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Alles ist erlaubt: Amerikaner lieben getunte Autos

Las Vegas Jedem TÜV-Prüfer würden die Haare zu Berge stehen.

Denn was auf der Tuning-Messe SEMA in Las Vegas (4. bis 7. November) zu sehen ist, hat mit den Vorschriften der deutschen Straßenverkehrsordnung nur wenig gemein.

«Erlaubt ist was gefällt. Auch beim Tuning sind die USA das Land der unbegrenzten Möglichkeiten», sagt Harald Schmidtke, Geschäftsführer des Branchenverbandes VDAT in Rossbach/Wied (Rheinland-Pfalz). «Hier geht es ums Auffallen um jeden Preis.»

Besonders hoch im Kurs stehen allen Verbrauchs- und Klimadiskussionen zum Trotz jene Autos, die im Alltag selbst in den USA als altmodisch, versoffen und nicht mehr politisch korrekt gelten: Muscle Cars, Pick-ups und Geländewagen. Es mag sein, dass sich Leute in New York, San Francisco oder Memphis für sparsame Kleinwagen interessieren, mit Hybrid-Antrieben liebäugeln und sogar über Diesel nachdenken. Doch in Las Vegas ist ein echtes Auto groß und schwer. Ein richtiger Motor hat mindestens sechs, besser aber acht oder zehn Zylinder. Und statt über Diesel denkt man lieber über eine Nitro-Kartusche nach, mit der man die Leistung steigern kann.

Am meisten los ist auf den Ständen von General Motors (GM), Ford oder Chrysler, wo die Muscle Cars im Mittelpunkt stehen und die Neuauflagen von Chevrolet Camaro, Ford Mustang und Dodge Challenger das Wettrüsten weiterführen, das bereits vor mehr als 30 Jahren begann. Chrysler etwa montiert den Zehnzylinder aus der Viper in den Challenger, Ford rüstet den Mustang in Anlehnung an einen Klassiker der 70er Jahre zum mehr als 600 PS starken «Cobra Jet» auf, und der Camaro röhrt bei GM mit mehr als 500 PS.

Auch für ihre Geländewagen und Pick-ups haben sich die Amerikaner viel einfallen lassen. Sie pflegen die Aufrüstung mit großen Motoren, Rädern und Fahrwerken, deren erhöhte Bodenfreiheit zum Einsteigen eine Leiter erforderlich macht. Ob Hydraulikfahrwerk, Airbrush-Lackierung, Glitzergrill oder Kettenantrieb - auffällig sind diese Offroader alle. Doch kein Wagen sticht mehr heraus als der Knight XV. Abgeleitet von einem Militärfahrzeug, soll er der komfortabelste Panzerwagen aller Zeiten werden. Dass der mit einem 400 PS starken Zehnzylinder bestückte Wagen nach Firmenangaben 295 000 Dollar (rund 229 930 Euro) kostet, tut dem Erfolg keinen Abbruch: «Die ersten 15 Autos sind bereits verkauft», sagt Firmenchef William Maizlin.

Zu großen Autos gehören große Räder, die möglichst schillernd und bunt sind. 24 Zoll an einer Limousine oder 28 Zoll am Pick-up hat hier jeder. Doch der Hummer bei Lexani ist mit seinen 32-Zoll-Felgen schon etwas Besonderes. Bis jetzt - denn nebenan steht die «größte Pkw-Felge der Welt», schwärmt der Verkäufer. Der 42-Zöller hat einen Durchmesser von mehr als einem Meter und kostet im Set 50 000 Dollar (rund 38 300 Euro). Wer über diesen Preis den Kopf schüttelt, dem zeigt der Verkäufer einen Felgensatz, der mit Hunderten echter Edelsteine besetzt ist und eine glatte Million kostet.

Aber nicht alles ist groß und gewaltig auf der Tuning-Messe. Liebling der Veredler ist neben den US-Klassikern ein Kleinwagen aus Europa: der Smart. Kaum ein anderes Auto wurde so oft und so auffällig modifiziert wie der Zweisitzer, der in den USA seit dem Frühjahr verkauft wird. Die schrillste Version kommt von Coachbuilder George Barris, der den Winzling gemeinsam mit dem Zulieferer Vertical Doors in Anlehnung an die Fahrzeuge aus dem Batman-Comic zum Batmobil aufgerüstet hat. Er will den «Batsmart» zu Preisen ab 30 000 Dollar (rund 23 000 Euro) in einer Kleinserie produzieren.

Der Smart ist allerdings nicht der einzige Europäer auf der SEMA. Weil die deutschen Tuner nach Angaben von VDAT-Chef Schmidtke einen Großteil ihres Jahresumsatzes von mehr als vier Milliarden Euro in den USA machen, stehen in den Hallen auch Brabus oder Carlsson. Und getunte S-Klassen, BMW X5, Porsche Cayenne oder Audi A5 sind keine Seltenheit. Besonders auffällig ist der Mercedes GLK, für den der Hersteller zur Markteinführung eine eigene Tuning Challenge aufgelegt hat. Vier Veredler sollten dabei ihre Vorstellungen umsetzen, erläutert Designchef Gordon Wagener. Herausgekommen sind neben dem serienreifen Brabus Widestar ein Bergrennwagen mit Riesenspoiler und Hybridantrieb, ein Funmobil für Skate- und Snowboarder und ein vom Dach und allen Seitenscheiben befreiter «Offroadster». Von Thomas Geiger, dpa

dpa-infocom


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