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Der britische Chesterfield-Stil ist wieder da

Bad Honnef/Wiesbaden Der Knopf macht den Unterschied: In exakten Abständen in den Stoff oder das Leder geheftet, verleiht er dem Sofa neue Würde. Chesterfield nennt sich der Stil, bei dem die Knöpfe das Muster bilden.

Der ursprünglich aus Großbritannien stammende Stil, bereitet den langen Jahren des lockeren Abhängens ein Ende. Als sehr dunkel und sehr schwer hat Ursula Geismann vom Verband der deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef die klassischen Chesterfield-Möbel in Erinnerung. «Heute wirken diese Möbel wesentlich leichter.» Neu-Interpretationen bestimmen das Bild, bei denen aber - je nach Designer mal mehr, mal weniger - die historischen Vorbilder zu erkennen sind. Einen Hang zur Nostalgie kann daher niemand verleugnen. Die Bandbreite reicht von der schlichten Eleganz der 20er Jahre über den Hippie-Look bis zu kühlen, kantigen Modellen wie in den 80er Jahren.

Viel Schwarz und viel Weiß, dazu ein bisschen Braun und etwas Beige sind die bevorzugten Farben - alles ganz klassisch halt. Schließlich sind die neuen Chesterfields ein Zeichen für die Sehnsucht nach alten Werten, so erklären Design-Experten den Trend: Vom «Megatrend Wertebewusstsein» spricht etwa Irene Fromberger vom Design-Beratungsunternehmen Form und Folgen in Wiesbaden. Die Hinwendung zur Tradition sollte aber nicht mit Bieder- oder Spießigkeit verwechselt werden. Die Klassiker in neuer Form hätten einen sehr urbanen Stil: «zeitgemäß, aber nicht modisch.»

Waren die Urahnen eher klobige und in jedem Fall gediegene Möbelstücke, beweisen die Designer bei den Neuauflagen durchaus Humor: Beim «Monseigneur»-Stuhl von Philippe Starck zum Beispiel wird der herrschaftliche Eindruck durch Hinterbeine aus Holz gebrochen -während vorne die Armlehne in Beine aus Stahl übergeht.

In die entgegengesetzte Richtung geht es beim Hersteller Bretz aus Gensingen (Hessen). Das Sofa «Marilyn» und der Hochlehnsessel «Pompadour» bringen eine ordentliche Portion Glanz ins Haus. Dafür sorgen neben Bezügen aus perlmutt-, gold- oder platinfarbenem Leder funkelnde Swarovski-Kristalle als Heftknöpfe.

Der Chesterfield-Stil kann aber auch ganz bescheiden daherkommen. So setzt die Niederländerin Hella Jongerius für das Sofa «Polder» von Vitra auf klare Linien, dezente Farben und ein paar gezielt gesetzte, wie zusammengesammelt wirkende Knöpfe.

Irgendwo zwischen Wohngemeinschaft und Omas guter Stube rangieren die «Bohemian»-Sofas und Sessel, von Patricia Urquiola für das italienische Unternehmen Moroso entworfen. Hell- oder dunkelbraunes Leder wird hier zu knautschigen Wohlfühl-Möbeln gesteppt. Die besonders zierliche Chesterfield-Spielart zeigt dagegen die Serie «My beautiful backside», ebenfalls von Moroso: Auf straffen Polstern und Kissen setzen wenige Knöpfe gezielte Akzente.

In die klassischere Richtung gehen «Privée» von Cassina aus Italien sowie «Edwards» vom österreichischen Hersteller Wittmann - eine Wiederauflage eines Entwurfs aus dem Jahr 1981. Die anspruchsvolle Technik der Knopfheftung biete der Manufaktur die Chance, zu zeigen, was das Handwerk ausmacht, so beschreibt Karin Schrey von Wittmann den besonderen Reiz.

Dass der Chesterfield-Stil ein Comeback erlebt, lässt sich auch daran erkennen, dass es ihn nicht nur im Luxusbereich gibt. «Die gute Verarbeitung wird wieder wichtig - selbst in günstigen Preisklassen», sagt Irene Fromberger. Entsprechend haben auch die Möbel-Discounter bereits Chesterfield-Möbel und ihre Verwandten im Programm.

Bei Ikea etwa gibt es das Sofa «Karlstad» nicht nur mit glatten Bezügen, sondern ebenfalls in einer gesteppten Version. «Klar, einfach, zeitlos und modern» nennt Designer Tord Björklund die Anforderungen, die er sich selbst beim Entwerfen gestellt hat. Damit liegt er auf einer Linie mit den meisten seiner Designer-Kollegen - und zeigt, dass das britisch inspirierte Spiel der Knöpfe schon längst kein Nischenthema mehr ist. Chesterfield nicht nur zum Sitzen Die Knopfheftung - im Fachbegriff auch «Capitonné» genannt - findet sich vor allem bei Sitzmöbeln. Der aktuelle Trend bringt Designer aber offenbar auch auf ganz neue Ideen: Das französische Duo Ionna Vautrin und Guillaume Delvigne hat zum Beispiel eine Vase entworfen, deren Oberfläche wie gesteppt aussieht. Ebenfalls den typischen Chesterfield-Look in Porzellan umgesetzt hat die Niederländerin Kiki van Eijk. Sie schuf daraus allerdings eine turmartige Kommode mit Schubladenknöpfen aus echtem Gold. Von Sandra Cantzler, dpa

dpa-infocom


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