Jan Delay oder Silbermond.

Der Altstar hat in den Jahren nichts von seinem Charme verloren, er kokettiert mit seinem Publikum, wirft Kusshändchen und erzählt von dem Whiskey, mit dem er im Laufe der Karriere seine Stimme nur für seine Fans geschmiedet habe. Gleichzeitig schildert er in der ergreifenden Ballade «Unterm Säufermond» das Schicksal eines alkoholkranken Vertreters. Momente, in denen zu spüren ist, dass auch Lindenberg diverse Alkoholexzesse in seinem Leben hinter sich hat.

Lindenberg weiß, dass trotz des durchschlagenden Erfolgs seines neuen Albums seine alten Kultsongs zum Programm gehören müssen. Bereits zu Beginn bringt er das Publikum mit «Cello» hinter sich und streut immer wieder Hits wie «Bis ans Ende der Welt» oder «Honky Tonk Show» ein. Von besonderer Güte ist an diesem Abend sein Kultlied «Horizont», bei dem sich Lindenberg und Sängerin Vanessa Mason regelrecht anschmachten. Sein grandioses Comeback, auf das er sich wie ein kleiner Junge gefreut hat, schließt Lindenberg mit einem Medley. Neben «Andrea Doria» und «Candy Jane» sind die zwei Lieder dabei, die ihn im Osten Deutschlands schon zu DDR-Zeiten zum Helden gemacht haben: «Mädchen aus Ostberlin» und «Sonderzug nach Pankow».

dpa-infocom