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Köhlers Sehnsucht nach der Burg Eltz

Rheinland-Pfalz Zum Ende seines dreitägigen Rheinland-Pfalz-Besuchs genießt Bundespräsident Horst Köhler mit Ehefrau Eva Luise einen Abstecher auf die romantische Burg Eltz, die er schon seit seinen Kindertagen einmal sehen wollte.

Bundespräsident Horst Köhler fährt, wie er später gesteht, gespannt zur Burg Eltz, die seit 500 Jahren über dem Eltztal zwischen Mosel und Maifeld thront. "Für mich erfüllt sich endlich ein Jugendtraum", sagt er strahlend zu Karl Graf zu Eltz und Sophie Gräfin zu Eltz, die die Familientradition in der 33. Generation repräsentieren und mit den Eintrittsgeldern das Erbe erhalten. Das Staatsoberhaupt genießt von der Aussichtsplattform den ersten Blick auf den majestätischen Bau. Dann erklärt der weit gereiste Staatsmann, wie lange er diesen Moment ersehnt hat.

Dabei erinnert er an seine Kindheit: Die Familie, 1944 vor Polen in die Nähe von Leipzig und 1953 in den Westen geflüchtet, war nicht begütert. "Aber irgendwann hatte meine Mutter einen 500 Mark-Schein", den sie wie ein Schatz hütete. "Als Junge wollte ich immer die Burg sehen", die auf der Rückseite abgebildet war. "Aber dazu musste ich erst 65 Jahre werden", um im Inbegriff einer deutschen Ritterburg zu stehen. In der Schatzkammer versammelt sich dabei das Personal aufgeregt zum Defilee, weil Köhler jeden Mitarbeiter kurz sprechen will. "Ein Erlebnis", freut sich nicht nur Hiltrud Weber aus der Schankwirtschaft.

Köhler genießt den Rundgang so ausgiebig, dass die Zeit für ihn stehen zu bleiben scheint. Er will wissen, welche historische Rolle die Grafen früher spielten, ob sich die einst drei hier lebenden Familienzweige vertrugen, ob auch Minnesänger kamen. Ihm imponieren die Symbole über dem historischen "Konferenztisch" im Rittersaal: Die Narrenmaske ermuntert zu freier Rede, die Rose zu Vertraulichkeit nach Verlassen des Raums. Die mittelalterliche Küche bewundert er als "sehr modern". Und natürlich würdigt er den Blumenschmuck, auf den Ladislaja Gräfin zu Eltz seit gut 40 Jahren Wert legt.

Die Gastgeber freut Köhlers Interesse. Denn eine gute Beziehung zum Staat ist für die Familie "sehr wichtig". Der Blick auf das Gerüst erklärt ohne viele Worte, dass sich das private Museum nur bewahren lässt, wenn es auch wie ein öffentliches gefördert wird. Köhler sieht im Fahnensaal mit dem prächtigen Kachelofen, wie sich spätgotische Gewölbe gefährlich dehnt und dringend rettender Spezialistenhand bedarf.

In der Atmosphäre kommt Köhler ins Schwärmen: In Rheinland-Pfalz spürt er, "dass die Gesellschaft noch intakt und die Welt noch in Ordnung ist. Probleme werden erkannt - in einer Stimmung, in der sich die Menschen nicht unterkriegen lassen. Das gefällt mir." Vielleicht auch wegen der eigenen Wurzeln im Land, wie sich im kleinen Kreis erklärt. Bevor seine Vorfahren um 1776 ins rumänische Bessarabien abgeworben wurden, lebten sie im pfälzischen Obermoschel. Auch vor dem Abflug vom Flughafen Hahn strahlt der Bundespräsident Zuversicht aus. Nach kurzer Rundfahrt auf dem Gelände befindet er: "Der Hahn ist ein guter Abschluss meiner Rundreise. Strukturwandel ist ein Teil des Lebens. Hier wird er gelebt. Ermutigend!" (Ursula Samary)

RZO



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