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Ausbildung mit Kind durch Teilzeitmodelle möglich

Rostock/Saarbrücken Der Ausbildungsmarkt ist ein hartes Pflaster, Lehrstellen gibt es nicht für alle.

Gute Chancen haben vor allem diejenigen, die ein überdurchschnittliches Schulzeugnis, Erfahrungen und Engagement mitbringen.

Für junge Eltern gestaltet sich die Suche nach einem Ausbildungsplatz allerdings besonders schwierig. Acht Stunden täglich arbeiten und für diese Zeit dann eine Kinderbetreuung zu finden, scheint fast unmöglich. Für viele junge Mütter bedeutet ein Kind also zunächst oft den Verzicht auf eine Ausbildung. Damit es nicht zu diesem Dilemma kommt, bieten immer mehr Unternehmen Teilzeitausbildungen an - mit Vorteilen für beide Seiten.

Der Clou dabei: Betroffene können eine klassische Ausbildung machen, ihre tägliche Arbeitszeit ist aber kürzer als gewöhnlich, sagt Claudia Alder, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern in Rostock. «Auch für Behinderte, für die eine ganztägige Ausbildung eine zu hohe Belastung darstellt, kann die Berufsausbildung in Teilzeit in Betracht kommen.» Die Ausbildungszeit - in der Regel drei Jahre - wird trotzdem meist eingehalten. Insbesondere Alleinerziehende aber auch junge Erwachsene, die einen Pflegebedürftigen betreuen, profitieren von solchen Modellen. Schließlich haben sie so die Möglichkeit, «Berufsausbildung und Privatleben besser miteinander zu vereinbaren», erklärt Alder.

Etwa 20 bis 30 Stunden arbeiten die Azubis dann pro Woche, sagt Sabine Dillmann von der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit Rheinland-Pfalz/Saarland aus Saarbrücken. «Das ist wie eine reguläre Ausbildung, nur in einer zeitlich gestrafften Form.» Großen Bedarf gebe es vor allem bei denjenigen, die während der Schulzeit oder kurz danach ein Kind bekommen. «Viele junge Frauen werden auch während der Ausbildung schwanger.» Das müsse heute nicht mehr wie früher das Ende der Lehrzeit bedeuten. Vielmehr könne das Ausbildungsverhältnis in ein Teilzeitmodell umgewandelt werden.

Dadurch lässt sich Dillmann zufolge Langzeitarbeitslosigkeit vermeiden, da die Jugendlichen gleich mit ihrem noch recht frischen Schulwissen in die Ausbildung starten. «Man muss nicht mehr warten, bis das Kind in die Schule kommt.» Auch die Unternehmen profitieren von den Teilzeitmöglichkeiten. «Die monatliche Vergütung verringert sich durch die reduzierte Ausbildungszeit», sagt Dillmann, die als Leiterin des Stabs Chancengleichheit bei der Regionaldirektion arbeitet. Zudem könnten mit dem Azubi individuelle Absprachen über die Arbeitszeit getroffen werden. «Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Auszubildenden eine besonders hohe Motivation haben.» Die Betriebstreue sei ungleich höher als bei Azubis üblicherweise.

Grundsätzlich eignet sich die Teilzeitausbildung für alle Berufe. «In der langjährigen Praxis von Projekten zur Berufsausbildung junger Mütter hat sich ein Schwerpunkt bei den Büroberufen herausgebildet», sagt Angelika Puhlmann vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Das liege vor allem daran, «dass in diesem Berufsbereich Teilzeitarbeit generell weit verbreitet ist». Das Ausbildungsmodell füge sich gut in den Betriebsalltag und die Unternehmenskultur ein. Zudem seien die Übernahme- und Berufschancen nach dem Abschluss hoch.

Das Spektrum für Berufe in Teilzeitform reicht Puhlmann zufolge von der Zahnmedizinischen Fachangestellten über die IT-Kauffrau bis zur Goldschmiedin oder Bootsbauerin. Am Ende der Ausbildung gibt es eine normale Abschlussprüfung. «Die Abschlüsse sind gleichwertig, wenn der komplette Ausbildungsinhalt nach der Ausbildungsordnung im Handwerk vermittelt wurde», erläutert Alder. Wer nicht mindestens 25 Stunden in der Woche arbeiten kann, könne seine Ausbildungszeit auch verlängern und seinen Abschluss später machen.

Informationen zum Projekt der IHK und HWK Lübeck : www.ausbildung-teilzeit.de

Informationen der G.I.B.: www.gib.nrw.de

Informationen zur Teilzeitberufsausbildung: tzba.reinit.net Ausbildungsgehalt ist nicht automatisch niedriger Wer weniger arbeitet, verdient als «Teilzeitlehrling» nicht auch zwingend weniger. So gebe es in einigen Branchen tarifvertragliche Regelungen, die auch bei einer Teilzeitberufsausbildung eine volle Ausbildungsvergütung festlegen, sagt Angelika Puhlmann vom Bundesinstitut für Berufsbildung aus Bonn. Auch ohne Tarifverträge würden manche Betriebe so verfahren, «wenn die Differenz zur Teilzeitvergütung im Rahmen von Landesprogrammen finanziert und erstattet wird». In der Regel zahlten die Firmen aber entsprechend der Stundenzahl weniger Gehalt. Lehrlinge, denen dieser Lohn dann nicht ausreicht, könnten je nach Lebenslage finanzielle Unterstützung wie Berufsausbildungsbeihilfe beantragen. Von Angelika Röpcke, dpa

dpa-infocom


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