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Musik

Philharmonie-Streit in Essen beigelegt

Essen Der erbitterte öffentliche Streit um das größte Konzerthaus des Ruhrgebiets, die Essener Philharmonie, ist beigelegt.

Neuer Intendant wird zum 1. Dezember der Baden-Badener Musikmanager Johannes Bultmann (47), wie der Aufsichtsrat der Theater und Philharmonie Essen GmbH (TUP) am Mittwoch nach der Wahl Bultmanns mitteilte. Sein Vorgänger, der renommierte Intendant Michael Kaufmann, war Ende September wegen Etatüberschreitungen entlassen worden. Dagegen hatte Kaufmann mit Unterstützung von Großsponsoren Klage eingereicht. Es sei jetzt ein Aufhebungsvertrag für Kaufmann vereinbart und vom Aufsichtsrat genehmigt worden, erklärte Essens Kulturdezernent Oliver Scheytt.

Der gebürtige Ostwestfale Bultmann war von Ende 1998 bis zum Auslaufen seines Vertrages vor wenigen Monaten am Baden-Badener Festspielhaus als Geschäftsleitungsmitglied für die Planung von Konzerten und Ballettveranstaltungen einschließlich der Vertragsverhandlungen zuständig. Bultmann hat in Köln Musik, Geschichte und Philosophie studiert und als Stipendiat des Landes Nordrhein-Westfalen über die musikpädagogische Arbeit des zeitgenössischen Komponisten Hans Werner Henze in Italien promoviert. Im Ruhrgebiet wurde er bereits 1995 als Organisator und Geschäftsführer der Weltmusiktage bekannt. Er gilt als geschickter und sprachgewandter Organisator mit guten Kontakten zu Festivals und Opernhäusern in ganz Europa und den USA.

«Wir haben einen exzellenten Kulturmanager zurückgeholt ins Ruhrgebiet», sagte Scheytt. «Die Kombination aus kaufmännischen und musikalischen Kenntnissen ist uns hoch willkommen», sagte Aufsichtsratschef Hans Schippmann.

Bultmann kündigte an, eine Balance zwischen großen Orchestern, Solistenkonzerten und zeitgenössischer Musik zu suchen, die ihm wegen seiner engen Zusammenarbeit mit Henze besonders am Herzen liegt. Die Zeit in Baden-Baden, dem einzigen privat finanzierten Haus dieser Größenordnung, habe ihm gezeigt, wie wichtig guter Service und Freundlichkeit für den Konzertbesucher sind. Er werde bald mit allen Beteiligten, auch den Sponsoren, reden und hoffe, Konflikte schnell auszuräumen.

Der Essener Großsponsorenkreis, der Kaufmann im Kampf um seinen Posten unterstützt hatte, reagierte in einer ersten Stellungnahme «irritiert». «Das ist keine Konsenslösung, sondern ein Alleingang der Stadt. Erneut wurden Fakten geschaffen, ohne das Kuratorium einzubinden», ließ der Sprecher des Gremiums, der Chef des Anlagenbauers MAN Ferrostaal, Matthias Mitscherlich, erklären. Das Sponsorengremium ist im TUP-Aufsichtsrat nicht selbst vertreten.

dpa-infocom