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Montabaur: Prozess wie im TV nervt Richter

Montabaur Mit einem Freispruch endete vor dem Montabaurer Schöffengericht ein Verfahren, das in seinem Verlauf bisweilen an die unseligen TV-Gerichtsshows erinnerte, mit denen sich Fernsehzuschauer seit einigen Jahren konfrontiert sehen. Richter Ingo Buss jedenfalls fürchtet angesichts der zum Teil grotesken Szenen, die sich unter seinen Augen abspielten, um die Gerichtskultur. Sein Fazit: „Hier wurde die Justiz missbraucht.“ Worum es in diesem Prozess ging? Eine 23-Jährige hatte ihren Ex-Freund angezeigt und behauptet, er habe sie erpresst, auf ihren Namen zwei Handyverträge abzuschließen und ihm die Mobiltelefone zu überlassen.

Vor Gericht verhedderte sie sich aber in offensichtliche Widersprüche und sah sich zu allem Überfluss auch noch mit einer ehemaligen Nebenbuhlerin konfrontiert. Die Ex-Ex-Freundin entlastete den 26-Jährigen und unterstellte ihrerseits der 23-Jährigen, den Angeklagten mit SMS im Fünfminutentakt und Telefonanrufen bombardiert zu haben, als die Beziehung auseinanderbrach. „Das kam mir krankhaft vor“, sagte die gelernte Bankkauffrau. Aus Mangel an Beweisen sprach das Gericht den 26-Jährigen frei. Sein Glück: Bei einer Verurteilung wäre der vorbestrafte Westerwälder, der schon einmal im Knast saß, mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder hinter Gittern gelandet.

Mehr dazu lesen Sie in der Donnerstagausgabe der Westerwälder Zeitung

Mi, 19. Nov. 2008, 18:31 © Rhein-Zeitung & Rhein-Zeitung
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