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Dem Käfer Beine gemacht - Der Porsche 356 wird 60

Stutt­gart Mit Jubiläen ist es so eine Sache: Oft gibt es eine Reihe von Ter­minen, an denen sich ein Jah­res­tag fest­machen ließe.

Porsche hat etwa in diesem Jahr den 8. Juni zu jenem Tag erklärt, an dem der 60. «Geburts­tag» des Porsche-Sport­wagens gefei­ert wurde.

Denn an diesem Tag wurde im Jahr 1948 eine erste «Ein­zel­geneh­migung» für den Pro­totyp «Porsche Nr.1» aus­gestellt. Man kann aber auch später noch feiern: Denn der 7. Juli 1948 gilt als eigent­licher Geburts­tag des Ur-Porsche 356, weil an jenem Tag ein erster Test­bericht über das Auto veröffent­licht worden sein soll.

Der Name Porsche und die Zahl 356 stehen für eine in Deutsch­land wohl ein­zig­artige Erfolgs­geschichte: Aus dem Unter­neh­men, das 1931 als Kon­struk­teursbüro begann, ist heute einer der welt­weit bedeu­tends­ten Sport­wagen­her­stel­ler gewor­den. Dafür ist nicht zuletzt der 356 ver­ant­wort­lich. Im Grunde war er anfangs aller­dings nichts anderes als eine geschickte Ver­wen­dung von Teilen des VW Käfer in Ver­bin­dung mit einer Karos­serie im Sport­wagen­stil. Das hatte zu tun mit der Stel­lung des Fir­mengründers Fer­dinand Porsche, der maßgeblich an der Ent­wick­lung des VW Käfers betei­ligt war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg allerdings saß Fer­dinand Porsche erst einmal eine Weile in französischer Kriegs­gefan­gen­schaft. Sein Sohn Ferry dagegen leitete das Porsche Werk in Gmünd in Kärnten - dorthin war man 1944 wegen des Krieges aus Stutt­gart umge­zogen.

In Kärnten kam eine Reihe alter und neuer Ideen zusam­men. So hatten sich die Inge­nieure schon bei der Ent­wick­lung des Volks­wagens in den 30er Jahren einen Spaß daraus gemacht, dem eher schwächli­chen Boxer­motor mit Tricks zu mehr Leis­tung zu ver­hel­fen. Nun machte man sich erneut ans Kon­stru­ieren. Die Ziffer 356 ver­weist auf die Kon­struk­tions­num­mer 356.00.105, die für die erste Zeich­nung vom 17. Juli 1947 steht.

Was sich nach und nach aus dieser Zeich­nung ent­wickelte, war noch um einiges extra­vagan­ter als das spätere Seri­enmo­dell. Zwar stand auch «Nr. 1» auf dem Fahr­werk des Käfer und wurde von einem Motor aus dem Volks­wagen-Erfolgs­modell ange­trie­ben - den aller­dings hatte man in Mit­tel­motor-Bau­weise vor der Hin­ter­achse mon­tiert und die Leis­tung von 24,5 PS auf 35 PS gestei­gert. Für den nötigen Zusam­men­halt sorgte außerdem ein eigens gefer­tig­ter Git­ter­rohr­rah­men aus Stahl, über den sich die von Hand gefer­tigte Road­ster-Karos­serie spannte.

Das Ganze war sicher keine schlechte Kon­struk­tion. Der Gedanke an eine Seri­enfer­tigung brachte die Macher aber ins Grübeln. Mit der Folge, dass man tech­nisch zurückru­derte. Für den 356 griff man auf ein über­arbei­tetes Käfer-Chassis zurück, bei dem der Motor im Heck saß. Außerdem bekam der Road­ster ein festes Dach. Es «käferte» also ziem­lich im ersten Porsche - denn auch Getriebe und Bremsen wurden über­nom­men. Immer­hin hatte man die Motor­leis­tung auf 40 PS erhöht.

In Handarbeit wurden in Gmünd die ersten 50 Fahr­zeuge zusam­men­geschraubt. Doch dann begann die Erfolgs­geschichte: Bald konnte Porsche zurück nach Stutt­gart, aus der Kleinst- ent­wickelte sich eine Klein­serie. Schon 1949 erteilte man dem Karos­serie­bauer Reutter den Auftrag, 500 Karos­serien für den Sport­wagen zu fer­tigen.

Von allen 356-Exem­pla­ren wirken diese frühen aus heu­tiger Sicht alt­modisch. Die wannenförmige Karos­serie wies noch Poten­zial zur opti­schen Auf­bes­serung auf. Auch die Front­scheibe mit Mit­tel­steg erin­nerte eher an Vor­kriegs­tech­niken. Das Erfolgs­geheim­nis der Marke Porsche und des 356 bestand aber auch darin, das man das Auto ständig wei­ter­ent­wickelte, im Detail ver­bes­serte und im Design auf­frischte.

In den 60er Jahren war aus der kleinen Klit­sche im Kärntner Exil ein Unter­neh­men gewor­den, dessen Name welt­weit für begehrte Sport­wagen stand. Und längst wurde an einem Nach­fol­ger für den ersten Porsche gear­bei­tet. Den 356 hatte die Kund­schaft jedoch mitt­ler­weile so lieb­gewon­nen, dass sie sich kaum von ihm trennen mochte. Porsche bot daher den Nach­fol­ger 911 auch als 912 an, der unter der moder­nen Karos­serie noch den Motor auf Käfer-Basis trug. Als im April 1965 die Pro­duk­tion des 356 tatsächlich endete, waren aus den 50 von Hand mon­tier­ten Autos aus den Anfangs­tagen mehr als 76 000 Stück gewor­den. Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom


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