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Stralsunder HV droht die Insolvenz

Stralsund Die Finanzkrise in der Handball-Bundesliga spitzt sich zu.

Nur eine Woche nach der Insolvenz von TuSEM Essen hat sich der Stralsunder HV als Sanierungsfall geoutet und ist mit Kritik am Lizenzierungsverfahren auf heftigen Widerstand im Ligaverband HBL gestoßen.

«Ich habe den Stralsundern erstmal den Marsch geblasen. Wenn man sagt, dass das Lizenzierungsverfahren nichts taugt, heißt das im Umkehrschluss, dass bei den eingereichten Unterlagen schon was nicht gestimmt hat», sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann der Deutschen Presse Agentur dpa.

Am Morgen hatte Stralsunds Manager Jörg Dombdera bekanntgegeben, dass der Verein die Stadt Stralsund um eine Bürgschaft gebeten hat. Mit dieser wolle der Tabellenletzte einen Kredit aufnehmen, um das Überleben des Vereins zu sichern. «Wenn das nicht funktioniert, müssen wir Insolvenz beantragen», sagte Dombdera, der seit Sommer in Stralsund arbeitet. In diesem Zusammenhang stellte der 42-Jährige, dessen Verein die Spielgenehmigung nur unter Auflagen erhalten hatte, das Prüfverfahren infrage. «Das Lizenzierungsverfahren ist nichts wert», kritisierte er.

Dem widersprach Bohmann energisch und warf den Stralsundern Misswirtschaft vor. «Die Ursachen liegen im Verein selbst. Das Lizenzierungsverfahren beruht auf den eingereichten Zahlen», sagte der HBL-Geschäftsführer. Gleichwohl kündigte er an, dass der Lizenzierungsausschuss über mögliche Verbesserungen des Verfahrens beraten wird. «Das ist ein erster Schritt aus der Krise. Ich will so etwas wie Essen nicht noch einmal erleben. Der Schaden ist erheblich», erklärte er.

Sowohl bei Essen und Stralsund als auch bei der in höchster Not durch Partnerschaft mit der Stadt Lingen geretteten HSG Nordhorn hat Bohmann «hohe Spielergehälter» als Grund für die finanziellen Nöte ausgemacht. «Nach der WM hat eine Preisspirale eingesetzt, die von denen in Gang gebracht wurde, die auch höhere Einnahmen haben», sagte der HBL-Geschäftsführer.

Der Stralsunder Etat von 1,2 Millionen Euro ist nicht gedeckt, bestätige Dombdera. Zudem drücken Altschulden im «sechsstelligen Bereich», sagte der Manager. Allein in der vergangenen Saison musste der Club eine Haushaltslücke in Höhe von 300 000 Euro verkraften. Um mehr Geld einzunehmen, ging Dombdera neue Wege. So verkauften die Stralsunder ihr Heimrecht für das Pokalspiel gegen den THW Kiel und zogen für das Liga-Heimspiel gegen den deutschen Meister extra nach Neubrandenburg um, um mehr Zuschauereinnahmen zu generieren. «Stralsund war bisher wirtschaftlich immer gesund aufgestellt», sagte Bohmann, «die jetzigen Probleme sind beim Geschäftsführer-Wechsel aufgetaucht.»

«Wir haben der Stralsunder Bürgerschaft ein Sanierungskonzept vorgelegt, das ab der kommenden Saison greifen und den Verein in den nächsten drei Jahren konsolidieren soll», kündigte Dombdera an und gab das Ziel vor: «Wir wollen die Insolvenz vermeiden.»

dpa-infocom


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