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Reitferien: Auf vier Hufen durch Israel

Korazim Israel ist ein Land voller Gegensätze. Diesen Eindruck bekommen Urlauber bald, wenn sie das moderne Tel Aviv und das historische Jerusalem hinter sich lassen, um in den Nordosten des Landes nach Galiläa zu kommen.

Am See Genezareth herrscht eine völlig andere Atmosphäre als in den beiden Städten: Es ist eine ruhige und ländliche Gegend, die sich gut auf dem Rücken von Pferden erkunden lässt. «Der Reitsport hat in den letzten Jahren in Israel sichtlich zugenommen, vor allem das Westernreiten», sagt der Touristenführer Mohamad Nojedat. Er sattelt auf der Ranch «Vered Hagalil» bei Korazim gerade die Pferde, um seine Besuchergruppe einen halben Tag lang auf einem Ritt durchs Heilige Land zu führen.

Los geht es am frühen Morgen , wenn es noch angenehm kühl ist. Die Pferde stapfen über trockenen, ockerfarbenen Boden, nur im Frühjahr zeigt sich die Landschaft im satten Grün. Die Gruppe folgt den Spuren von Jesus, das Ziel ist der See Genezareth. In den Evangelien heißt er Galiläisches Meer, auf Hebräisch Kinnereth. Silbrig glänzend liegt er in der Ferne, auf seiner Nordostseite ragen die Golan-Berge empor.

Der Ritt führt durch ein sanftes Hügelland, in dem auch Wildtiere leben: Antilopen, Füchse und Wildschweine gibt es unterwegs zu sehen. Auffällig sind auch die Klippschliefer, die wie Murmeltiere aussehen, tatsächlich aber mit dem Elefanten verwandt sind. In ganzen Sippschaften sonnen sie sich auf den umliegenden Felsen.

Dann erreicht die Gruppe den See Genezareth, wo Jesus Christus den größten Teil seines Lebens verbracht haben soll. Der Überlieferung nach berief er dort seine Jünger, wandelte über den Wellen des Sees und vollbrachte viele seiner Wunder. Heute liegt den Reitern noch dasselbe Landschaftsbild wie vor etwa 2000 Jahren zu Füßen: Der blau leuchtende See, die Ölbäume und dahinter die kargen Berge.

Durch einen Olivenhain erklimmen die Pferde die Kuppe des «Bergs der Seligpreisungen». Dort soll Jesus seine Bergpredigt gehalten haben. Heute steht an dieser Stelle eine 1937 erbaute Kirche, die christliche Pilger aus aller Welt anzieht. Eine Gruppe koreanischer Katholiken betet gerade unter freiem Himmel. «Inzwischen kommen die Touristen wieder zu uns», sagt Edwin Raeburn aus dem Dorf Korazim am Nordwestrand des Sees. Während der Kämpfe mit dem Libanon im Jahr 2006 habe sich kaum ein Besucher in den Norden Israels getraut.

Etwas weiter südlich liegt Tabgha , was mit «Siebenquell» übersetzt wird. Es gilt als Ort der «Speisung der Fünftausend». «So viele Menschen hat Jesus nach biblischer Überlieferung mit fünf Broten und zwei Fischen gespeist», erklärt Bruder Franziskus, einer von fünf deutschen Benediktinern, die im Kloster von Tabgha leben. Im 20. Jahrhundert wurden dort byzantinische Mosaiken ausgegraben. Die bekannteste Darstellung zeigt zwei Fische und einen Brotkorb. Sie schmücken den Fußboden der Brotvermehrungskirche, die seit langem ein Magnet für Pilger und Touristen ist. An den Gottesdiensten in der Basilika dürfen auch Besucher teilnehmen.

In Korazim haben Archäologen eine antike jüdische Stadt ausgegraben. «Es gibt dort Überreste einer Synagoge, in der auch Jesus gepredigt haben soll», erläutert Mohamad. Der 32-Jährige entstammt einer früheren Beduinenfamilie und ist ein Beispiel für die religiöse und kulturelle Vielfalt des Landes: Ein arabischer Moslem, angestellt in einer jüdischen Gästefarm, erklärt christlichen Touristen die israelische Geschichte.

In der Mittagshitze sehen die Reiter einem Holzboot nach, das Touristen über den See schippert. An Bord geht es weniger andächtig zu als an Land: Es läuft laute Musik, und es herrscht Schunkelstimmung. Die Touren starten in Ginosar. Ein Fischerboot aus der Zeit Jesu ist im Yigal-Allon-Museum ausgestellt. Das 2000 Jahre alte Boot mit acht Metern Länge wurde 1986 im Uferschlamm des Sees entdeckt. Am Ende der Tour können Besucher außerdem das christliche Studienzentrum Domus Galilaeae International Center Korazim besichtigen, das gleich neben der Pferderanch «Vered Hagalil» liegt.

Auf dem Rückweg laufen die Pferde im Schritt durch Bananenplantagen und vorbei an Mango- und Lycheebäumen. Durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem haben die Kibbuze die Gegend fruchtbar gemacht. «Als ich 1960 hier anfing, 'Vered Hagalil' aufzubauen, gab es nur Steine», sagt Jehoda Avni, der Besitzer der Gästefarm. Heute hören Reisende dort die Vögel in den Bäumen zwitschern, wenn sie morgens vom Bett ihres Bungalows aus auf den See Genezareth und die Pferde auf der grünen Koppel blicken.

Informationen: Israelisches Verkehrsbüro, Friedrichstraße 95, 10117 Berlin, Telefon: 030/20 39 970

Reiseinformationen zu Israel: www.goisrael.de Von Daniela David, dpa

dpa-infocom