Bahn: Trotz Verkehrseinschränkungen Lage «entspannt»
Berlin Trotz der Einschränkungen im Fernverkehr der Bahn wegen zusätzlicher Sicherheitskontrollen an den Achsen von ICE-Zügen ist die Lage am Samstag nach Konzernangaben «sehr entspannt». An diesem Tag seien erfahrungsgemäß nicht so viele Fahrgäste unterwegs, sagte ein Sprecher.
Am Freitag seien die Züge allerdings zu Spitzenzeiten am Nachmittag überfüllt gewesen. Er sei sich aber sicher, dass jeder Kunde an sein Ziel gebracht werde. Besonders betroffen von den Einschränkungen seien die Verbindungen Hamburg-Berlin-Leipzig-München sowie vom Ruhrgebiet nach München oder Basel. An diesem Sonntag sei erneut mit volleren Zügen zu rechnen.
Viele der Hochgeschwindigkeitszüge sind derzeit nur in halber Länge und damit mit der Hälfte des üblichen Sitzplatzangebots unterwegs. Grund für die Kontrollen ist ein millimetertiefer Riss, der in einer Achse gefunden wurde. Ab Köln werden die Züge der Baureihe ICE-3 eingesetzt, ab Hamburg der Typ ICE-T mit Neigetechnik. Nach Angaben des Bahnsprechers werden bis Ende nächster Woche die Achsen von 137 Zügen beider Typen nach und nach einer Sonderprüfung unterzogen.
Weil Freitag traditionell der «verkehrsstärkste Tag» sei, seien Züge zum Teil sehr voll gewesen, sagte der Sprecher. Verbindungen hätten aber nicht ausfallen müssen. Aus Bayern, Niedersachsen und dem Norden Deutschlands wurden am Samstag kaum Probleme gemeldet. Ein Bahn-Sprecher in Bayern sagte lediglich, es sei nicht auszuschließen, dass Fahrgäste vereinzelt keinen Sitzplatz gefunden hätten.
Die Deutsche Bahn bedauere die Einschränkungen für die Fahrgäste, hieß es. Bislang hätten Kunden Verständnis für die Situation gezeigt, weil für sie die Sicherheit an erster Stelle stehe. Die Mitarbeiter in den Werkstätten seien für die Kontrollen derzeit rund um die Uhr im Einsatz. Nach und nach gingen die bereits überprüften Wagen wieder in den Verkehr, sagte der Sprecher.
Der Fahrgastverband Pro Bahn hatte kritisiert, dass zu wenig Ersatz-ICE bereitstünden. Häufigere Kontrollen der ICE-Achsen sind nach Ansicht des Bahntechnik-Experten Thomas Siefer von der Universität Hannover die richtige Antwort auf den vorige Woche gefundenen Riss. Mehr Untersuchungen erhöhten die Sicherheit. Er wies darauf hin, dass die Ursache für den Achsbruch bei einem ICE-3 in Köln am 9. Juli noch nicht geklärt sei. Solange dies so sei, müsse es Kontrollen in kürzeren Abständen geben.
dpa-infocom



















