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Sparpotenzial: Alte Heizungsanlagen modernisieren

St. Augustin Die Heizkosten sollen sinken, also muss eine komplett neue Heizungsanlage her: So denken derzeit viele Hausbesitzer.

Doch oft geht es auch mit einer etwas weniger aufwendigen und vor allem günstigeren Lösung.

Denn in vielen Heizungskellern schlummert noch reichlich Sparpotenzial. In manchen Fällen reichen schon geringe Investitionen und wenige Handgriffe aus, um die Energieeffizienz der gesamten Heizungsanlage zu verbessern. «Schon kleine Optimierungen an der Heizungsanlage bringen beachtliche Sparerfolge», sagt Andreas Müller vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima in St. Augustin bei Bonn. Überdimensionierte Pumpen etwa oder eine mangelhafte Isolierung der Warmwasserrohre können die Leistung einer ansonsten akzeptabel arbeitenden Heizung schmälern.

Eine alte Pumpe in einem klassischen Einfamilienhaus beispielsweise verursacht innerhalb von 20 Jahren Stromkosten von 2000 bis 3000 Euro. Bei einer modernen Pumpe liegen die Kosten zum Teil bei weniger als 300 Euro, heißt es bei der Stiftung Warentest in Berlin. Der Austausch der Pumpe könne sich damit schon nach zwei bis vier Jahren auszahlen. Auch der Preis der Pumpen sei im Vergleich zu anderen Energiesparmaßnahmen im Haus günstig. So gebe es eine als «sehr gut» getestete Pumpe schon für rund 360 Euro. «Aufgedeckt werden können energievergeudende Schwachstellen mit einem standardisierten Heizungs-Check, den speziell geschulte Fachleute anbieten», erklärt Müller. Etwa eine Stunde lang kontrolliert der Handwerker nicht nur den Heizkessel, sondern auch das Rohrleitungssystem und die Heizkörper im ganzen Gebäude. Im Prüfprotokoll findet der Hausbesitzer auch konkrete Vorschläge für Nachbesserungen. Die Kosten für den Check betragen rund 100 Euro.

Angeboten werden soll ein Heizungs-Check in naher Zukunft auch von Schornsteinfegern, sagt Helmut Lehmann vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks in St. Augustin. Der Vorteil: Ein Schornsteinfeger sei unabhängig und müsse keine neuen Heizungsanlagen verkaufen.

«Empfehlenswert ist der Check für Heizungsanlagen ab einem Alter von zehn Jahren», rät Alexander Fack vom Institut für wirtschaftliche Ölheizung in Hamburg. Für Anlagen, die noch vor den 1990er Jahren installiert worden sind, sei eine Überprüfung im Grunde ein Muss. Denn gerade bei älteren Heizungen schlummerten die größten Energieeinspar-Potenziale.

Der Optimierung alter Anlagen sind gesetzliche Grenzen gesetzt. Die Energieeinsparverordnung schreibt vor, dass Heizkessel in Mehrfamilienhäusern, die vor dem 1. November 1978 eingebaut wurden, bis zum 31. Dezember 2006 hätten erneuert werden müssen.

«Aber dennoch verrichten auch mehr als 30 Jahre alte Kessel auf Grund einer Sonderregelung der Energieeinsparverordnung immer noch in selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern ihren Dienst», erläutert Fack. Hier könne ein vor 1978 installierter Kessel weiter betrieben werden, um unzumutbare Belastungen der Hausbesitzer zu vermeiden. Wechselt allerdings der Besitzer, müsse eine vorhandene Altanlage innerhalb von zwei Jahren außer Betrieb genommen werden.

Institut für wirtschaftliche Oelheizung (IWO): www.oelheizung.info

Details zur «Klima-Prämie» www.bafa.de Heizungs-Modernisierung wird gefördert Für die Sanierung einer alten Heizungsanlage gibt es von verschiedenen Stellen finanzielle Förderungen. Alle für ein konkretes Modernisierungsprojekt infrage kommenden Programme listet die Fördermittelabfrage des Instituts für wirtschaftliche Oelheizung (IWO) unter «oelheizung.info» auf. Details zur «Klima-Prämie» für Solarwärme und Brennwertkessel finden sich im Internet unter «bafa.de». Von Stephanie Hoenig, dpa

dpa-infocom


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