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Finanzkrise erhöht Schnäppchenchancen beim Autokauf

Stuttgart/Gelsenkirchen Bankenpleiten, sinkende Börsenkurse, Millionenverluste der Unternehmen und verunsicherte Verbraucher - die Finanzkrise liefert ständig neue Hiobsbotschaften.

Eine Branche hat es besonders hart getroffen: die Autoindustrie. Viele Hersteller haben bereits aufgrund der ausbleibenden Nachfrage ihre Prognosen gesenkt und die Produktion heruntergefahren, die Händler werden kaum noch Neuwagen los. Doch was sich für die Wirtschaft als katastrophal darstellt, bietet Verbrauchern neue Möglichkeiten: Denn die miserable Lage der Händler erhöht beim Autokauf die Chancen, ein Schnäppchen zu ergattern.

«Die Voraussetzungen für den Autokauf sind recht gut», bestätigt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise gebe es bei den Händlern eine große Bereitschaft, über das normale Maß hinaus Rabatte zu gewähren. Von Fall zu Fall seien für Neuwagen Nachlässe von 15 bis 20 Prozent drin.

Die Experten des Center Automotive Research (CAR) der Fachhochschule Gelsenkirchen rechnen sogar noch mit weiteren Nachlässen: «Die wichtigen Pkw-Märkte bewegen sich mit hohem Tempo in Richtung Rezession», sagt CAR-Direktor Prof. Ferdinand Dudenhöffer. «Damit werden die Rabatte wieder ansteigen. In Deutschland kann nach unserer Einschätzung dabei zukünftig im Durchschnitt mit bis zu 4 Prozent zusätzlichem Preisvorteil gerechnet werden.»

Im Oktober betrug das durchschnittliche Rabatt-Niveau einer CAR-Erhebung zufolge 16 Prozent gegenüber den offiziellen Listenpreisen. Dabei berücksichtigt sind alle «offenen Aktionen» der Hersteller. Dazu gehören Sondermodelle, Sonderzinsen, Eintauschprämien sowie Händlerrabatte und Preisvorteile bei Quasi-Neuwagen, also Tageszulassungen oder jungen Dienstwagen. «Trotz Produktionskürzungen erwarten wir in den nächsten Monaten aufgrund der eintretenden Rezession einen Anstieg der Hersteller-Aktionen», sagt Dudenhöffer.

Erkennbar sei das an den Eigenzulassungen - also den Zulassungen von Neuwagen auf Hersteller oder Händler -, die im Zeitraum August bis September von 54 543 auf 74 832 gestiegen sind. Das entspreche 28,6 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen in Deutschland. Der Anstieg der Eigenzulassungen sei ein Indikator dafür, dass in den nächsten Monaten mit weiteren solcher Aktionen zu rechnen ist. «Der Markt bewegt sich damit in Richtung höhere Rabatte», erklärt der Experte. Das scheint nachvollziehbar - immerhin stehen heute laut Dudenhöffer mehr als 100 000 Vorführwagen, Aktionsfahrzeuge und Tageszulassungen bei den Händlern, die diese irgendwie loswerden müssen.

Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Händler sollten Autokäufer keine Skrupel haben, das Thema Rabatte anzusprechen, rät ACE-Sprecher Hillgärtner: «Die Kunden sind nicht die Diakonie der Händler.» Bedenken sollten sie jedoch, dass es aufgrund der Finanzkrise Probleme bei der Finanzierung geben könnte. So sei es möglicherweise schwieriger, von den Autobanken einen Kredit zu bekommen. Barzahler seien in dieser Lage eindeutig bessergestellt.

Nicht zu vergessen sind laut Hillgärtner außerdem die ungewissen steuerlichen Rahmenbedingungen. So sei die von der Bundesregierung geplante Umstellung der Kfz-Steuer auf den CO2-Ausstoß als Bemessungsgrundlage noch nicht durch. Autokäufer sollten daher schon jetzt den Blick auf effiziente Fahrzeuge richten, denn ein geringer Kraftstoffverbrauch bedeute künftig weniger Steuerlast. «Ansonsten zerrinnt der Vorteil eines günstigen Kaufs schnell, wenn der in der Anschaffung günstige Wagen im Betrieb hohe Kosten verursacht.»

In Spekulation auf noch größere Preisnachlässe einen anstehenden Autokauf weiter hinauszuschieben, davon rät Hillgärtner indes ab. «Ich würde potenziellen Autokäufern raten, jetzt zuzuschlagen. Der Autohandel kann schnell wieder auf Touren kommen, wenn viele Verbraucher die Gunst der Stunde nutzen.» Wenn die Nachfrage wieder anzieht, dürfte auch das durchschnittliche Rabattniveau wieder sinken, was wiederum auch die Chancen auf ein Schnäppchen schmälert.

Das sieht Norbert Wittemann vom Beratungsunternehmen PRTM in Frankfurt/Main ähnlich. «Die Ausgangssituation ist jetzt ganz gut, um mit den Händlern zu sprechen.» Der einzige Punkt, der noch zum Vorteil der Verbraucher hinzukommen könnte, wären die jetzt von verschiedenen Seiten geforderten Verbraucherkredite zum Autokauf. «Die Frage ist nur, ob das tatsächlich kommt», so der Branchenexperte. «Ich würde nicht unbedingt darauf wetten.»

Ohnehin besäßen die Verbraucher im Grunde genügend Geld zum Autokauf. Immerhin sei die Sparquote nach neuesten Zahlen auf etwas mehr als 11 Prozent des verfügbaren Einkommens gestiegen. Und ab einem bestimmten Punkt sei es auch nicht mehr sinnvoll, ein altes Auto weiterzufahren - denn dann müsste das Geld eben in teure Reparaturen gesteckt werden. Von Felix Rehwald, dpa

dpa-infocom


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