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Kunst

Pinakothek der Moderne zeigt Sammlung Stoffel

München Es sind hochkarätige Werke der Gegenwartskunst, die in der Pinakothek der Moderne in München zu sehen sind.

Die mehr als 100 Gemälde und Installationen sind Teil der eindrucksvollen Kölner Sammlung von Michael und Eleonore Stoffel, die das verstorbene Ehepaar den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen überlassen hat. Werke von Künstlern wie Jörg Immendorff, Mike Kelley, Rosemarie Trockel oder Markus Lüpertz zeigen wichtige Entwicklungen der deutschen und amerikanischen Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Für die Staatsgemäldesammlungen seien die mehr als 300 Dauerleihgaben ein «Glücksfall», sagte Generaldirektor Reinhold Baumstark. «Wir wollen die Sammlung Stoffel glänzen lassen und ihre Bedeutung nach außen bringen», versprach er bei der Vorbesichtigung der Ausstellung «Passioniert provokativ» in München.

«Mit dem heutigen Tag sind wir ein großes Stück reicher», sagte Baumstark. Die Pinakothek sei damit weiter vorangekommen auf dem Weg, das führende Haus für moderne Kunst in Deutschland zu werden. Seine Stellvertreterin und Ausstellungskuratorin Carla Schulz-Hoffmann ist vor allem erfreut, dass sich die Sammlung und die eigenen Bestände - darunter viele Leihgaben des Wittelsbachers Franz Herzog von Bayern - so gut ergänzen.

Dies gelte vor allem für deutsche Künstler, sagte Schulz-Hoffmann. So konnte für die Ausstellung ein eigener Immendorff-Raum geschaffen werden, in dem Werke wie «Für alle Lieben in der Welt» mit Bildern der Serie «Café Deutschland» gegenüber gestellt werden. In einigen Bereichen schließe die Sammlung auch Lücken. Dies gilt etwa für die Installationskünstlerin Rosemarie Trockel, die für die Ausstellung zwei Räume unter anderem mit ihren Stickbildern selbst gestaltet hat. Und mit ihren nunmehr zahlreichen Werken des Amerikaners Mike Kelley planen die Pinakothek und das benachbarte Brandhorst-Museum, das im Frühjahr 2009 eröffnet werden soll, bereits für 2010 eine eigene Ausstellung.

Etwa ein Drittel der Sammlung Stoffel ist vom 20. November bis zum 1. März 2009 in der Pinakothek zu sehen. Vielen Künstlern sind eigene Räume gewidmet, so auch Markus Lüpertz, von dem neben seinem berühmten Gemälde «Helme sinkend» seine Werkserie «Bewohner» ausgestellt ist. Die neun Gemälde malte er in einem Atelier auf dem Gelände des Ehepaares Stoffel in Köln. Rätselhafte Einblicke gewährt der Künstler David Salle, der etwa in «Blue» die Träume der amerikanischen Mittelschicht offenlegt - vom gemütlichen Wohnzimmer über Blaubeer-Pfannkuchen bis hin zum Wonderbra. Vor einer knallroten Wand präsentiert die Pinakothek Mike Kelleys comicartige Zeichnungen und Papierarbeiten «The John Reed Club» von 1994, die an den gleichnamigen revolutionären Zusammenschluss von Künstlern und Schriftstellern in New York erinnern.

Trotz seiner Freude über den neu gewonnenen Kunstschatz kann Baumstark die Enttäuschung der Kölner verstehen, wo das Ehepaar seine Sammlung in einem ehemaligen Bunker seit den 1970er Jahren aufgebaut hatte. «Ich kann mich herzhaft in die Herzen meiner Kollegen versetzen», sagte Baumstark. Zumindest der Skulpturenpark, den das Ehepaar Stoffel 1997 am Rheinufer errichtet hatte, bleibt den Kölnern erhalten. Die Bayern verzichteten auf die Plastiken. Nun soll der Park erweitert werden und der benachbarte Bunker mit dem darauf errichteten Wohnhaus der Stoffels einbezogen werden, wo die Stiftung des Parks ihren Sitz hat. In den Räumen des Gebäudes seien künftig Skulpturenausstellungen geplant, sagte Kuratorin Renate Goldmann.

Zur Sammlung Stoffel ist im Hatje Cantz Verlag ein Katalog für 39,80 Euro erschienen.

www.pinakothek.de/pinakothek-der-moderne Von Cordula Dieckmann, dpa

dpa-infocom