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Fortbildung im Handwerk: Lebensbegleitendes Lernen

Bonn/Köln (dpa/tmn) - Der Tischlergeselle Jens Werner will bereits vor der Meisterprüfung Karriere machen.

Fertigungsplaner, Fachbauarbeiter oder Kundenberater, alle mit dem Siegel «Geprüfter» ausgestattet - das alles, kann er nach einem Jahr Berufspraxis anstreben.

«Etwa 300 berufsbegleitende Unterrichtsstunden fallen vor dem Examen in der Handwerkskammer an», sagt er. «Das nachgewiesene Wissen wird auf die Meisterprüfung angerechnet.» «Berufslaufbahnkonzept» heißt das Modell des lebensbegleitenden Lernens im Handwerk. «Junge Menschen sollen von Anfang an erkennen, welche Karrierewege möglich sind», erläutert Uwe Schaumann von der Forschungsstelle für Berufsbildung im Handwerk an der Uni Köln.

Unternehmer investieren - genau wie ihre Mitarbeiter - zunehmend systematisch in die Weiterbildung. Beispielsweise im Fahrzeugbereich: Nach 320 Unterrichtsstunden können ausgelernte Mechatroniker zur Prüfung zum Kfz-Service-Techniker antreten. «Er steht auf der Karriereleiter zwischen dem Gesellen und Meister», erklärt Klaus Müller von der Handwerkskammer Hannover. Sie bietet ebenso wie andere Kammern und auch die Automobilindustrie ein berufsbegleitendes Schulungsprogramm an.

In 41 Handwerken muss in die «Königsklasse» aufsteigen, wer eine eigene Firma gründen will. «Der Meisterbrief ist das Aushängeschild für Qualität und Kompetenz», sagt Alexander Konrad von der Handwerkskammer Düsseldorf. Zur Finanzierung der Fortbildung könne Meister-Bafög beantragt werden. Die Zwischenstufen auf dem Weg zum Meister gibt es für Gesellen noch nicht in allen Berufen, sie werden aber nach und nach eingeführt. Wie von Anfang an beim neuen Ausbildungsberuf Prozesstechnologe, der seit August erlernt werden kann: «Nach dem Facharbeiterabschluss erwartet die Gesellen in drei Jahren die gezielte Ausbildung zum Prozessexperten oder zum Applikationsexperten», erklärt Michel Assenmacher vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHT) in Berlin.

In Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts wie Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik wird auf die Fortbildung der Facharbeiter großen Wert gelegt, sagt Jochen Reinecke von DIHT. «Geprüfter Prozessmanager Mikrotechnologie» lautet der Titel nach erfolgreichem Examen. Jörg Grunwald vom Bundesinstitut für Berufsbildung nennt die Baubranche als weiteres Beispiel für Gesellenqualifizierung: Vorarbeiter und Werkspolier seien die Stationen auf dem Weg zum Geprüften Polier, der einem Industriemeister entspricht. «Auch Metallbauer und Feinwerkmechaniker können diese Karrierebausteine nutzen», ergänzt Uwe Schaumann.

Was kann Jens Werner nach seiner Ausbildung als Fertigungsplaner erwarten? «Weitgehend selbstständig nach Vorgaben arbeiten und Aufträge umsetzen, Qualität prüfen und Mitarbeiter führen», umreißt er die von seinem Chef in Aussicht gestellten Aufgaben. «Und natürlich mehr Geld als den Gesellenlohn.» Er will nach entsprechendem Unterricht außerdem die Prüfung zum Technischen Fachwirt ablegen, mit der er ins betriebliche mittlere Management kommt. Sie wird auch als Teil III der Meisterprüfung (Betriebswirtschaft, Recht) anerkannt.

Informationen zum Meister-Meister-Bafög: www.meister-bafoeg.info Das Handwerk setzt auf Fortbildung In den fast eine Million Betrieben des Handwerks in Deutschland arbeiten rund 4,8 Millionen Beschäftigte. Die Arbeitgeber haben die Notwendigkeit ständiger Qualifizierung längst erkannt. Michael Hoffschroer, Referent für Berufsbildung beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin, verweist auf das «vielfältige Berufsbildungssystem in Deutschland». So gibt es bundesweit rund 500 Bildungsstätten des Handwerks. Details zu Möglichkeiten, Dauer und Zielen einer Fortbildung sind bei den jeweils zuständigen Handwerkskammern zu erfragen. Von Horst Heinz Grimm, dpa

dpa-infocom


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