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Letzter Schrei: Lila für die Wohnung

Frankfurt/Main/Oldenburg Grün beruhigt, Rot macht aggressiv, Blau wirkt kühl. Und Lila? Lila gilt meistens als «der letzte Versuch».

In der sanften Pastellversion ist es vielen zu bieder, in der leuchtenden Violett-Variante zu schrill.

Leicht hatte es Lila lange Zeit auf jeden Fall nicht. Jetzt versprechen Trendexperten: Lila kommt - und wird auch im Wohnbereich der letzte Schrei.

«Violett, Brombeer und Pflaume sind die Farben der Saison», sagt Nadine Philipp von der Messe Frankfurt, die unter anderem die Einrichtungsmesse «Tendence» ausrichtet. «Lila, Lila, Lila» nennt die Wohnexpertin und Designerin Katharina Semling aus Oldenburg ihren herbstlichen Farbfavorit. «Genau wie in der Mode werden in Richtung Herbst und Winter auch bei der Einrichtung die Farben dunkler und gedeckter», erklärt Brit Dieckvoß von der Fachzeitschrift «Möbelkultur».

Mit «dramatischem Violett» und «mysteriösem Nachtblau» startet etwa das Unternehmen Koziol aus dem hessischen Erbach in die kühlere Jahreszeit. Neben Bechern, Gläsern und Karaffen schimmern hier Gießkannen und Leuchten in diversen Lila-Abstufungen. Die Konkurrenz von Leonardo hält unter anderem mit glamourösen Violett-Gold-Kombinationen für eine neue Trinkglas-Serie dagegen. Beim Hersteller Lambert stehen Windlichter und Vasen in Edelstein-Tönen für «Urban Glamour».

Natürlich kann auch auf lilafarbenen Sofas und Sesseln Platz genommen werden. Ob bei Rolf Benz, Cor und Christine Kröncke aus Deutschland, Ligne Roset aus Frankreich, Calligaris aus Italien oder Stua aus Spanien: Überall finden sich puristische Hüllen, mal in leuchtenden, mal in dunklen, kühlen Lila-Schattierungen. Und selbst in der Küche und im Badezimmer taucht die sofort ins Auge fallende Farbe neuerdings auf. Einbauküchen etwa gibt es jetzt mit Fronten in Aubergine. Im Badezimmer setzt Violett laut dem Sanitärverband VDS in Bonn als Wandfarbe oder als Accessoire Akzente.

Von plüschigem Kitsch oder überdrehter Effekthascherei sind die neuen Lila-Varianten weit entfernt. Lila ist sozusagen erwachsen geworden: Es wird elegant mit klaren Linien, klassischen Formen und edlen Materialien kombiniert. Dazu zählen dunkle Hölzer, Glas, Marmor und Metall, aber auch Samt und Leder, wie der Trendforscher Oliver Schmid aus Berlin ergänzt.

Von welchen Farben die verschiedenen Lila-Schattierungen begleitet werden, hängt vom Eindruck ab, der erzielt werden soll. Für eine eher kühle, klare Ausrichtung empfiehlt Semling die Paarung Flieder mit Natur oder Weiß: «Das bewahrt Frische und Offenheit.» Darf es richtig üppig sein, wird mit Gold kombiniert.

Und zusammen mit Grau kommt Lila nicht nur elegant daher, sondern wird sogar männertauglich: «Klar schwingt bei Lila immer noch das ganze Batik-Thema mit», sagt die Designerin. Aber mit einem schönen Grau könne man Lila eine kühlere Wirkung verleihen, dann sehe es durchaus männlich aus.

Nicht nur bei Brombeer, Pflaume und Co., sondern bei allen kräftigen Tönen sei es wichtig, einen Ausgleich zu schaffen: «Eine Knallfarbe wird mit ganz viel Weiß, Creme oder Beige kombiniert.» Eine gute Gestaltungshilfe sei die «60-30-10»-Regel: «Das bedeutet, man wählt eine Hauptfarbe, die 60 Prozent der Fläche im Raum erhält», erklärt Semling. Die zweite Farbe erhält 30 Prozent. Die restlichen 10 Prozent bleiben für die sogenannte Akzentfarbe, die Lebendigkeit in die Einrichtung bringt.

Akzente werden mit Accessoires wie Kissen, aber auch Vasen oder Windlichtern gesetzt. Das erfordert nicht nur weniger Mut als ein ganzes Sofa in Lila, sondern macht auch das Umsetzen von Trends leichter. «In der Einrichtung wird in der Regel nicht so schnell gewechselt», erzählt Brit Dieckvoß. Allenfalls Gardinen würden der Mode entsprechend ausgetauscht - oder eben Gläser und Vasen. Keine Angst vor kräftigen Farben «Die Deutschen haben grundsätzlich zu viel Angst vor Farbe», sagt Wohnexpertin Katharina Semling aus Oldenburg. Deshalb herrschten Weiß und Beige in den Wohnungen hierzulande vor. «Man wagt mal eine rote Wand - aber so richtig in den Farbtopf langt keiner.» Semling empfiehlt mehr Mut zu Experimenten statt Angst, etwas falsch zu machen. «Farbe ist doch Spaß am Leben», so die Designerin. «Und wenn wirklich mal was schiefgeht, kann man es immer noch überstreichen.» Von Sandra Cantzler, dpa

dpa-infocom


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