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«Spacige» Architektur: «Wall House» in Groningen

Groningen Das Gebäude mit der hohen Betonwand zwischen den beiden Trakten wirkt schon ein bisschen merkwürdig.

Allein dass die einzelnen Stockwerke so poppig bunt sind, macht das «Wall House» in Groningen in den Niederlanden zum Hingucker.

Aber auch mit seinen geschwungenen Außenwänden passt es nicht so ganz in die Optik der benachbarten Reihenhäuser. Das Hoornse Meer, ein hübscher Binnensee südlich der Innenstadt, liegt gleich um die Ecke. Hier in der Gegend wohnen ganz gewöhnliche Groninger in ganz gewöhnlichen Häusern - und mitten drin steht das schrägste Bauwerk der Stadt. Es wirkt, als hätte Miró auf Drogen ein Abflugterminal für Außerirdische entworfen.

«Spacig» trifft die Formensprache tatsächlich. Architekturfans kommen nur ihretwegen hierher. Sie reisen aus allen Teilen Europas an, aber auch aus Japan oder den USA. So mancher Spaziergänger in der Lutulistraat fragt sich allerdings, was wohl hinter den Mauern des «Wall House» vorgeht. Von außen lässt sich das nicht erkennen. «Das Gebäude ist einzigartig», sagt Rik Hagt, der bei Wall-House-Führungen regelmäßig Besuchern auch die Innenräume zeigt. «Es ist nach einem Entwurf von John Hejduk entstanden, als das einzige Haus in den Niederlanden überhaupt.» Der US-amerikanische Künstler und Architekt (1929 bis 2000) hatte die Idee für das «Wall House» schon in den 70er Jahren, aber dann wurde sie lange Zeit nicht umgesetzt.

Hejduks Vorstellungen darüber , wie Gebäude aussehen sollten, hatten aber auch ganz grundsätzlich den Ruf, nicht immer einfach realisierbar zu sein. «Es ist sehr ungewöhnliche, experimentelle Architektur», erklärt Rik Hagt, «zugegebenermaßen nicht immer praktisch.» Hejduks «Wall House», das in Groningen 2001 gebaut wurde, fällt definitiv in diese Kategorie: Die riesige Betonwand zwischen den beiden Gebäudehälften teilt den Arbeits- vom Wohnbereich.

Das «Büro», das der Harvard-Absolvent entworfen hat, ist kreisrund. Ins untere Geschoss führt eine schmale Wendeltreppe. Einige Fenster haben Formen, die an einen Gitarrenbauch erinnern, über der Kuppel im Treppenhaus kann man durch ein Glasdach in den Himmel schauen. Und vom Schlafzimmer aus fällt der Blick auf das Hoornse Meer.

Seit 2004 gehört das Gebäude der Wall House Stiftung, seit 2005 ist es eine Mischung aus Museum, Veranstaltungsraum und Wohnung für Künstler. Die «Artists in Residence» dürfen im «Wall House» jeweils einen längeren Zeitraum kostenlos wohnen. Anschließend präsentieren die Musiker, Schriftsteller oder bildenden Künstler in den Räumen die Arbeiten, die in der Zwischenzeit entstanden sind. «Ausstellungen gibt es in allen Räumen», sagt Rik Hagt, der selbst Künstler ist.

Die Irritationen, die das Wall House am Anfang ausgelöst hat, sind Geschichte: «Viele Nachbarn mögen es», sagt Hagt. «Die meisten fanden es von Anfang an gut.» Und die anderen kommen inzwischen zu den Ausstellungseröffnungen auch.

Das Wall House in Groningen: www.wallhouse.nl

Informationen über Groningen (auf deutsch): toerisme.groningen.nl/deutsch

Niederländisches Büro für Tourismus: www.niederlande.de

Groningen: Die jüngste Stadt der Niederlande Von Andreas Heimann, dpa

dpa-infocom