Ingolstadt schockt Mainz - MSV entlässt Bommer
München Die «Wundertüte» 2. Fußball-Bundesliga ist auch nach zwölf Spieltagen für Überraschungen gut.
Kellerkind SV Wehen Wiesbaden verpasste dem 1. FC Kaiserslautern eine bittere Lektion, und Schlusslicht FSV Frankfurt riss den 1. FC Nürnberg aus allen Aufstiegsträumen.
Die Serie der Favoritenstürze ging weiter. Der FC Ingolstadt schockte Spitzenreiter FSV Mainz 05 mit 3:0, Rot-Weiß Oberhausen stoppte beim 1:0 die Erfolgsserie des TSV 1860 München, und Rot Weiss Ahlen sorgte mit dem 1:0 in Duisburg für den zweiten Trainerwechsel in dieser Saison nach dem Rauswurf von Thomas von Heesen Ende August in Nürnberg.
Der MSV reagierte auf die Talfahrt der Duisburger, die nach vier sieglosen Spielen auf dem zehnten Tabellenplatz festsitzen. «Es ist Schluss mit Bommer. Er hat zuletzt einen zunehmend zermürbten Eindruck gemacht», begründete MSV-Chef Walter Helmich die vorzeitige Entlassung des Coaches. Der bisherige Co-Trainer Heiko Scholz soll die «Zebras» ab sofort betreuen.
In Rostock bahnt sich eine weitere Trainer-Entlassung an. Frank Pagelsdorf ist kaum noch zu retten, nachdem Hansa beim 2:2 gegen den VfL Osnabrück eine Zwei-Tore-Führung verspielte und schon seit vier Spielen ohne Sieg ist. «Die Gremien werden sich bis Montag darüber verständigen», sagte Hansas-Vorstandschef Dirk Grabow in Premiere über einen möglichen Rauswurf von Pagelsdorf.
Die SpVgg Greuther Fürth verpasste mit dem 1:1 im Derby beim FC Augsburg den den Sprung auf Platz drei. Zum Abschluss des Spieltags können der SC Freiburg oder der FC St. Pauli, die sich an diesem Montag (20.15 Uhr) im direkten Duell gegenüber stehen, mit einem Sieg auf die Aufstiegsplätze zurückkehren.
Mit der ersten Saison-Heimniederlage vergab Mainz die große Chance, die Tabellenführung vor Lautern (2:4 am Freitag in Wehen) auszubauen. Aufsteiger Ingolstadt landete eine Woche nach dem 4:0 gegen Freiburg eine weiteren Coup und dank der Tore von Vratislav Lokvenc (10. Minute), Markus Karl (34.) und Daniel Jungwirth (80.) den ersten Auswärtssieg dieser Saison. Ernüchterung auch in Duisburg, wo der MSV den Ansprüchen weit hinterherläuft. Aufsteiger Ahlen fand dank Torschütze Lars Toborg wieder Anschluss an die Spitzenplätze.
In Rostock herrschte nach dem «Endspiel» von Pagelsdorf Riesen-Enttäuschung, aber die Fans feierten den Coach. «Das ist was ganz Ungewöhnliches», sagte Pagelsdorf nach dem Schlusspfiff. Robert Lechleiter (23./43.) hatte Hansa mit 2:0 in Führung geschossen, Thomas Reichenberger (74.) und Marvin Braun (86.) glichen für Osnabrück aus.
Nach 480 Minuten ohne Gegentor musste «Löwen»-Torwart Philipp Tschauner wieder hinter sich greifen, und bei dem Treffer des Oberhauseners Mike Terranova (33.) blieb es auch. Die Erfolgsserie des zuvor sechs Partien ungeschlagenen TSV 1860 war zu Ende, während RWO den ersten Auswärtspunkt holte. Beim Remis im bayerischen Duell in Augsburg brachte Stefan Reisinger (7.) die Franken in Führung, Mourad Hdiouad (60.) glich für die seit fünf Spielen ungeschlagenen Schwaben aus.
Beim 1. FC Nürnberg läuten nach der trostlosen Nullnummer gegen Frankfurt die Alarmglocken. «Wir stecken mitten im Abstiegskampf», hakte Kapitän Raphael Schäfer den sofortigen Wiederaufstieg ab. Trainer Michael Oenning will den «Club» mit einer radikalen Personalpolitik aus der Krise holen und die Stars gegen junge Spieler austauschen: «Ich werde kein Harakiri machen, aber rigoros vorgehen. Wenn es mit den Arrivierten nicht geht, werden wir es mit anderen probieren.»
dpa-infocom















