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Eisenach: Auf den Spuren Bachs und Luthers

Eisenach In Eisenach gibt es Kultur zum Anfassen: David wird vom Museumspädagogen kurzerhand nach vorne beordert - während Uwe Fischer sich hinter die Orgel setzt, nimmt der Schüler schüchtern an der Seite des Instrumentes Platz.

Abwechselnd soll er nun zwei Riemen ziehen, um die Orgel mit der nötigen Luft zu versorgen, während Fischer spielt. Die Töne klingen etwas schief, und Davids Klassenkameraden kichern. Doch am Ende lernen alle etwas dazu, auch die erwachsenen Besucher des Bachhauses.

Die Musikvorführungen sind nur ein kleiner Teil dessen, was das Bachhaus ausmacht. Ob Johann Sebastian Bach am 21. März 1685 in diesem Gebäude geboren worden ist, weiß man nicht genau. Fest steht: Ein Besuch in dem 600 Jahre alten Fachwerkhaus sowie in dem 2007 eröffneten modernen Anbau ist ein Muss: Klangsessel laden ein, um Bachs Musik über Kopfhörer in verschiedenen Interpretationen zu hören. Texte und Schautafeln erläutern Leben und Werk des Komponisten. Kern des Neubaus ist das «Begehbare Musikstück» - in diesem abgedunkelten Vorführraum erlebt der Besucher auf einer 180-Grad-Leinwand die Aufführung von drei Bach-Werken.

In Thüringen Musiker zu sein, bedeutete über Jahrhunderte, zur Bachfamilie zu gehören - das zeigt sich in der Georgenkirche am Marktplatz: Über vier Generationen haben «Bacher» hier als Organisten gearbeitet, wovon eine Steintafel in der Kirche berichtet. Und so kam es, dass Johann Sebastian schon als Baby - anlässlich seiner Taufe am 23. März 1685 - von Bach-Musik beschallt worden ist. Sein Onkel spielte die Orgel.

Lange zuvor hatte ein anderer großer Deutscher in der Georgenkirche seinen Auftritt: Martin Luther war von seinen Eltern aus Eisleben nach Eisenach geschickt worden, um hier eine höhere Schulbildung zu bekommen. Er verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Kurrendesänger - dazu gehörten auch Auftritte in der Georgenkirche. Mehr über Luther erfahren die Besucher des Lutherhauses.

Luther zog es 1501 weiter zum Studium nach Erfurt, später nach Wittenberg. Nach Eisenach kam er 20 Jahre später zurück - eher unfreiwillig. Kurfürst Friedrich der Weise ließ den mit der Reichsacht belegten Theologen 1521 entführen und auf die Wartburg bei Eisenach bringen, um ihn zu schützen. Dort versteckte sich Luther zehn Monate lang. In etwas mehr als zwei Monaten übersetzte er das Neue Testament.

Die um 1067 herum begründete Wartburg gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die heilige Elisabeth von Thüringen lebte hier als Gattin des Landgrafen Ludwig IV. Unter Ludwigs Vorfahren war die Burg Schauplatz des Sängerkrieges, bei dem unter anderem Walter von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach ihre Sangeskunst zum Besten gaben. Zu den eindrucksvollsten Räumen der Wartburg gehört die Elisabethkemenate: Zwischen 1902 und 1906 arbeiteten hier sechs Männer, um ein Mosaik aus vier Millionen Glaskeramiksteinchen anzubringen, das das Leben der heiligen Elisabeth schildert.

Der eindrucksvolle Festsaal im dritten Geschoss des Palas wurde später auf Schloss Neuschwanstein kopiert. Für Konzerte und Feste dient der prächtige Saal heute noch. Und Abiturienten nehmen dort ihre Abschlusszeugnisse entgegen. Vielleicht sind ja auch David und seine Mitschüler eines Tages dabei - und kichern dann wieder.

Informationen: Bachhaus Eisenach , Frauenplan 21, 99817 Eisenach; Touristen-Information Eisenach-Wartburgland, Markt 9, 99817 Eisenach, Telefon: 03691/792 30; Wartburg-Stiftung, Auf der Wartburg, 99817 Eisenach, Telefon: 03691/25 00.

Bachhaus Eisenach: www.bachhaus.de

Informationen über Eisenach: www. eisenach.info

Wartburg-Stiftung: www.wartburg-eisenach.de Von Sven Appel, dpa

dpa-infocom