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Musik

Fans feiern Fettes Brot

Würzburg (dpa) ­ Mit witziger Wortakrobatik und wummernden Bässen hat die Hip-Hop-Band Fettes Brot in Würzburg am Samstagabend ihre zweite «Strom und Drang»-Tour eröffnet.

Rund 2000 begeisterte Fans bejubelten Songs des neuen Albums wie «Lieber verbrennen als erfrieren» und sangen und tanzten zu Dauerbrennern wie «Jein». Dabei wurden die «Brote», wie sie von ihren Anhängern liebevoll genannt werden, einmal mehr ihrem Ruf als Meister des Wortgefechts gerecht. Zwei Stunden rappte das Hamburger Trio um Boris Lauterbach alias «König Boris», Martin Vandreier als «Doc Renz» und Björn Warns als «Schiffmeister» über Gesellschaftsfrust und wahre Liebe, sie nahmen sich und die Welt auf die Schippe.

So kreativ und flexibel wie sich die Hamburger öfter mal mit neuen Künstlernamen schmücken, so jonglierten sie auf der Bühne mit komisch-ironischen Texten und treibenden Beats. Musikalisch wurden sie dabei von ihrer Tourband unterstützt, Blechbläsereinlagen inklusive. Mit dieser Mischung begeisterten die Nordlichter auch die Fans abseits ihrer Heimat, wo sie regelmäßig große Konzerthallen füllen.

Besonders mit ihrem neuesten Chart-Titel «Bettina, zieh dir bitte etwas an» brachten Fettes Brot auch die Fans in Würzburg in Fahrt. Steht er doch für das, was die «Brote» seit ihrer Bandgründung vor 16 Jahren antreibt: Sie rappen, um zu polarisieren. Mit provokanten Zeilen wie «Bettina, pack deine Brüste ein» wollte die Band nach eigenen Angaben eine «Anti-Ode» schaffen, in der sie die zunehmende Betonung von Körperlichkeit und Äußerlichkeiten anprangert. Wenn Fettes Brot die Halle mit neuen partytauglichen Titeln wie «Erdbeben» und «Der beste Rapper Deutschlands» zum Toben brachten ­ selbst dann schwang zwischen den Zeilen oft Gesellschaftskritik mit.

Dauerbrenner wie «Jein» mit seinen ausgefeilten Wortspielen, die Spaß-Polka um die unerreichbare «Emanuela» und der Emanzipations-Kracher «Schwule Mädchen» trieben Band und Publikum zu zwei ausgedehnten Zugaben. Ruhigere Töne schlugen die Hamburger mit nachdenklichen Texten und melancholischen Klängen in Liedern wie «Hörst du mich» oder «Ich lass dich nicht los» an.

Erst vor gut einer Woche wurden «König Boris», «Schiffmeister» und «Doc Renz» bei den MTV Europe Music Awards mit dem Titel «Bester Act Deutschlands» geehrt. Nach ihrer Auszeichnung mit dem Echo 2006 war es ruhiger geworden um die drei Mittdreißiger. Mit ihrem im März erschienenen neuen Album «Strom und Drang» scheinen die Rapper jetzt wieder den Nerv ihrer Anhänger getroffen zu haben. Würzburg markierte die erste Station einer Zusatz-Tour, die die «Brote» durch Hallen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz führt.

Die nächsten Konzerte sind am 16.11. in Erlangen, am 17.11. in Mannheim, am 18.11. in Siegen, am 19.11. in Göttingen, am 21.11. in Offenbach und am 26.11.08 in Augsburg. Nach Stationen in Österreich und der Schweiz tourt Fettes Brot bis Dezember weiter durch Deutschland.

dpa-infocom