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Mainz 05

Drei Kandidaten für Amris Rolle

Mainz Nach zweiwöchiger Länderspielpause steht für den Tabellenführer der Zweiten Bundesliga das schwere Auswärtsspiel bei Alemannia Aachen (Montag, 20.15 Uhr) auf dem Terminplan. Beim FSV Mainz 05 dreht sich im Vorfeld dieser Partie vieles um die Folgen der Verletzungssituation.

Die aktuelle Verletzungsmisere am Bruchweg und der öffentliche Umgang mit dieser Situation werden beim FSV Mainz 05 intern offenbar kontroverser diskutiert als es nach außen hin den Anschein hat. Manager Christian Heidel hatte der MRZ erklärt, sein Trainer habe sich in der Kommentierung insbesondere der Thematik um Chadli Amri etwas unglücklich ausgedrückt. In der Pressekonferenz zum Auswärtsspiel am Montag auf dem Aachener Tivoli vermittelte Jörn Andersen jedoch nicht den Eindruck, der 05-Trainer habe sich unbeabsichtigt in seiner Wortwahl vergriffen.

"Ich sage es mal ein wenig ironisch" , erklärte der 45-Jährige am Freitag. "Hätte es keine Pause gegeben, wäre Chadli nicht operiert worden. Ohne diese Ligaunterbrechung hätte er weiter gespielt. Jetzt hat er sich zur Operation entschlossen. Das akzeptieren wir. Fertig." Andersen, das zeigt der Norweger mehr und mehr, ist dabei, sein Profil als Cheftrainer beim Zweitliga-Spitzenreiter mit klaren Worten und Taten zu markieren. Das kann nur gut sein.

Chadli Amri ist im übrigen gestern Mittag erfolgreich am fünften Mittelfußknochen operiert worden. Nun stellt sich die Frage, wer wird in der Partie bei Alemannia Aachen den zuletzt so starken Trumpf der 05er im linken Mittelfeld ersetzen? "Ich bin kein Trainer, der sich groß beschwert, wenn es Ausfälle gibt", sagt Andersen. "Ich konzentriere mich lieber auf die, die solche Spieler ersetzen können. Und das sind einige." Amri sei ein sehr wichtiger Mann für das derzeitige Spielsystem des Tabellenführers. "Doch das hat sich so ergeben, war vor der Saison nicht so geplant. Amri hat sich rein gespielt."

Er müsse nicht lange überlegen , wer die Rolle links übernehmen könne, er habe sich jedoch noch nicht für einen Profi entschieden. Drei Kandidaten kommen für den 05-Coach in Frage: Srdjan Baljak, Jahmir Hyka und Dragan Bogavac. Hyka (Sprunggelenksprellung) und Bogavac (Erkältung) fehlten jedoch gestren im Training. Baljak dürfte sowieso in seiner augenblicklichen Form die besten Karten haben.

Andere Varianten will Andersen nicht prüfen. Milorad Pekovic auf links ist kein Thema. Oder Markus Feulner wieder auf dessen alte Position auf dem Flügel zu stellen. Da kommt vom Norweger ein klares Nein. Die Frage stelle sich für ihn nicht. Feulner selbst wolle das auch gar nicht mehr. Das gelte ebenso für Miroslav Karhan. Was ist mit Elkin Soto, der bei Jürgen Klopp stets auf der linken Seite gebucht war?

"Elkin ist ein Mittelfeldspieler mit linkem Fuß, aber ich sehe ihn mehr im Zentrum, da ist er viel stärker", erklärt der 45-Jährige. "Wir haben Flügelleute, die besser in unser System passen." Der Kolumbianer hat zudem derzeit mit Problemen zu kämpfen. "Wir sehen den Durchhänger bei ihm natürlich", sagt Andersen, der Verständnis für den südamerikanischen Techniker aufbringt.

"Elkin ist in einer Phase, in der er sich neu finden muss", sagt der 05-Trainer. "Vor der Saison war er quasi gesetzt, dann kam die Sperre, ein Formtief. Dazu die Probleme mit der Nationalmannschaft, zu der Elkin nicht mehr eingeladen worden ist. Das geht bei ihm nicht reibungslos durch den Kopf." Der 05-Profi werde die Krise überstehen. "Er ist ein überragender Charakter, lässt sich nie hängen. Er wird seine Chance bekommen, und wir werden ihn noch brauchen."

Interessant wurde es als die Nachfrage nach Petr Ruman kam. Vielleicht könne ja der routinierte Linksfuß in die Konkurrenz für die Planstelle im linken Mittelfeld eintreten. Andersens Kommentar fiel unerwartet drastisch aus: Ruman spiele bei hm keine Rolle. "Im Moment haben wir 18 Spieler, die besser sind." Der Tscheche hat nach Bandscheibenvorfällen und diversen Folgeverletzungen nach wie vor nicht zu einem geregelten Trainingsbetrieb zurückgefunden, muss immer wieder Pausen einlegen, ist offenbar für den 05-Trainer keine verlässliche Größe, mit der Andersen planen kann.

Im Vorfeld des schweren Auswärtsspiels gibt es jedoch auch erfreuliche Nachrichten: Dimo Wache ist nach überstandener Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen fit für für das Montagspiel. Und auch Markus Feulner kann nach abgeklungener Angina eine vernünftige Vorbereitung auf die Partie absolvieren. Und dass durch die Verletzungen besonders im Abwehrbereich Probleme entstehen könnten, weil die Backups, beispielsweise für die Innenverteidiger oder für Peter Van der Heyden fehlen, fürchtet Jörn Andersen nicht.

"Wir haben die Umbesetzung verschiedener Positionen in dieser Saison mit großem Erfolg gehandhabt. Wir hoffen, dass es genauso weiter läuft, falls es nötig werden sollte." (Jörg Schneider)

RZO


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