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Hauptsache Sonne: Winterflüchtlinge verreisen länger

Kiel/Hannover Der Blick aus dem Fenster an kaltfeuchten Herbsttagen lässt viele schnell an Urlaub denken.

Für die meisten läuft es auf maximal zwei Wochen in der Sonne hinaus.

Andere besitzen ein Ferienhaus an der Algarve oder auf Gran Canaria. Als dritte Gruppe haben sich die Langzeiturlauber etabliert, die zwar kein eigenes Häuschen im Süden haben, aber auch keine Lust auf Graupelschauer. Die Winterflüchtlinge packen rechtzeitig die Koffer und bleiben gleich vier, sechs Wochen oder noch länger in der Sonne.

«Immer flexiblere Produkte im Tourismus machen es leichter, das Passende für den Langzeiturlaub zu finden», sagt Prof. Martin Lohmann. «Aus den einzelnen Bausteinen kann man sich Flüge und Hotels problemlos selbst zusammenstellen», so der Tourismusforscher aus Kiel. Bei den etwas Älteren über 60 Jahren ist das Interesse am ausgeprägtesten: «Mehr Sonne ist bei allen das Hauptmotiv.» Ziele rund ums Mittelmeer sind entsprechend gefragt.

Spanien bietet sich dafür an. «Langzeiturlauber können aber zum Beispiel auch nach Tunesien fliegen», sagt Lohmann. «Das ist noch günstiger, kulturell aber nicht so nah.» Das gleiche gilt in noch höherem Maße zum Beispiel für Länder in Asien wie Thailand. In der Regel sind aber die Ziele auf der Mittelstrecke besonders gefragt, so die Erfahrung von Reiseveranstaltern wie Dertour: «Dazu gehören zum Beispiel Mallorca, die Kanaren, Madeira, Malta und Zypern», sagt Andrea Probst, Sprecherin des Veranstalters in Frankfurt/Main.

«Angebote für Langzeiturlauber gibt es bei vielen Veranstaltern», ergänzt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV) in Berlin. Was als Langzeiturlaub gilt, sei allerdings Definitionssache: Bei den einen fange er bei vier Wochen an, bei anderen erst bei sechs. Nach der Auswertung ihrer Gästedaten verreisen bei der TUI 66 Prozent der Langzeiturlauber für vier Wochen und 27 Prozent für sechs Wochen. Oft gebe es für solche Zeiträume dann Preisvorteile, sagt Schäfer. Das gilt zum Beispiel für den aktuellen Dertour-Winterkatalog für die Mittelmeerregion. Mal sind es nur 10, mal sogar 23 Prozent.

Die Auswahlmöglichkeiten haben zugenommen: «Am Anfang war das nur auf den Kanaren ein Thema», sagt Anette Forré von der Rewe-Pauschaltouristik in Köln. «Inzwischen gibt es das bei uns im Katalog auch für etliche Länder rund ums Mittelmeer.» So bieten sämtliche Hotels in der Türkei und Tunesien Langzeiturlaub an. Ähnlich ist der Trend beim Marktführer: «Wir haben das Angebot für Langzeiturlauber zu diesem Winter deutlich ausgeweitet», sagt Anja Braun von der TUI in Hannover. Auch hier gibt es Sonderkonditionen für Kunden, die länger verreisen: In der Regel gelten die Langzeitpreise für Urlaub ab vier Wochen.

Die bevorzugten Reisemonate sind der Zeitraum von November bis Februar. Langzeiturlaub ist vor allem ein Winterphänomen, heißt es auch bei Neckermann. Gefragt sind nach Angaben des Veranstalters im hessischen Oberursel an erster Stelle Gran Canaria und Mallorca, gefolgt von Lanzarote und der Algarve. Aber auch die Türkei spielt eine wichtige Rolle: In gut der Hälfte der 23 Hotels im Neckermann-Katalog ist Langzeiturlaub möglich.

Am gefragtesten ist das Überwintern im Süden auch bei Neckermann in der Gruppe «60 plus». Auf Mallorca kosten zwölf Wochen in einem «Club Vital Hotel» im Doppelzimmer mit Halbpension gut 3000 Euro. Das rechnet sich für viele Winter-Insulaner. Viele Hotels schätzen Langzeiturlauber Für die Hoteliers sind Langzeiturlauber eine attraktive Klientel - weil sie nicht nur zur Hochsaison kommen, sondern auch in den schwach gebuchten Wochen außerhalb der Ferien und Feiertage. Aber auch, weil sie die Kalkulation einfacher machen: «Hotels freuen sich natürlich über Gäste, die acht Wochen am Stück buchen», sagt der Tourismusforscher Prof. Martin Lohmann aus Kiel. So viel Zeit hat zugegebenermaßen nicht jeder. Auf die Frage, ob sie in den zurückliegenden drei Jahren ein- oder mehrmals länger als sechs Wochen Urlaub gemacht haben, antworteten in den Befragungen zur jährlichen «Reiseanalyse» nur zwei Prozent (1,3 Millionen Personen) mit «Ja». Immerhin sieben Prozent gaben an, sich das für die Zukunft vorstellen zu können. Von Andreas Heimann, dpa

dpa-infocom