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Steuererlass für Neuwagen: Was wirklich rauskommt

München Die Bundesregierung hat am Mittwoch (5. November) ihr Konjunkturpaket verabschiedet.

Darin sind auch Vergünstigungen für Neuwagenkäufer vorgesehen.

Doch was für Verbraucher zunächst positiv klingt, stellt sich bei genauerem Hinsehen in Sachen finanzieller Entlastung als kaum überzeugend heraus. «Die Beträge, um die es da geht, sind nicht verkaufsentscheidend», sagte ADAC-Sprecher Maximilian Maurer in München. Der neuen Regelung zufolge sollen alle Neuwagen ein Jahr lang von der Kfz-Steuer befreit werden.

Für besonders schadstoffarme Fahrzeuge mit Abgasstufe Euro 5 und 6 soll die Befreiung ein Jahr länger bis Ende 2010 gelten. Die Steuerersparnis kann sich jeder Verbraucher selbst ausrechnen. Der Steuersatz für Euro-5-Fahrzeuge entspricht dem von Euro-4-Autos: Bei Benzinern werden im Jahr pro 100 Kubikzentimeter Hubraum 6,75 Euro an Steuern fällig. Bei Dieselmotoren sind es entsprechend 15,44 Euro.

So fällt zum Beispiel für einen neuen Golf VI 1.4 Trendline, dessen 1,4 Liter großer Benziner mit 59 kW/80 PS bereits die Euro-5-Norm erfüllt, eine Kfz-Steuer von 94 Euro im Jahr an. Für den Fiat 500 1.2 mit 51 kW/69 PS starkem Euro-5-Benziner werden sogar nur 87 Euro fällig. Mehr Steuern zahlen immerhin Besitzer eines neuen BMW 730d, dessen 180 kW/245 PS starker Turbodiesel ebenfalls bereits die Euro-5-Norm erfüllt: Er schlägt mit 463 Euro im Jahr zu Buche.

Hochgerechnet auf zwei Jahre werden dem Käufer eines neuen Golf durch das Konjunkturprogramm somit 188 Euro an Steuern erlassen. Der Fiat-Fahrer spart 174 Euro, und dem BMW-Fahrer schenkt der Staat 926 Euro. Ob das den erhofften Verkaufsschub geben wird, ist nach Maximilian Maurers Einschätzung allerdings nicht sicher: «Ich bin da schon skeptisch. Deswegen kauft sich keiner ein neues Auto.» Zumal da Neuwagenkäufer für den Golf zunächst 16 500 Euro auf den Tisch legen müssen. Der Fiat 500 steht mit 10 900 Euro in der Liste, und für den BMW werden 69 500 Euro fällig.

Auch aus umweltpolitischer Sicht hält der ADAC die Regelungen des Konjunkturprogramms für «absolut unbefriedigend». So gehe von den Maßnahmen keine positive Wirkung für den Umweltschutz aus. Neuwagenkäufer erhielten keinen Anreiz, sich ein sparsames und umweltfreundliches Fahrzeug anzuschaffen. Es wäre besser gewesen, wenn die Bundesregierung die beschlossenen Steuererleichterungen mit der CO2-orientierten Umstellung der Kfz-Steuer verknüpft hätte - anstatt diese auf das Jahr 2011 zu verschieben.

So werde die Unsicherheit bei den Käufern bleiben. «Was die Autokäufer brauchen, sind klare Zielvorgaben, damit sie bei der Anschaffung wissen, was langfristig an Steuern und Umweltauflagen auf sie zukommt», sagte ADAC-Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker.

Auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Berlin kritisierte, dass die beschlossenen Steuererleichterungen für Autofahrer keine ökologischen Lenkungseffekte enthält. «Das ist eine reine Finanzspritze für die Autoindustrie, die jedes Bekenntnis zum Klimaschutz ad absurdum führt», sagte VCD-Sprecher Gerd Lottsiepen.

dpa-infocom


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