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Hansa Rostock trennt sich von Pagelsdorf

Rostock Fußball-Zweitligist FC Hansa Rostock hat nach der Beurlaubung von Trainer Frank Pagelsdorf den ehemaligen Chefcoach Juri Schlünz als Übergangslösung präsentiert.

Der 47 Jahre alte Schlünz, vom 9. Oktober 2003 bis 14. November 2004 schon einmal Hauptverantwortlicher auf der Bank, wird nun das Training leiten. «Dies ist definitiv eine Übergangslösung», sagte Rostocks Vorstandsvorsitzender Dirk Grabow nach dem Absturz auf Platz zwölf, «aufgrund der sportlichen Entwicklung der vergangenen Wochen sind wir zum Schluss gekommen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, etwas zu verändern. Wir sind absolut nicht zufrieden.» Als Nachfolger auf dem Chefsessel wird Thomas Doll gehandelt.

Schlünz, als Vorstandsmitglied in Rostock zuletzt für den Amateur- und Jugendbereich verantwortlich, musste überredet werden, das Amt noch einmal zu übernehmen. «Ich war nicht so erfreut, dass die Wahl auf mich fiel. Ich hatte ganz andere Intensionen», erklärte Schlünz, «aber die Situation ist so ernst, und wenn man seit 40 Jahren bei Hansa ist, stimmt man dieser Lösung zu. Ich habe mich nicht als Erster gemeldet, als gefragt wurde, wer macht es.» Das Hansa- Urgestein ist bei den Fans sehr beliebt. Als ehemaliger Hansa-Profi hat er zwischen 1979 und 1994 immerhin 356 Spiele für den Verein bestritten. Ihm zur Seite steht der Rostocker Chefscout Thorsten Haas, der den ebenfalls beurlaubten Co-Trainer Timo Lange ersetzt. Torwarttrainer Perry Bräutigam bleibt dagegen im Trainerstab.

Pagelsdorfs Entlassung hatte sich bereits nach dem 2:2 gegen den VfL Osnabrück, dem vierten Spiel in Folge ohne Sieg, angekündigt. «Ich hatte hier eine ganz tolle Zeit. Für mich war und wird dieser Verein immer etwas besonderes sein», sagte der Fußball-Lehrer, der im August 2005 die Rostocker übernahm und dessen Vertrag am Saisonende ausgelaufen wäre. Zuvor hatte er Hansa 1995 und 2007 zum Aufstieg in die Bundesliga geführt.

Das Aus von Pagelsdorf kam weniger als 24 Stunden nach dem von Duisburgs Coach Rudi Bommer. Damit ist die dritte Trainerentlassung der laufenden Zweitliga-Saison perfekt, und alle Bundesliga-Absteiger haben mit Personalwechseln auf der Cheftrainer-Position auf unbefriedigende sportliche Entwicklungen reagiert. Zuvor hatte bereits Nürnbergs Trainer Thomas von Heesen vorzeitig seinen Hut nehmen müssen.

Zu möglichen Nachfolgern wollte sich Grabow nicht äußeren: «Zu Namen sagen wir nichts. Wir werden jetzt konkrete Gespräche führen. Einen Zeitrahmen, wann wir den neuen Cheftrainer präsentieren wollen, haben wir uns nicht gesetzt.» Doll, im Mai als Trainer in Dortmund ausgeschieden, wird in den Rostocker Medien als Nummer eins gehandelt. «Er ist ein sehr guter Mann mit einem bekannten Namen», meinte Grabow zum ehemaligen Hansa-Spieler.

dpa-infocom


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