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Neue Scheiben sparen Energiekosten

Rottenburg Viele Menschen heizen ihr Geld immer noch sprichwörtlich durchs Fenster hinaus.

In Deutschland gibt es derzeit noch mehr als 340 Millionen Fenster mit unbeschichtetem Standardglas oder einfachem Verbundglas.

Dies zeigt eine Statistik des Unternehmens Somfy im baden-württembergischen Rottenburg. Oft sei auch der Rollladenkasten kaum isoliert, und die Bedienung erfolge meist noch über Gurte, durch deren Führung im Winter ebenfalls die Kälte eindringen kann. Die Folgen sind hohe Energiekosten für die Bewohner und umweltschädliche Kohlendioxid-Emissionen.

Durch eine Modernisierung von Fenstern und Rollladen können Verbraucher enorm Heizkosten sparen. Denn der Wärmeschutz ist bei der Verglasung und den Fensterrahmen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert worden. Heutiger Standard bei der Verglasung sind metallisch beschichtete Doppelverglasungen, bei denen der Scheibenzwischenraum mit isolierendem Edelgas gefüllt ist.

Noch bessere Dreifachverglasungen treten derzeit die Nachfolge der klassischen Doppelverglasung an. «Das Fenster der nahen Zukunft wird standardmäßig mit Dreifach-Wärmedämmgläsern ausgestattet sein», sagt Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas im nordrhein-westfälischen Troisdorf. «Für die weitere Entwicklung ist schon von Vierfach-Verglasungen die Rede. Optimierte Beschichtungen werden dabei für eine Anhebung des g-Wertes sorgen, also des Gesamtenergie-Durchlassgrades.»

«Forscher arbeiten auch an der Entwicklung von Vakuum-Isolierglas (VIG)», erklärt Ulrich Heinemann vom Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE). Bei dieser Doppelverglasung diente das Thermoskannen-Prinzip als Vorbild. Im Vergleich zu herkömmlichem Zweifachisolierglas sei die Dämmwirkung von Vakuum-Isolierglas zwei- bis dreimal so hoch.

Selbst wer bereits Dreifachverglasungen mit Passivhausstandard hat, könne mit VIG eine weitere Reduktion des Heizwärmeverbrauches um 20 bis 30 Prozent erreichen. Im Gegensatz zu Dreifachisolierglas habe VIG wesentlich schlankere Systemaufbauten und ein geringeres Gewicht.

Vakuum-Isolierglas ist nach ZAE-Angaben zurzeit noch nicht am Markt erhältlich. Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projekts werde momentan die Produktionstechnik für solche Systeme entwickelt und voraussichtlich 2010 zur Verfügung stehen.

«Um Energie zu sparen, muss auch die Qualität des Rahmens stimmen», erläutert Jürgen Benitz-Wildenburg vom Institut für Fenstertechnik in Rosenheim. Moderne Fenster aus Holz, Kunststoff oder Aluminium hätten meist einen sogenannten U-Wert um 1,0. Angesichts der bevorstehenden Verschärfung der Energieeinsparverordnung 2009 und 2012 arbeite die Branche bereits an Rahmen mit weit verbesserten Werten als Standard für Neubauten und Sanierungen. Was U-Wert und g-Wert aussagen Mit dem U-Wert wird der Wärmeverlust von innen nach außen beziffert: Je niedriger der Wärmedurchgangskoeffizient liegt, desto weniger Wärme geht verloren - und desto besser ist die Dämmung. Der U-Wert eines Fensters ergibt sich aus dem U-Wert des Rahmens sowie der Verglasung. Der g-Wert misst den Energiedurchlass von außen nach innen in Prozent. Je höher der g-Wert liegt, desto mehr Sonneneinstrahlung wird über die Verglasung als Strahlungswärme nach innen abgegeben. Ein hoher g-Wert bedeutet hohen Wärmegewinn. Für ein ideal strahlungsdurchlässiges Fenster beträgt der g-Wert 1,00 oder 100 Prozent. Bei Normalglas liegen die Werte bei 0,7 bis 0,9. Von Stephanie Hoenig, dpa

dpa-infocom


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