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Benzinpreise fallen wieder unter 1,30 Euro

Hamburg - Die sinkenden Preise für Rohöl haben auch für deutlich billigeres Benzin an den Tankstellen gesorgt.

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Der Frank­fur­ter Akti­enmarkt war in der ver­gan­genen Woche von hef­tigen Schwan­kun­gen geprägt. Großer Eupho­rie am Montag folgten erneute Kurseinbrüche. Der posi­tive Effekt: Der Ölpreis ist ein­gebro­chen.

Der Energie Informationsdienst (EID) in Hamburg ermittelte bei den Großkonzernen für diese Woche Durchschnittspreise von 1,32 Euro je Liter Eurosuper und 1,26 Euro bei Diesel. «An manchen Stationen, besonders freien Tankstellen, gab der Benzinpreis auch unter 1,30 nach», berichtete Chefredakteur Rainer Wiek am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa.

So niedrig waren die Benzinpreise im Durchschnitt zuletzt Anfang 2007. Seit den Rekordständen Anfang Juli verbilligten sich Super und Diesel jeweils um fast 30 Cent. Der seit Juli von 1 Euro auf 70 Cent pro Liter gefallene Heizölpreis hat mittlerweile einen Ansturm auf die Brennstoffhändler ausgelöst, so dass deren Lieferzeiten mehrere Wochen betragen.

Nachdem die US-Vorräte an Rohöl und Benzin nach Daten vom Donnerstag größer sind als erwartet, gaben die Ölnotierungen zunächst deutlich nach und stiegen am Freitag nur leicht an. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete am Freitagnachmittag 70,90 US-Dollar je Barrel (159 Liter) und die Nordseesorte Brent 68,54 Dollar. Das lag nur knapp über dem Tiefstand der vergangenen 14 Monate. Seit Wochen lassen Sorgen um ein Abrutschen der Weltwirtschaft in eine Rezession die Ölpreise fallen. Seit Juli haben sie sich mehr als halbiert: von knapp 150 Dollar auf 70 Dollar.

«Die fundamentalen Daten rücken an den Börsen wieder in den Vordergrund», sagte EID-Experte Wiek. Wenn sich die weltweiten Konjunkturprognosen ohne Aussicht auf Wirtschaftswachstum bewahrheiteten, werde die Nachfrage nach Energie in den Industrie- und Schwellenländern deutlich zurückgehen und infolgedessen auch die Rohölpreise.

Seit September, als Super durchschnittlich noch 1,46 Euro kostete und Diesel 1,37 Euro (Daten des Mineralwirtschaftsverbandes MWV), sanken die Preise um 15 Cent beziehungsweise 12 Cent nach. «Wir haben eine deutliche Entspannung im Markt», sagte Aral-Sprecher Detlef Brandenburg.

Angesichts der Finanzkrise und der pessimistischeren Wirtschaftsdaten wollten die Branchenvertreter allerdings keine Prognose zur Entwicklung der derzeit schwankenden Rohölmärkte abgeben. Die Mineralölindustrie und -märkte warten gespannt auf ein Treffen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) am 24. Oktober und deren Entscheidungen.

Im Vergleich zum Dollar hat der Euro jüngst deutlich nachgegeben und seinen dämpfenden Effekt auf die Dollar-Rechnungen verloren. Er startete an diesem Freitag bei 1,3468 Dollar, am Monatsanfang war er noch sechs Cent «wertvoller» und Anfang Juli sogar noch 23 Cent teurer.

Die hohe Nachfrage nach Heizöl wurde durch den drastischen Preisrückgang und die laufende Heizperiode in Deutschland eingeläutet. Die Haushalte müssen Brennstoff kaufen, wollen sie nicht im Winter frieren. Viele Kunden hatten sich in der Phase steigender Ölpreise mit ihren Käufen zurückgehalten und auf sinkende Preise gehofft. In der Phase des teuren Heizöls waren die Abnehmer dazu übergegangen, nicht mehr komplette Tankfüllungen zu bestellen sondern kleinere Mengen und dann je nach Preislage öfter zu ordern. Abgerechnet werden die Liefermengen zum Preis am Tag der Bestellung.

dpa-infocom