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Restaurant im Theater: Geht das?

Mainz Ein Staatstheater mit öffentlichem Restaurant: Kann das funktionieren? In Mainz gibt es jedenfalls immer wieder Ärger, weil man sich in die Quere kommt und weil die Bedürfnisse schwer vereinbar sind. Jetzt soll zwischen Künstlern und Koch vermittelt werden.

Ein Staatstheater ist dafür da, den Menschen die Bühnenkunst näher zu bringen. In einem Restaurant, da wird gegessen und manchmal auch gelacht und gesungen. Vor allem aber soll ein Restaurant Geld verdienen. Bei einem Staatstheater denkt man anders, denn die Kultur ist nun mal ein Zuschussbetrieb. Was aber passiert, wenn man beides unter einem Dach vereint, wie das im Mainzer Staatstheater mit seinem Dachrestaurant "Maus im Mollers" geschah? Ganz einfach: Es gibt Ärger, weil sich die Bedürfnisse häufig widersprechen. Nun sucht man nach Wegen zwischen Kunstgenuss und wirtschaftlichen Zwängen.

Das Problem Nummer eins heißt Lärm. Mal stört das Restaurant die Theatergäste, mal ist es umgekehrt, etwa wenn die Mainzer Schulklassen das traditionelle Weihnachtsmärchen stürmen. Erschwert wird die Lage, weil das Große Haus bei seiner 65 Millionen Euro teuren und 2001 vollendeten Sanierung als offenes Gebäude konzipiert worden ist. Der Entschluss, ein Restaurant aufs Dach zu setzen, fiel recht spät. Der Ärger war programmiert. Seit Herbst 2005 leitet der frühere Chefkoch des Mainzer Hilton, Dirk Maus, das "Mollers", und er brachte im wahren Wortsinn mehr Leben in das Restaurant. Dazu gehören auch größere Gesellschaften. Zum Eklat geriet im Januar 2007 eine Opernpremiere, als während einer leisen Passage im Theatersaal der Gesang der Mainzer Hofsänger zu vernehmen war, die im "Mollers" den geselligen Teil des DFB-Schiedsrichtertags bestritten. Restaurant und Theater reagierten auf die Zuschauer-Proteste und sprechen sich seitdem besser ab.

Problem Nummer zwei ist schwieriger zu lösen - die fehlende Wirtschaftlichkeit des "Maus im Mollers". Für die Wohnbau Mainz, die das Restaurant betreibt und weiter betreiben will, ist der Fall klar: Die Verluste müssen runter. "Zurzeit haben wir alles an der Backe - bis zur warmen Milch für die Künstler um 23 Uhr", bringt es Geschäftsführer Thomas Will auf den Punkt. Die Belastungen durch den 3,5 bis 4 Millionen Euro teuren Aufbau auf dem Dach des Theaters fließen nämlich ebenso in die Bilanz wie die Verluste aus dem Betrieb der Theaterkantine, die jährlich rund 180 000 Euro Miese macht. Hinzu kommt ein weiteres dickes Minus aus den Pausenempfängen.

Doch die Leistungen der Theaterkantine lassen sich eben nicht beliebig reduzieren, macht der kaufmännische Geschäftsführer des Theaters, Volker Bierwirth, klar. Die Kantine sei nicht nur "künstlerische Brutstätte", sondern auch dafür da, das Personal auf der Bühne zu versorgen. Bis eine Stunde nach Ende der Vorstellungen bleibt die Kantine offen - ein Personalaufwand, der einem Restaurant mit wirtschaftlichen Zwängen kaum zuzumuten ist. Ob das so bleibt, ist allerdings ungewiss. Zu den Ergebnissen eines gestrigen Gesprächs gehört offenbar auch die Frage, ob man Theaterkantine und Pausenempfang eigenständig betreiben kann. Doch dabei soll es möglichst nicht bleiben. Experten der städtischen Gebäudewirtschaft Mainz (GWM) prüfen zusätzlich, ob man Theaterbetrieb und Restaurant doch noch baulich trennen kann.

Das ist vermutlich wie immer eine Kostenfrage. So wie der Glasaufzug, der eigentlich längst die Gäste ins "Mollers" befördern sollte. Er wurde gekippt, denn er war einfach zu teuer. (Manfred Ruch)

RZO



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