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Groningen: Die jüngste Stadt der Niederlande

Groningen Groningen macht es Besuchern leicht, die Stadt zu mögen: Es gibt viel zu sehen und zu unternehmen. In der Altstadt kann man ebenso angenehm bummeln wie einkaufen.

Und nicht zuletzt im Blick auf Architektur hat Groningen so viel zu bieten, dass selbst aus Amsterdam Besucher kommen, um zu sehen, was es Neues gibt. Rund 183 000 Menschen leben hier, darunter allein 23 000 Studenten. Die Hälfte der Bewohner ist jünger als 35 Jahre - Landesrekord. Groningen macht in vieler Hinsicht einen jungen Eindruck. Viel trägt dazu bei, dass hier so gut wie jeder Fahrrad fährt - und zwar meist in flottem Tempo.

Im Mittelalter gehörte Groningen zur Hanse. Ein bisschen sieht man davon noch an der Aa. Der Fluss war früher die Verbindung zum offenen Meer. Am Ufer stehen noch etliche der alten Backsteinspeicher, die für viele Hansestädte typisch sind. Lange war hier das Viertel der Schiffer und Bootsbauer. Das Schifffahrtsmuseum in der Brugstraat erinnert an diese Zeit. «Unser Wahrzeichen ist aber der Olle Grieze», sagt Koos Lammers, der «alte, graue» Turm der Martinskirche am Grote Markt. «Er neigt sich etwas nach rechts», erzählt der Stadtführer. Er hat auch schon viel mitgemacht. «Fertig wurde er 1482», sagt Koos. Später brannte er ab, wurde wieder aufgebaut - auf immerhin 97 Meter.

Der Grote Markt ist immer noch das Zentrum der Stadt: Nicht nur zum Einkaufen kommen die Groninger regelmäßig, auch Restaurants, Cafés und Kneipen gibt es mehr als genug. Allein 21 Theken gibt es bei den «Drie Gezusters». An der Ostseite des Marktes sollen die Gebäude mit ihrer typischen Nachkriegs-Architektur in naher Zukunft abgebrochen werden - um Platz zu machen für neue. Architektonisch hat Groningen in vieler Hinsicht Ambitionen: In der Innenstadt fallen schon beim ersten Bummeln etliche ungewöhnliche Gebäude auf.

Das große Rathaus gehört dazu , ebenso das Goldkontor aus dem 17. Jahrhundert, nicht weit davon entfernt. Seit Mitte der 90er Jahre ist das Haus mit dem ansehnlichen Prachtgiebel durch ein Glas-Stahldach mit einem modernen Nebengebäude verbunden. Als Besucher stutzt man kurz, ob das nur mutig oder auch gelungen ist - und ist dann doch überzeugt: So geht es eben auch. Der Entwurf von Adolfo Natalini knüpft an alte Traditionen an: «Italienische Architekten haben auch in früheren Jahrhunderten schon bei uns gearbeitet», sagt Koos. An historischen Gebäuden mit sehenswerter Architektur gibt es ohnehin keinen Mangel: Die neoklassizistische Kornbörse am Vismarkt ist dafür nur ein Beweis.

Es gibt Groninger Lokalpatrioten, die fest davon überzeugt sind, dass auch das architektonisch ungewöhnlichste Museum des Landes in ihrer Stadt steht. Sehenswerte Ausstellungen gibt es im «Groninger Museum» regelmäßig. Aber es gibt auch Gäste, die kommen nur, um sich das Gebäude selbst anzusehen. Einen Museumsteil hat der österreichische Architekt Coop Himmelblau entworfen.

Der Boden wirkt, als sei er nicht eben , auch die Wände neigen sich. Unter der Decke liegen die Rohre frei. Für den Großteil des Gebäudes zeichnet aber - Italien lässt grüßen - Alessandro Mendini verantwortlich, ein Architekt, der es bunt und fröhlich liebt. Sogar die Wände hat er farbenfroh gestaltet - nicht immer zur Begeisterung der Ausstellungsmacher.

Informationen: Niederländisches Büro für Tourismus, Postfach 27 05 80, 50511 Köln, Telefon: 0221/925 71 70, E-Mail: info@niederlande.de

Informationen über Groningen (auf deutsch): toerisme.groningen.nl/deutsch

Niederländisches Büro für Tourismus: www.niederlande.de

Das Wall House in Groningen: www. wallhouse.nl

«Spacige» Architektur: «Wall House» in Groningen Von Andreas Heimann, dpa

dpa-infocom