IVWPixel Zählpixel
kalaydo.de kalaydo.de Jobs Auto kaufen Immobilien Kleinanzeigen Bei kalaydo.de inserieren In der Rhein-Zeitung und ihren Heimatblättern inserieren Zeitungsanzeige aufgeben kalaydo.de
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Auto     » News     » Tests     » Liebhaber-Autos     » Aus zweiter Hand     » Auto-ABC     » Recht

Die Gefahr aus dem Wald: Wildunfälle nehmen zu

München/Bonn Landstraßen durch Wälder haben im Herbst ihren besonderen Reiz: Das Laub schimmert spektakulär in der Sonne.

Doch so idyllisch solche Strecken scheinen - für Autofahrer bergen sie Gefahren.

Im Herbst erhöht sich das Risiko von Wildunfällen, und auf Waldstrecken ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass plötzlich ein Reh oder Wildschwein auf der Fahrbahn auftaucht. Denn in dieser Jahreszeit sind die Tiere besonders aktiv, sagt Thomas Hessling, Wildexperte beim ADAC in München - bis Ende November reicht die Brunftzeit. Zudem sind bereits viele Felder und Äcker abgeerntet, so dass Rehen und Wildschweinen dort Deckung fehlt. Sie suchen dann neue Rückzugsräume. Auch auf Nahrungssuche ziehen sie umher.

Dabei müssen die Tiere auch Straßen überqueren. Hier wird ihnen die Zersiedelung der Landschaft und die steigende Mobilität der Menschen zum Verhängnis, warnt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Berlin. Die Lebensräume würden kleiner, vor allem stark befahrene Straßen, Bahntrassen und Kanäle seien fast unüberwindliche Barrieren.

Laut Hessling nimmt die Zahl der Wildunfälle sogar zu: «Es gibt mildere Winter und ein größeres Nahrungsangebot, wodurch mehr Tiere überleben.» Die Statistik verzeichne in Deutschland pro Jahr 220 000 überfahrene Rehe, 12 000 überfahrene Stücke Schwarzwild und 200 000 auf Straßen getötete Hasen und Kaninchen. Doch es gebe eine hohe Dunkelziffer, da nicht jeder Unfall gemeldet wird.

Nicht immer endet ein Zusammenprall nur für das Tier fatal. Im Jahr 2006 gab es bei Wildunfällen 2800 Verletzte und 10 Getötete, sagt Detlev Lipphard vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn. Auch hier rechnen die Experten mit einer hohen Dunkelziffer. Denn was in der Statistik als Baumunfall ohne Fremdeinwirkung steht, kann ein missglücktes Wild-Ausweichmanöver gewesen sein.

Umso wichtiger ist es laut Hessling , vorsichtig zu fahren, das Tempo zu verringern und immer bremsbereit zu sein. Worauf sich Fahrer einlassen, wenn sie mit Tempo 100 brettern, macht ein Vergleich des DVR deutlich: Knallt das Auto dann gegen ein 20-Kilo-Reh, entfaltet das Tier ein Aufschlaggewicht von einer Tonne. Ein ausgewachsenes Wildschwein, das 80 Kilo wiegt, erreicht sogar zwei Tonnen. «Ich weiß nicht, ob das eine Windschutzscheibe aushält», sagt Hessling.

Dagegen hatte ein ADAC-Test mit einem 55-Kilo-Hirsch-Dummy bei Tempo 40 nur zu einer verbeulten Motorhaube geführt, die Insassen blieben unverletzt. Für den ADAC ist das Grund genug, im Zweifel zum «Draufhalten» zu raten, wenn sich ein Crash trotz Vollbremsung nicht vermeiden lässt. Dabei muss das Lenkrad gut festgehalten werden. Ausweichen bringt den Wagen dagegen womöglich ins Schleudern.

Der DVR rät, bei Wildwechsel zu hupen , abzublenden und zu bremsen. Rehe und Wildschweine seien selten allein unterwegs, Fahrer müssen daher mit Nachläufern rechnen. Besondere Vorsicht ist in der Morgen- und Abenddämmerung geboten. Dann passieren laut DVR gut zwei Drittel der Wildunfälle. Nicht verlassen sollten sich Fahrer Hessling zufolge auf die Wildwechsel-Warnschilder - die Tiere halten sich nicht daran. Was nach einem Wildunfall zu tun ist Hat es gekracht hat, müssen Autofahrer die Unfallstelle absichern - etwa mit Warnblinker und -dreieck. Anschließend ist der Unfall der Polizei zu melden, so der Deutsche Jagdschutz Verband (DJV). Das ist nicht zuletzt entscheidend für die Schadensregulierung durch die Kaskoversicherung. Von Felix Rehwald, dpa

dpa-infocom


Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon